Starke Teamleistung, aber problematische Führung und Arbeitskultur
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Zusammenarbeit mit vielen Teammitgliedern habe ich als positiv und unterstützend erlebt; im direkten Austausch war viel Kollegialität vorhanden. Auch die Benefits wie Urban Sports und das Deutschlandticket sind grundsätzlich erfreuliche Zusatzleistungen. BAV wird auch angeboten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Kommunikation des Managements war häufig wenig empathisch, nicht ausreichend transparent und teilweise unprofessionell. Kritik wurde selten offen, konstruktiv oder rechtzeitig angesprochen, während Entscheidungen oft kurzfristig und ohne nachvollziehbare Erklärung getroffen wurden. Feedback bestand überwiegend aus Kritik, positives oder wertschätzendes Feedback war dagegen sehr selten.
Meiner Wahrnehmung nach leidet die Teamdynamik deutlich unter diesem Führungsstil. Es herrscht ein spürbarer, unterschwelliger Druck, der dazu führt, dass Mitarbeitende aus Unsicherheit oder Angst besonders vorsichtig agieren. Micromanagement, detaillierte Kontrolle und das Überwachen kleinster Arbeitsabläufe – bis hin zu technischen Einstellungen oder der Nutzung bestimmter Tools – verstärken diesen Eindruck. Dadurch entsteht wenig Raum für selbstständiges Arbeiten und Vertrauen.
Auch die Erwartungshaltung im Hinblick auf Arbeitsleistung und Arbeitszeiten empfinde ich als unausgewogen. Unbezahlte Überstunden (Vertrauensarbeitszeit) wirkten teilweise vorausgesetzt und werden abgefeiert, insbesondere in intensiven Phasen. Gleichzeitig wurde an vielen Stellen sichtbar gespart, was sich spürbar auf die Arbeitsfähigkeit und Belastung der Mitarbeitenden auswirkte. Dieses Missverhältnis zwischen Anspruch und tatsächlichen Rahmenbedingungen trägt aus meiner Sicht maßgeblich zur Unzufriedenheit im Team bei. Die Fluktutation war sehr hoch allein während meiner Zeit haben 3 Mitarbeiter gekündigt.
Bereits der Bewerbungsprozess hat bei mir Fragen aufgeworfen: Die Anforderung einer umfangreichen Case Study vor einem ersten persönlichen Gespräch vermittelte den Eindruck, dass frühzeitig unverhältnismäßige Arbeitsleistung erwartet wird. Zusätzlich sind Vertragsklauseln – wie eine lange Kündigungsfrist – aus meiner Sicht stark einseitig zugunsten des Unternehmens gestaltet und können ein Gefühl von Abhängigkeit erzeugen.
Insgesamt habe ich eine deutliche Diskrepanz zwischen dem nach außen kommunizierten „Happy Family“-Image und dem tatsächlichen internen Umgang wahrgenommen. Während nach außen ein harmonisches und modernes Bild vermittelt wird, fühlt sich der Arbeitsalltag intern oftmals kontrollierend, belastend und wenig wertschätzend an.
Ich hoffe, dass das Unternehmen die Chance nutzt, seine Führungskultur, Transparenz und Wertschätzung nachhaltig weiterzuentwickeln – denn gute Mitarbeitende gewinnt und hält man langfristig nicht durch Druck, sondern durch Vertrauen und respektvollen Umgang.
