Die Strategie hält nicht mal bis zum nächsten Quartalsbericht. Wenn überhaupt.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es ist mit einer gewissen Distanz betrachtet fast schon eine kleine eigene Daily Soap, was dort passiert. Man könnte wetten, was als nächstes passiert, wird aber immer wieder auf's neue Überrascht seind, welche abstrusen Wendungen vorkommen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Heute hüh, morgen hott. Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.
Verbesserungsvorschläge
Definiert Führung. Und Ziele. Eine Vision, Eine Strategie. Handelt entsprechend.
Seid kein aufgeschreckter Hühnerhaufen.
Arbeitsatmosphäre
Eigentlich ganz entspannt; Außer Du bist im Vertrieb. Dann bricht zum Quartalsende die Hoelle über Dich herein. Weil die Zahlen nicht stimmen. Oder die EINE Bestellung noch im System hänngt. Und erst im nächsten Quartal kommen würde. Schrecklich. Aber Shareholder-Value ist das oberste Ziel.
Dennoch gibt es zig Kollegen, die eine äußerst ruhige Kugel schieben und sich im Konzern verstecken. Führungskräfte, die den Mangel beheben? Fehlanzeige. Außer Du bist im Vertrieb.
Image
Durch die vielen Management- und Strategiewechsel äußerst skeptisch beäugt am Markt. Man muss beim Kunden immer viel argumentieren, warum er hier sein Kapital binden sollte.
Work-Life-Balance
Voll. Tu was Du willst, so lange die Zahlen stimmen. Sitz 3 Wochen im Home-Office den Hintern platt, solang deine Vertriebsziel erreicht wird, ist alles gut.
Bei enigen Kollegen fragt man sich jedoch, wozu die eigentlich gebraucht werden.
Ansonsten sehr flexibles Arbeiten. Home-Office möglich, flexible Arbeitszeiten.
Durch Die Zeitverschiebung mit USA Nachmittags immer Stressiger.
Karriere/Weiterbildung
Findet eigentlich nicht statt. Außer Du bist im elitären Zirkel und darfst auf die globalen Leadership Events jetten.
Gehalt/Benefits
Wenn Du oben dabei bist, äußerst generös. Aber erstmal hochackern und entsprechend verkaufen. Vorher schaut's mau aus.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Software macht zum Glück wenig offensichtlichen Schmutz.
Kollegenzusammenhalt
Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Es gibt Kollegen, die "pushen" immens, weil sie andere anschreien. Das wird immer sehr geschätzt, weil der sich eben durchsetzen kann. V.a. im Vertrieb.
Ansonsten macht halt jeder seins und schaut, dass er die nächste Krise übersteht und nicht als nächstes vor die Tür gesetzt wird.
Umgang mit älteren Kollegen
keine Beschwerden.
Vorgesetztenverhalten
Wöchentliche 1:1's, weil vorgeschrieben. Du wirst informiert. Kannst Feedback geben. Nur ändern wird sich nix. Warum? Micro-Maangement vom Feinsten. Senior VP bucht notfalls selbst noch Bestellungen ins System.
Daher können sich "unten" viele wegducken, weil sich das Management alles selbst ans Bein bindet, anstatt zu führen. .
Hier und da mal ein Ansatz von Führung. Aber nicht die Regel.
Ansonsten fragt man sich, warum manche auf einer Führungsrolle sitzen. Vermutlich um deren Gehalt zu rechtfertigen. Nicht etwa, weil sie mit Menschen umgehen können.
Arbeitsbedingungen
Haltungsform 2, daher immer nur wenige im Büro. Ausstattung ist modern.
Kommunikation
Es wird regelmäßig kommuniziert, wie "awesome" alles läuft. Danach werden still und leise (mal auch laut), Sparten, Abteilungen, Standorte geschlossen, Mitarbeiter entlassen. Und danach kann man sich wieder hinstellen und sagen, wie awesome alles läuft.
Nur Kunden werden in der Regel nicht informiert. Oder Lieferanten. Oder Partner. Aber egal, die sind nur Balast.
Gleichberechtigung
DEI (diversity, equality, integrity) wurde Trump-gemäß eingestellt.
Im Alltag keine Unterschiede zwischen m/w/div., jung/alt, etc. feststellbar.
Sage ich als alter, weißer Mann.
Interessante Aufgaben
Du liebst verkaufen (aktiv, drücken) oder reparieren (Service)? Dann alles richtig. Du willst etwas entwicklen? Da gibt es eine eingeschworene Truppe von 5 Leuten irgendwo im Keller von NI, die machen das. Der Rest huldigt diese bitte und verkauft das.