Probezeitende nach 6 Monaten - Rückblick
Gut am Arbeitgeber finde ich
Also aus meinem Team würde ich gerne Personen nennen die ich absolut grandios finde aber aus Datenschutzgründen und zu meiner Sicherheit möchte ich keine Namen nennen. Die haben mir bei Fragen immer geholfen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kommunikation, Struktur und Führung
Verbesserungsvorschläge
Obwohl sich auch mit diesem Feedback nichts verbessern würde, nehme ich mir doch die Zeit, weil es für mich wichtig ist, dass man sich weiterentwickelt:
- Als Quereinsteiger ohne fachlichen Tiefgang braucht es definitiv eine klare Führung. Ich habe viel eigenständig gemacht aber man stößt ab und an an Bereiche wo Feedback wünschenswert und erforderlich ist. Ich kann leider nicht bestätigen das ich das hatte. Ich hatte eher den Eindruck, dass mein weiterer Verbleib von anderen Instanzen abhängt als von meiner Führungskraft.
- Die Einarbeitung ist nicht gut. Die ist absolut chaotisch und unstrukturiert. Man bekommt einen Einarbeitungsplan, der einfach nur da ist. Vor allem ist dieser Plan alles andere als strukturiert. Man landet quasi mit einem Bauchklatscher bei diesem Unternehmen und muss dann zu sehen, dass man bei keiner Dokumentation der Prozesse sich zurecht findet.
- MODUS hat leider (zu mindestens dort wo ich war) keine Feedback Kultur. Die Führungskraft ist gnadenlos überfordert und ausgelastet, ein Teil der Kollegen (nicht alle) haben keine Lust sich mit einem auseinanderzusetzen, jeder ist irgendwie dauerhaft belastet und eigentlich nicht dazu im Stande jemanden etwas zu zeigen und zu erklären.
=> Was MODUS definitiv fehlt ist eine viel klarere Struktur und Ordnung. Es fühlte sich alles sehr chaotisch an. Man muss sich bei den vielen Portalen einen Wolf suchen, um mal eine halbwegs taugliche Dokumentation zu finden, sofern es diese gibt. Eigentlich weiß bei MODUS niemand wer was macht. Es gibt Instanzen die sich untereinander austauschen aber das bleibt wie ein Geheimnis. Man muss Rätselraten machen.
Das Kernproblem von MODUS ist nicht Personal mit fachlicher Tiefe, sondern die Einarbeitung und Kommunikation. Und das habe ich bei allen Schulungen erlebt oder beim Austausch mit anderen Kollegen. Ich stehe mit dieser Meinung nicht alleine da aber habe jetzt den Raum, dass teilen zu dürfen, auch wenn sich dadurch 0% ändert. Manche Führungskräfte sollten keine Führungskräfte sein, auch wenn die fachliche Expertise da ist aber die menschliche Komponente ist halt auch wichtig.
Ich glaube auch gar nicht, dass ich wegen meiner nicht vorhandenen fachlichen Kompetenz gehen musste, weil man das nicht bewerten kann, ohne sich mit mir über die Lösungen die ich produziert habe, auszutauschen. Ein Feedback erst am Ende obwohl ich mehrfach darum gebeten habe und nie bekam, ist nicht verständlich. In einem JourFix wurde ich wieder gefragt, wie denn der Stand meines Projektes sei, darauf habe ich gesagt ich bin durch aber mir fällt immer noch der Tiefgang den man beurteilen muss. Dafür habe ich extra eine 16 seitige Dokumentation geschrieben mit allem drum und dran aber meine Führungskraft äußerte, ich zitiere "Das ist zu viel, dass lese ich mir nicht durch!" So what? Gerade bei solch sensiblen Themen, wie für das was ich machen sollte, ist es besonders wichtig mal einen Blick zu riskieren aber was will man erwarten, wenn man mit seinem Job einfach überfordert ist.
Aber am Ende hieß es: Ich bringe nicht die fachliche Tiefe mit ;-)
Wenn man nach Rückmeldung zu seiner fachlichen Arbeit fragt, muss man gefühlt 10x eine E-Mail schreiben, ein JourFix halten und dann noch beim Bundestag einen Antrag stellen. Und selbst dann duckt man sich vor fachlichen Aussagen also wie soll man sich da verbessern, wenn man auf einem Schiff ohne Kapitän auf dem Meer segelt.
Ich bin nicht traurig um diese Entscheidung nur verwundert, weil man bei MODUS doch vorankommen will aber auf der anderen Seite, Instanzen hat, die diesen Prozess blockieren und aufhalten, dass verstehe ich nicht. Aber muss ich auch nicht mehr. Ich bin dankbar für das was ich dennoch gelernt habe.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist durchwachsen. Während meiner Zeit bei MODUS habe ich fast ausschließlich Kollegen: innen erlebt, die sich nicht gerade positiv über das Unternehmen äußern. Generell ist das Arbeiten dort recht entspannt, sofern man ins Team passt.
Kommunikation
Definitiv nur 1-Stern. MODUS muss dringend an der internen Kommunikation arbeiten. Ich habe viel erlebt, wo nicht nur ich, sondern auch viel andere Kollegen:innen Ihren Unmut kundtun. Es werden wöchentlich irgendwelche JourFixes gehalten, die keine klare Linien vorgeben oder einfach genauso weitergearbeitet wird wie zuvor auch. Man ist bei MODUS gerade als neuer Kollege:in auf sich allein gestellt. Das Onboarding / die Einarbeitung ist ein Witz. Da ist jedes Startup professioneller.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt bei MODUS sehr gute Kollegen. Während meiner Zeit bei MODUS habe ich sehr gute Gespräche mit Kollegen führen dürfen. Aber ein anderer Teil ist leider der, der über den weiteren Verbleib von dir entscheidet.
Work-Life-Balance
Definitiv gegeben. Hier glänzt MODUS absolut. Aber Work-Life-Balance ist leider nicht alles.
Vorgesetztenverhalten
Ich will meinen Vorgesetzten nicht schlecht reden, doch hier kommt das ABER: Wenn ein Quereinsteiger für das, wofür er eingestellt wurde, seine Arbeit beste Gewissens erledigt und das im Blindflug, dann sollte dieser sich auch die Arbeit ansehen, die man gemacht hat. Ich war für einen Bereich abgestellt, den ich ohne fachliche Unterstützung mir selbst angeeignet habe.
Bei Vorstellungen der Zwischenergebnisse wurde mir gesagt, mach es anders, so passt das nicht aber selbst war nie klar, wie man sich das Ergebnis vorstellt. In einem Meeting wurde von der Führungskraft auf meine Frage hin: "Wie man den bisher die Sicherheitsprüfung der Umgebungen macht" gesagt "Das machen wir aus dem Kopf" Ich mein, ich gehe auch nicht zu McDonalds und bestelle irgendetwas, nur um essen zu haben.
Für ein Unternehmen dieser Größenordnung erwartet man deutlich mehr Führung und Professionalität als das was ich erlebt habe. Meiner Meinung nach sind es in den Führungsbereichen nicht die fachlichen Kompetenzen die fehlen, sondern eher die Führungsqualitäten. Betrifft aber längst nicht alle Führungskräfte dort. Ich spreche nur von denen, mit denen ich direkten Kontakt hatte.
Interessante Aufgaben
Das Aufgabengebiet ist sehr spannend und vielseitig. Zu mindestens für jemanden wie mich, der als Quereinsteiger gestartet ist. Da ist automatisch fast alles Neuland. Für jemanden mit fachlicher Tiefe (wie es gerne ohne Feedback genannt wird), ist das vermutlich wie viele Tätigkeiten, nur Mittel zum Zweck.
Gleichberechtigung
Ich denke das ist bei MODUS gegeben.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich hatte stets einen guten Umgang mit älteren Kollegen. Alleine schon aus Respekt.
Arbeitsbedingungen
5-Sterne. Bedingungen sind gut, solange man nicht an Kollegen gerät, dessen Nase einem nicht passt (Ist nur mein Eindruck)
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt Solarzellen und Wallet-Boxen
Gehalt/Benefits
Gehalt ist solide
Image
Ich denke MODUS hat ein gutes Image bei Kunden
Karriere/Weiterbildung
Also die Coachings die man dort genießen darf, sind echt gut. Aber das betrifft nur Coachings, wo externe Trainer involviert sind.

