Ein Arbeitsplatz, der mehr nimmt als gibt.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Den Ausgang :)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wer Wert auf psychische Gesundheit, Wertschätzung, Weiterentwicklung und ein respektvolles Arbeitsumfeld legt, sollte sich gut überlegen, ob dieses Unternehmen die richtige Wahl ist. Persönlich würde ich niemandem empfehlen, für seine Karriere oder sein Wohlbefinden auf dieses Umfeld zu setzen.
Verbesserungsvorschläge
Weniger Ja-Sager fördern, mehr kompetente Führungskräfte. Weniger Gerüchte, mehr Transparenz. Weniger Kontrolle, mehr Vertrauen. Mitarbeitende ernst nehmen, Kritik zulassen und Personalentscheidungen nachvollziehbar kommunizieren. Eine moderne Unternehmenskultur entsteht nicht durch Leitbilder, sondern durch den täglichen Umgang mit Menschen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war geprägt von Lästereien, mangelnder Transparenz und aus meiner Sicht fragwürdigen Führungsstrukturen. Statt Mitarbeitende zu unterstützen, entstand häufig das Gefühl, bewertet und verurteilt zu werden. Als Frau hatte ich nicht den Eindruck, dass Gleichbehandlung und Wertschätzung selbstverständlich sind. Wer ein modernes, respektvolles und sozial kompetentes Arbeitsumfeld sucht, sollte sich sehr genau informieren. Für mich war die Atmosphäre toxisch und belastend. Erschreckend
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war auf dem Papier durch Homeoffice und flexible Arbeitszeiten grundsätzlich gut. In der Praxis wurde die Nutzung dieser Möglichkeiten jedoch nicht immer positiv wahrgenommen. Wer Homeoffice in Anspruch nahm, musste sich teilweise abwertende Kommentare anhören, was dazu führte, dass man sich für etwas rechtfertigen musste, das eigentlich ausdrücklich angeboten wurde.
Besonders negativ empfand ich Aussagen, die für mich nicht mehr zeitgemäß waren. So wurde beispielsweise offen geäußert, dass bestimmte Aufgaben lieber von Frauen übernommen werden sollten. Aussagen wie „Das japanische Management hat es lieber, wenn das eine Frau macht“ oder Kommentare, dass das Ausräumen der Spülmaschine Aufgabe der Frauen sei, obwohl diese dieselbe Position wie ihre männlichen Kollegen innehatten, haben bei mir einen sehr unangenehmen Eindruck hinterlassen.
Solche Aussagen und Denkweisen haben für mich nicht zu einem modernen und respektvollen Arbeitsumfeld im Jahr 2026 gepasst und dazu beigetragen, dass ich mich trotz guter Rahmenbedingungen nicht immer wohlgefühlt habe.
Karriere/Weiterbildung
Trotz angebotener Schulungen blieb bei mir der Eindruck, dass hier vor allem Mitarbeitende gesucht werden, die genau dort bleiben, wo sie angefangen haben. Eigeninitiative, neue Ideen und persönliche Weiterentwicklung wirkten nicht wirklich erwünscht. Weiterbildung hat jedoch wenig Wert, wenn das Gelernte weder eingebracht noch umgesetzt werden kann. Anpassung schien deutlich mehr geschätzt zu werden als Entwicklung.
Kollegenzusammenhalt
Kollegenzusammenhalt war aus meiner Sicht praktisch nicht vorhanden. Statt eines gemeinsamen Miteinanders herrschte eine deutliche Trennung zwischen einzelnen Abteilungen und Personengruppen. Lästereien, Gerüchte und gegenseitige Schuldzuweisungen gehörten zum Alltag. Wer versuchte, sich aus dieser Negativspirale herauszuhalten oder mit den „anderen“ Abteilungen normal auszutauschen, wurde schnell kritisch betrachtet. Teilweise entstand der Eindruck, dass bereits der Kontakt zu den „falschen“ Personen unerwünscht war.
Besonders erschreckend war für mich die fehlende Transparenz bei Personalentscheidungen. Eine langjährig geschätzte Führungskraft war plötzlich nicht mehr in ihrer bisherigen Rolle, während ehemalige Kolleginnen und Kollegen zu Vorgesetzten wurden. Dass ein bisheriger Vorgesetzter auf einmal einem ehemaligen Teammitglied unterstellt war, wurde nie nachvollziehbar erklärt. Statt offener Kommunikation gab es Schweigen, Gerüchte und Spekulationen.
Insgesamt habe ich die Unternehmenskultur als von Lagerdenken, Machtspielen und Intransparenz geprägt erlebt. Vertrauen und ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe warenmich kaum erkennbar.
Umgang mit älteren Kollegen
Umgang mit älteren Kollegen? Aus meiner Sicht macht das Unternehmen hier keinen Unterschied. Wertschätzung schien weder vom Alter noch von der Betriebszugehörigkeit abzuhängen. Es kam immer wieder vor, dass Mitarbeitende eines Tages noch da waren und kurz darauf verschwunden sind. Jung oder alt – austauschbar wirkte hier jeder.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetztenverhalten war für mich die absolute Untergrenze. Statt kompetente weibliche Führungskräfte zu fördern, habe ich eine Führungskultur erlebt, die von Inkompetenz, Druck und fehlender Selbstreflexion geprägt war.
Besonders schockierend war für mich, dass bei Fehlern und Konflikten nicht die Verantwortung übernommen wurde. Stattdessen wurde der psychische Zustand thematisiert und infrage gestellt, obwohl es um konkrete Arbeitsprobleme und das Verhalten der Führungskraft ging. Noch bevor die Kritik überhaupt Gehör finden konnte, hatte man das Gefühl, dass bereits ein bestimmtes Bild von einem geschaffen wurde.
Sachlich und professionell vorgetragene Kritik wurde nicht ernst genommen. Wer Probleme ansprach, bekam sinngemäß zu hören, dass man einfach tun solle, was einem gesagt wird. Unterstützung bei arbeitsbezogenen Problemen konnte ich nicht erkennen. Statt Lösungsorientierung habe ich Druck, Einschüchterung und psychologische Spielchen erlebt.
Für mich entstand der Eindruck, dass Kritik unerwünscht war und dass es wichtiger war, das eigene Ansehen zu schützen als das Wohl der Mitarbeitenden. Solange die Beziehungen nach oben stimmten, schienen die Auswirkungen auf die
Kommunikation
Eine der schlechtesten Feedbackkulturen, die ich bisher erlebt habe. Während des Arbeitsverhältnisses wurden angebliche Probleme nicht offen angesprochen. Stattdessen wurden Monate später im Beurteilungsgespräch plötzlich Vorwürfe präsentiert, die nie zuvor thematisiert worden waren. Besonders erschreckend fand ich, dass subjektive Aussagen und Hörensagen offenbar bereits in die Bewertung eingeflossen waren, ohne dass ich jemals die Möglichkeit hatte, Stellung zu beziehen. Wer erwartet, dass Kritik direkt, fair und professionell kommuniziert wird, wird hier möglicherweise enttäuscht.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung war aus meiner Sicht nicht vorhanden. Aussagen über typische „Frauenaufgaben“ wurden offen getroffen und teilweise sogar mit den Erwartungen des japanischen Managements begründet. Wer sich damit arrangierte oder den richtigen Personen nahestand, schien davon deutlich weniger betroffen zu sein.
Interessante Aufgaben
Interessante Aufgaben kamen durchaus vor. Der Gestaltungsspielraum war jedoch äußerst begrenzt. Nicht das Ergebnis zählte, sondern die exakte Ausführung nach den Vorstellungen der Führungskraft. Eigeninitiative und selbstständiges Denken wurden zwar gerne erwartet, jedoch nur solange sie zum gewünschten Ergebnis und vor allem zum gewünschten Vorgehen passten. Wer andere Lösungsansätze einbrachte, lernte schnell, dass nicht das Ziel entscheidend war, sondern der Weg, den die Führungskraft bereits vorgegeben hatte.

