Viel Druck, wenig Wertschätzung, schwache Unternehmenskultur.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben sind einzelne Kolleg:innen, mit denen die Zusammenarbeit angenehm und unterstützend war.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Am problematischsten war für mich der Umgang mit Mitarbeitenden. Gerade im provisionsgetriebenen Arbeitsalltag, in dem jeder Kunde zählt, fehlten Vertrauen, Unterstützung und Wertschätzung weitgehend. Stattdessen habe ich eine stark kontrollierende und druckgeprägte Arbeitskultur erlebt. Pausen wurden eingeschränkt, es kam regelmäßig zu Ermahnungen und engem Monitoring. Auch im Umgang mit Krankheit habe ich wenig Verständnis wahrgenommen. Zusammen mit den herausfordernden Arbeitsbedingungen und einem aus meiner Sicht veralteten, hierarchischen Führungsstil entstand für mich ein insgesamt sehr belastendes Arbeitsumfeld
Verbesserungsvorschläge
Mehr Wertschätzung, ein faires Vergütungsmodell mit Grundgehalt und sinnvolle Benefits wären aus meiner Sicht zentrale Verbesserungshebel. Ergänzend braucht es mehr Vertrauen, flexiblere Arbeitszeiten und eine echte Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Wenn der Vertrieb das Rückgrat des Unternehmens ist, sollte sich das auch konsequent in den Arbeitsbedingungen widerspiegeln
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war überwiegend angespannt und von wenig Vertrauen geprägt. Ein offener Austausch auf Augenhöhe fand nur selten statt, was sich spürbar auf die Zusammenarbeit ausgewirkt hat
Kommunikation
Die Kommunikation war häufig unklar und teilweise widersprüchlich. Wichtige Informationen wurden nicht zuverlässig weitergegeben, was die Arbeit unnötig erschwert hat.
Kollegenzusammenhalt
Das Provisionssystem hat den Kollegenzusammenhalt spürbar belastet, da es Konkurrenz statt Zusammenarbeit gefördert hat. Dennoch gab es einzelne Kolleg:innen, mit denen der Austausch wertschätzend und angenehm war.
Work-Life-Balance
Eine ausgewogene Work-Life-Balance war aus meiner Sicht kaum möglich, da regelmäßige Samstagsarbeit erforderlich war und die Arbeitszeiten durchgehend von 10 bis 19 Uhr gingen.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten habe ich als wenig zeitgemäß und stark hierarchisch empfunden. Teilweise wirkten die Strukturen auf mich sehr konservativ bzw. patriarchal geprägt. Klassisches Top-Down ohne Wertschätzung für die Mitarbeitenden.
Interessante Aufgaben
Verkäufer sollen verkaufen. Daneben gab es keinen Platz für interessante, abwechslungsreiche oder sogar weiterentwickelnde Tätigkeiten.
Gleichberechtigung
Ich hatte den Eindruck, dass Gleichberechtigung im Unternehmen nur eingeschränkt gelebt wird, da Führungspositionen größtenteils von Männern besetzt waren.
Umgang mit älteren Kollegen
Auffällig war für mich, dass langjährige Mitarbeitende trotz teils jahrzehntelanger Betriebszugehörigkeit nur wenig Anerkennung erfahren haben, was ich als wenig wertschätzend empfunden habe.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren teilweise sehr belastend. Im Winter war es in bestimmten Bereichen extrem kalt, im Sommer dagegen sehr heiß. Gleichzeitig waren Getränke am Arbeitsplatz nicht erlaubt, was die Situation zusätzlich erschwert hat
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeit sowie soziales Verantwortungsbewusstsein spielten aus meiner Sicht im Unternehmen keine erkennbare Rolle
Gehalt/Benefits
Das Gehalt basierte auf einem Provisionssystem, bei dem man jeden Monat bei null startet. Die Provisionssätze waren je nach Möbel unterschiedlich und schwankend. Wurde der Mindestlohn nicht erreicht, erfolgte eine entsprechende Anpassung auf das gesetzliche Mindestniveau. Was natürlich nicht gern gesehen wurde.
Image
Aus meiner Sicht klaffen Selbstbild und Realität im Unternehmen deutlich auseinander. Während an einem aus meiner Sicht überholten Bild festgehalten wird, habe ich im Arbeitsalltag eine zunehmende Unzufriedenheit und Fluktuation unter den Mitarbeitenden sowie eine rückläufige Kundenfrequenz wahrgenommen
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten waren aus meiner Sicht nur eingeschränkt vorhanden. Nachwuchskräfte mussten für eine Weiterentwicklung häufig einen 45-Stunden-Vertrag eingehen, erhielten dabei jedoch ein vergleichsweise geringes Gehalt bei gleichzeitig hoher Verantwortung für ganze Abteilungen.