Modern wirken, improvisiert arbeiten: Toolstack top, Rest stark ausbaufähig.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kostenlose Getränke und Obst so viel man mag. Außerdem sehr schöne und ausschweifende Firmenfeiern. Sympatischer Ex-CEO.
Verbesserungsvorschläge
1. Führung professionalisieren: Führungskräfte nach nachweisbarer Führungskompetenz einsetzen und entwickeln (Kommunikation, Konfliktfähigkeit, Entscheidungsstärke, Feedbackkultur). Erwartungen klar definieren, Führung mess- und sichtbar machen.
2. Prozesse stabilisieren statt improvisieren: Verbindliche Standards für Kernabläufe (Planung, Übergaben, Eskalationswege), weniger ad-hoc-Feuerwehrmodus. „Digital“ muss Prozessqualität erhöhen – nicht nur Arbeit verschieben oder Arbeitsaufwand erhöhen.
3. Klare Zuständigkeiten & Entscheidungen: Wer entscheidet was – und wie wird es kommuniziert? Weniger informelle Nebelzonen, mehr Transparenz, damit Mitarbeitende nicht raten müssen, was gerade gilt.
4. Kommunikationskultur ändern: Kritische Fragen nicht „moderieren“, sondern beantworten. Direkte, respektvolle Kommunikation statt stille Korrekturen im Hintergrund.
5. Feedback ernst nehmen: Regelmäßige, strukturierte Feedbackschleifen (auch bottom-up) und sichtbare Konsequenzen daraus. Nicht nur „wir hören zu“, sondern „wir ändern X“. Catch-Up Gespräche wirken eher wie eine Pflicht bei der nichts herauskommt außer vielleicht einem Mitarbeiterscreening.
6. Onboarding/Training vereinheitlichen: Einheitliche Einarbeitung, klare Dokumentation, realistische Erwartungen – damit die Qualität nicht vom Zufall oder einzelnen Kolleg*innen abhängt.
7. Arbeitsbelastung planbar machen: Ressourcenplanung und Tour-/Schichtplanung so gestalten, dass Belastbarkeit nicht permanent als Ersatz für Organisation dient.
8. Tool-Nutzung sinnvoll gestalten: Tools als Unterstützung für Mitarbeitende einsetzen (Übersicht, Entlastung, Klarheit) statt als zusätzliche Komplexität oder Kontrolllayer.
9. Wertschätzung praktisch zeigen: Anerkennung, faire Behandlung, saubere Konfliktlösung – nicht nur als Leitbild, sondern auch im Alltag spürbar.
Arbeitsatmosphäre
Nach außen modern, innen oft hektisch und reaktiv. Viel „wir sind digital“, wenig „wir sind verlässlich“. Atmosphäre schwankt je nachdem, welche Baustelle gerade brennt.
Kommunikation
Kommunikation ist schnell – besonders dann, wenn man gar nicht mehr mit dir kommunizieren will.
Am 01.01.2026 haben meine Zugänge zu Firmenkonten plötzlich nicht mehr funktioniert. Keine Vorwarnung, kein Hinweis, einfach: aus. Da Feiertag war und niemand erreichbar, war die Schlussfolgerung naheliegend: Offboarding.
Ich habe dann in der WhatsApp-Gruppe gefragt, ob ich gekündigt bin. Ergebnis: Frage gelöscht, ich kommentarlos entfernt.
Das muss man erstmal hinkriegen: Offboarding nicht nur des Mitarbeiters, sondern gleich auch der Nachfragen dazu.
Kollegenzusammenhalt
Im Team gibt es sehr liebe Leute. Zwischen den Kolleginnen klappt vieles, weil man es irgendwie gemeinsam gewuppt bekommen muss. Leider fühlte es sich manchmal so an, als müssten Kolleginnen die Lücken ausbessern, die Führung und Prozesse reißen.
Work-Life-Balance
Schwankend. Planbarkeit ist nicht immer gegeben. Belastbarkeit wird vorausgesetzt – auch wenn Rahmenbedingungen manchmal dagegenarbeiten.
Vorgesetztenverhalten
Meine direkte Vorgesetzte habe ich persönlich nicht als Führungskraft erlebt, die Orientierung gibt, Verantwortung übernimmt und in kritischen Situationen aktiv kommuniziert. Für mich wirkte alles eher konfus - wenig Klarheit, wenig sichtbare Führung, wenig Rückgrat, wenn es unangenehm wird.
Interessante Aufgaben
Der Arbeitsalltag kann funktionieren, aber er hängt stark von Improvisation ab. Wer Struktur und stabile Prozesse braucht, wird hier öfter Zähneknirschen als Planung erleben. Das Berufsfeld ist interessant, die Umsetzung im Alltag leider oft entzaubernd.
Gleichberechtigung
Dazu kann ich wenig Belastbares sagen. Mein Eindruck: funktional-neutral, aber nicht durchgehend wertschätzend.
Umgang mit älteren Kollegen
Oft wird hiterm Rücken gelästert, da diese mit den neuen digitalen Strukturen nicht so gut klar kommen. Kommentare von hohen Vorgesetzten, dass diese "zeitnah eh entfernt werden." sprechen eine deutliche Sprache.
Arbeitsbedingungen
Typisch Start-Up-mäßig. Viel ShiShi nach Außen und nach Innen eher "Menschenmaterial ist zur Erwirtschaftung von Umsatz da."
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Keine Aussage treffbar
Gehalt/Benefits
Eher unterer Rand, auch für Quereinsteiger. Bereitschaftspaulschale ist clever im Arbeitsvertrag festgelegt. Man Arbeitet in der Bereitschaft 24/7 für einen Pauschalsatz, weil man nicht abschalten kann und immer in Hab-acht-Stellung ist.
Image
Die technische Basis ist okay. Was fehlt, ist oft die Übersetzung in verlässliche Praxis: klare Zuständigkeiten, nachvollziehbare Entscheidungen, verbindliche Kommunikation. Ohne das bleibt Digitalisierung bloß ein System, das Dinge schneller macht – auch das Chaos.
Karriere/Weiterbildung
Wer sich selbst organisiert und alles eigenständig vorantreibt, kann was machen. Strukturierte Entwicklung oder echtes Coaching habe ich nicht erlebt.
