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Veraltete Strukturen und fragwürdiges Führungsverhalten

2,4
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Recht / Steuern in Dresden gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Räumlichkeiten sind durchaus großzügig geschnitten, sodass man sich räumlich gut aus dem Weg gehen kann. Zudem dürfen nach Absprache Arzttermine wahrgenommen werden (die jedoch nachgearbeitet werden müssen).

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Zusammenfassend leidet die Kanzlei unter einem veralteten, papierlastigen Arbeitsstil und mangelnder Digitalisierung. Die Führungskultur ist stark verbesserungswürdig, da Konflikte abgewiegelt und Fehlverhalten toleriert wird. Es herrscht eine spürbare "Zweiklassengesellschaft", in der Jüngere kritisiert und Ältere bevorzugt werden. Ausstattungen, Arbeitsmittel und das Gehalt entsprechen nicht dem heutigen Standard und es wird ein ungesundes Maß an erwarteter, unbezahlter Mehrarbeit praktiziert.

Verbesserungsvorschläge

Verbesserungsvorschläge für den Arbeitgeber
Investition in Hardware und Ergonomie: Ein moderner Arbeitsplatz steigert die Effizienz und senkt den Krankenstand.

Führungskultur überdenken: Mobbing darf kein akzeptiertes Übel zum Zweck der Umsatzsicherung sein.

Digitalisierung ernst nehmen: Prozesse entschlacken und die Abhängigkeit vom Papier reduzieren.

Wertschätzung: Ein professioneller Umgang endet nicht mit der Kündigung eines Mitarbeiters.

Arbeitsatmosphäre

Die Stimmung ist spürbar angespannt. Hektik und Stress prägen den Alltag, was durch die mangelhafte Organisation zusätzlich befeuert wird. Sobald jemand einen Fehler macht, wissen es alle.

Image

Der Ruf eilt der Kanzlei leider voraus. Die Mundpropaganda im Umfeld ist eher negativ, was sowohl die Qualität als Arbeitgeber als auch die Dienstleistung betrifft. Es wird oft davon abgeraten, hier anzuheuern – ein Eindruck, der sich (je nach Referat) im Arbeitsalltag leider oft bestätigt.

Work-Life-Balance

Termine werden ermöglicht, müssen aber penibel nachgearbeitet werden. Kritisch sehe ich die indirekte Erwartung unbezahlter Überstunden. "Freiwilligkeit" wird hier als Druckmittel genutzt. Wer nicht bereit ist, seine Freizeit unentgeltlich zu opfern, stößt auf Unverständnis. Es werden Strichlisten geführt, wann man die Kanzlei betritt und verlässt. Häufig ist man 10–30 Minuten vor Arbeitsbeginn da, darf aber erst exakt nach Schichtende (z. B. 16:01 oder 18:01 Uhr) gehen. Selbst eine Minute später das Gebäude zu verlassen, führt zu irritierten Blicken.

Karriere/Weiterbildung

Theoretisch gibt es Optionen, in der Praxis wird das Thema aber kaum gelebt. Es wird im Grunde komplett auf die Selbstinitiative und das eigenständige Lernen der Mitarbeiter gesetzt; aktive Förderung von oben findet nicht statt, auch wenn es gepredigt wird.

Gehalt/Benefits

Am unteren Limit. Es gibt keine automatischen Anpassungen; man muss jedem Euro aktiv hinterherlaufen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Digitalisierung ist ein Fremdwort. Alles wird doppelt und dreifach ausgedruckt. Die Abhängigkeit von der Papierakte ist massiv, was auch an der mangelnden digitalen Kompetenz (z.B. beA-Nutzung) der Anwälte liegt.

Kollegenzusammenhalt

Innerhalb der Teams okay, wenn man sich einmal etabliert hat. Es gibt jedoch eine klare Zweiklassengesellschaft zwischen "Jung" und "Alt". Die "heutige Generation" denkt halt anders.

Umgang mit älteren Kollegen

Ältere Kollegen sind hier die "Unantastbaren". Da die Geschäftsführung sie als essenzielle Stützen der Kanzlei sieht, wird ihnen fast alles durchgelassen – auch auf Kosten des Betriebsklimas und des Umgangs mit neueren Teammitgliedern.

Vorgesetztenverhalten

Hier liegt das größte Defizit. Die Geschäftsführung gibt sich zwar gesprächsbereit, agiert aber bei ernsthaften Problemen nach dem Prinzip "Augen verschließen". Mobbing durch langjährige Mitarbeiter wird aktiv toleriert, da deren fachlicher Nutzen über das menschliche Wohl der anderen gestellt wird. Nachtragendes Verhalten (Ignorieren) nach einer Kündigung unterstreicht die mangelnde Professionalität.

Arbeitsbedingungen

Die Ausstattung ist leider nicht mehr zeitgemäß.

Hardware: Veraltete Rechner, instabile Software.

Ergonomie: Nicht vorhandene Anpassungsmöglichkeiten der Möbel; gesundheitliche Beschwerden sind vorprogrammiert.

Büro: Aktenstapel bis unter die Decke prägen das Bild. Ordnung und Struktur fehlen fast völlig.

Kommunikation

Es gibt eine deutliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Während Transparenz gepredigt wird, findet der eigentliche Austausch oft "hintenrum" statt. Besonders irritierend: Schon im Bewerbungsgespräch wird man vor bestimmten Personen gewarnt – ein deutliches Warnsignal für die interne Kultur.

Gleichberechtigung

Es gibt ein spürbares Ungleichgewicht. Jüngere Mitarbeiter stehen unter ständiger Beobachtung und werden schnell kritisiert, während ältere Kollegen sichtlich mehr Rechte und Freiheiten genießen. Von Gleichberechtigung kann hier leider keine Rede sein.

Interessante Aufgaben

Typische Aufgaben je nach Referat. Man muss allerdings bereit sein, den Anwälten in einem Maße "hinterherzuräumen", das über das normale Maß an Unterstützung hinausgeht und eher an Kinderbetreuung erinnert.

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