Bitte unternehmt doch was!
Verbesserungsvorschläge
Eigentlich ist es der beste Arbeitgeber, den ich je hatte. Es hat mir bisher immer so viel Spaß gemacht hier zu arbeiten. Ich möchte daher am liebsten nur schreien, wenn ich die aktuelle Entwicklung sehe. Es ist ja nicht so, dass mir verboten wird etwas zu sagen, ganz im Gegenteil, aber am Ende zählt leider nur Sales. Bitte, bitte, bitte reflektiert, was ihr da tut. Reflektiert was das für einen Einfluss auf das Unternehmen heute, morgen und in einem Jahr hat. Kommt wieder zurück zu den guten Dingen, die das Unternehmen gerade in den letzten 6-7 Jahren so erfolgreich gemacht hat wie nie zuvor.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist inzwischen sehr gespalten. Ich muss mich vorherigen Bewertungen anschließen: Es zählt nur noch Sales. Umsatz, egal zu welchem Preis. Es wird laufend vorgebetet, dass der Kunde bei jeder Entscheidung berücksichtigt werden soll. An oberster Stelle (CEO) zählt aber nur das Portemonnaie des Kunden. Und das spüren die Kunden auch und bringen das überall zum Ausdruck. Die Abteilungen, die ernsthaft gewillt sind Abhilfe zu schaffen, werden mit aberwitzigen Zielen (>100 Ziele für 250 Mitarbeiter für ein Jahr) an dem gehindert, was wirklich wichtig ist: Probleme lösen. Und Probleme lassen sich eben nicht lösen, indem der x-te Call aufgesetzt wird, bei dem erzählt wird, dass endlich die Probleme gelöst werden müssten, sondern Probleme lassen sich lösen, indem der Lösungsprozess auch wirklich begonnen wird. All das frustriert die Abteilungen, die wollen, aber nicht können, weil Sales wichtiger ist
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Selbstwahrnehmung und Kundenwahrnehmung passen irgendwie nicht zusammen. Wenn Kunden gehörige Probleme haben, weil die Qualität der letzten Releases bestehender Produkte so schlecht war, dass es auf Kundenseite zu massiven Einbußen auch monetärer Art geführt haben, wird das abgetan mit "Ja, die Abteilung x (jeder weiß welche) hat gerade etwas viel zu tun". Dafür werden aber die neuen Produkte, die über Jahre entwickelt wurden und in die eine Menge Geld geflossen ist gehiped wie nichts Gutes. Fragt man die Kunden, ist der Bedarf nicht wirklich da. Irgendwie wirkt das realitätsverzerrend.
Work-Life-Balance
Ist ok, aber der Druck nimmt extrem zu.
Gehalt/Benefits
Ist in Ordnung. Woanders kann man sicherlich mehr, aber auch weniger bekommen
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist echt gut. Viele kennen sich schon lange, aber auch die neu hinzugekommenen Kolleginnen und Kollegen (großes Wachstum bis 2023) sind gut integriert. Bis 2022 hätte ich hier auch 5 Sterne gegeben. Dadurch, dass zunehmend unklar ist, wohin die Reise wirklich gehen soll (manchmal fühlt man sich, als wollte man zum Mond und bekommt einen Trabbi als Transportmittel gestellt), halten Kollegen verstärkt innerhalb der Teams zusammen. Das steigende Chaos, verbunden mit zunehmenden Problemen, führt dazu, dass immer mehr angefangen wird bei Schwierigkeiten auf andere zu zeigen. Als würde das Schiff sinken und wenn man den Kapitän fragt, was an Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen ist, bekommt man ein Schulterzucken. Schon strange...
Umgang mit älteren Kollegen
Die Betriebszugehörigkeit ist schon hoch (im positiven Sinne). Der Mix aus Erfahrung und "jungen Wilden" stimmt. Im Management dürfte gerne etwas mehr auf Erfahrung und Erfahrungen der Vergangenheit gesetzt werden als auf wildes Ausprobieren ohne richtiges Konzept.
Vorgesetztenverhalten
Hier muss man leider einen Punkt vergeben. Viele Führungskräfte sollen führen. Wenn sie das tun, ist das auch wieder nicht richtig. Es ist unklar, was die Aufgaben sind. Aber auch das Management wirkt, wie schon gesagt, hilflos. Und es ist unverständlich, denn genau dieses Management hat doch schon beweisen können, dass sie es besser wissen und können! Was ist hier denn passiert? Wieso tut denn hier keiner was?
Arbeitsbedingungen
Die Büros sind schon cool. An den Standorten, wo ich bereits war, bin ich gerne ins Büro gegangen.
Kommunikation
Es gibt regelmäßige Meetings. Einmal im Monat gibt es eine Q&A. Die Führungskräfte kommen ebenfalls einmal im Monat zusammen, um über die Ziele zu sprechen. In den Abteilungen gibt es regelmäßige Stand-ups. Die Quantität ist also wirklich hoch. Die Qualität lässt aber stark zu wünschen übrig. Das Management wirkt sehr hilflos. Die Probleme in der Kommunikation sind alle erkannt, auch durch Unterstützung externer Coaches, aber es ändert sich einfach nichts. Es ist, als würde das Haus brennen, und alle sehen zu, aber keiner greift mal zum Telefon, um die Feuerwehr zu rufen. Spricht man das aber aus, heißt es wieder, dass wir uns auf unsere Ziele konzentrieren müssen und der Umsatz passen muss. Es ist schon sehr paranoid. Unverständlich ist, dass das gleiche Management es ja schon mal hinbekommen hat, dass es besser läuft - bis es einen Wechsel in der Geschäftsführung gab. Es ist so schade, die Firma hat echt Potential - ich könnte nur schreien.
Gleichberechtigung
Hier auf jeden Fall Danke an das tolle HR Team. Die sind wirklich bemüht ihren Job zu machen. Auch wenn ich mit meiner Bewertung deren Ziel (gute Kununu-Bewertungen) verhaue, ist das ein Team, auf das man zählen kann. Deren Innovationsgeist wird aber auch zunehmend gebremst, allerdings eher durch führende Einflüsse.
Interessante Aufgaben
Die Produkte sind toll, und die Ideen sind auch gut. Es bestehen also viele interessante Themenbereiche, wo man sich einbringen kann und auch darf. Aber irgendwie zählt immer nur das, was neu und "wertschöpfend" ist - am besten sind "Quick-Wins". Aber was ist mit dem, was die Firma erfolgreich gemacht hat? Die Produkte, die beim überwiegenden Teil der Kunden im Einsatz sind und die zunehmend in der Qualität sinken? Einfache Lösung (Quick-Win): Man setzt sich das Ziel, dass man die Anzahl der Kundenreklamationen zählen will! Wow, das schafft echt Lösungen (Achtung: Sarkasmus).

