Gutes Arbeitsklima und Gehalt, aber Verbesserungsbedarf bei Organisation und Ausstattung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gut am Arbeitgeber fand ich vor allem das Gehalt, das insgesamt als sehr positiv wahrgenommen wurde. Außerdem war das Team insgesamt sehr gut, und ich habe mich im Arbeitsalltag überwiegend wohlgefühlt, auch wenn es vereinzelt zu Meinungsverschiedenheiten oder kleineren Konflikten kam. Insgesamt bin ich gerne zur Arbeit gegangen, da der Alltag im Vergleich zu anderen Stellen nicht übermäßig belastend oder dauerhaft stressig war. Dadurch blieb nach der Arbeit meist noch ausreichend Energie, was ich als positiv empfunden habe.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht am Arbeitgeber finde ich vor allem, dass die Gehaltszahlungen nicht immer zuverlässig zu festen Zeitpunkten erfolgen und teilweise verspätet eingehen. Zudem sind organisatorische Themen wie die Umkleidesituation und die Wäscheversorgung unzureichend geregelt, und bestimmte qualifizierte Mitarbeitende werden bei Aufgaben und Dokumentationstagen nicht gleichberechtigt eingesetzt. Auch zwischen den Stationen kommt es regelmäßig zu Spannungen, wodurch die Zusammenarbeit nicht immer reibungslos funktioniert. Hinzu kommen Probleme wie fehlende Konsequenzen bei Unpünktlichkeit oder frühem Verlassen des Arbeitsplatzes sowie eine als unzureichend empfundene Parksituation für Mitarbeitende. Kritisch gesehen werden außerdem die Verschwendung von Lebensmitteln, der teilweise sehr alte Zustand des Hauses und der Ausstattung sowie eine als unausgewogen empfundene Dienstplanung ohne ausreichende Flexibilität für alle Mitarbeitenden
Verbesserungsvorschläge
Die Verbesserungsvorschläge für das Heim betreffen vor allem die Modernisierung und bessere Ausstattung des Hauses, da viele Bereiche renovierungsbedürftig sind. Zudem wäre ein zusätzlicher Arbeitsbereich bzw. ein weiteres Schwesternzimmer sowie ein Stempelsystem sinnvoll, um die Arbeitsorganisation transparenter und strukturierter zu gestalten. Auch die Umkleidesituation könnte verbessert werden, beispielsweise durch eine Verlagerung in den Keller mit entsprechendem Ausbau. Darüber hinaus könnten zusätzliche Anreize und Benefits wie z. B. die Unterstützung von Fitnessangeboten die Attraktivität für Mitarbeitende steigern und die Motivation fördern.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist insgesamt familiär und vom Teamzusammenhalt geprägt, auch wenn es vereinzelt zu Spannungen zwischen Mitarbeitenden kommt. Seit der Übernahme durch Newcare haben solche Konflikte nach meinem Eindruck etwas zugenommen, bleiben aber im Rahmen des Üblichen.
Image
Die Übernahme durch Newcare hat im Team und im Umfeld insgesamt kein positives Image hinterlassen. Es wird überwiegend kritisch über die Veränderungen gesprochen, und auch innerhalb des Arbeitsalltags werden die Auswirkungen eher negativ wahrgenommen. Insgesamt besteht wenig Hoffnung auf eine kurzfristige Verbesserung, da die Erfahrungen die kritische Einschätzung zusätzlich verstärken.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war eher eingeschränkt, da häufig kurzfristig eingesprungen werden musste und es in einzelnen Monaten zu hoher Belastung kam. Trotz großer Bemühungen des Teams ließ sich dies nicht immer ausgleichen, sodass teilweise mehrere Tage am Stück gearbeitet wurde und der Freizeitausgleich nur eingeschränkt möglich war.
Karriere/Weiterbildung
Im Bereich Karriere und Weiterbildung gibt es grundsätzlich viele Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung, auch wenn die strukturellen Stellen im Pflegeheim naturgemäß begrenzt sind. Die Heimleitung und Pflegedienstleitung bemühen sich erkennbar, Mitarbeitende in ihrer Karriere zu fördern und Weiterbildungen zu ermöglichen. Allerdings werden Zusagen für bestimmte Weiterbildungen nicht immer konsequent umgesetzt, und nicht alle Mitarbeitenden können ihre vorgesehenen Weiterbildungstage tatsächlich nutzen. Insgesamt wird das Angebot positiv gesehen, es besteht jedoch noch Verbesserungspotenzial in der praktischen Umsetzung und Gleichverteilung.
Gehalt/Benefits
Im Bereich Gehalt und Sozialleistungen wird das Gehalt insgesamt als gut bis sehr gut bewertet, auch wenn natürlich immer der Wunsch nach einer höheren Vergütung besteht. Kritisch gesehen wird jedoch, dass die Gehaltszahlungen nicht immer zuverlässig zum gleichen Zeitpunkt eingehen und es gelegentlich zu Verzögerungen kommt. Zudem kommt es vereinzelt zu Fehlern in den Gehaltsabrechnungen, etwa bei Stundenangaben oder fehlenden bzw. fehlerhaften Abrechnungen, was auch bei mehreren Mitarbeitenden bereits vorgekommen ist.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Bereich Umwelt- und Sozialbewusstsein besteht deutliches Verbesserungspotenzial. Es fällt auf, dass Lebensmittel teilweise in größerem Umfang entsorgt werden, obwohl diese grundsätzlich noch nutzbar wären, und Mitarbeitende keine Möglichkeit haben, Reste zu verzehren. Zudem wird Mülltrennung nur unzureichend umgesetzt, und auch bei der Entsorgung von Kleidung oder Materialien erfolgt keine konsequente Trennung. Insgesamt wirkt der Umgang mit Ressourcen eher wenig nachhaltig, auch wenn vereinzelt Ansätze vorhanden sind.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war grundsätzlich sehr stark und teilweise überragend, hat jedoch seit der Übernahme durch Newcare etwas nachgelassen. Es kam zunehmend zu Spannungen und einer spürbaren Trennung zwischen Station 1 und Station 2, wodurch das Miteinander insgesamt etwas gelitten ha.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen ist insgesamt respektvoll und wertschätzend, und jeder arbeitet im Rahmen seiner Möglichkeiten. Allerdings entsteht teilweise der Eindruck, dass auf körperliche Belastungsgrenzen oder nachlassende Pflegefähigkeit nicht immer aktiv hingewiesen wird oder entsprechende Anpassungen im Arbeitsumfang nicht konsequent angestoßen werden. Menschlich bleibt der Umgang dabei jedoch durchweg positiv und kollegial.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten war gemischt. Die Heimleitung zeigte sich in ihrer Rolle präsent, teilte Mitarbeitende jedoch teilweise unterschiedlich ein, wodurch nicht alle gleichermaßen Anerkennung oder Vertrauen erhielten, trotz vergleichbarer Qualifikation und Erfahrung. Die Pflegedienstleitung trat überwiegend auf Augenhöhe und familiär auf, machte ihre Führungsrolle jedoch situativ deutlich und wirkte insgesamt zugänglicher.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt noch handhabbar und es stehen grundsätzlich ausreichend Hilfsmittel zur Verfügung. Allerdings zeigt sich deutlich, dass das Gebäude und die Ausstattung in die Jahre gekommen sind und nur wenig instand gehalten bzw. erneuert wird, was sich u. a. an defekten Bürostühlen, beschädigten Möbeln und kleineren baulichen Mängeln zeigt. Zudem ist die Materialversorgung nicht immer zuverlässig, insbesondere bei Wund- und Inkontinenzmaterial, was sich seit der Übernahme durch Newcare eher verschlechtert hat.
Kommunikation
Die Anzahl der Meetings hat im Laufe der Zeit zugenommen, wurden jedoch aufgrund von Personalmangel oder kurzfristigen Prioritätenwechseln teilweise auch wieder abgesagt, sodass die Effizienz schwankte. Insgesamt gab es sowohl einige unnötige als auch einzelne interessante Meetings, während die Teamkommunikation eher ungleichmäßig war und häufig nur in Teilgruppen statt im gesamten Team stattfand.
Gleichberechtigung
Im Bereich Gleichberechtigung besteht insgesamt Verbesserungsbedarf. Zwar ist nachvollziehbar, dass erfahrene Mitarbeitende teilweise bestimmte Aufgaben übernehmen, jedoch entsteht der Eindruck, dass einzelne Personen und Fachbereiche bevorzugt werden, während andere trotz langjähriger Erfahrung weniger berücksichtigt werden. Insbesondere werden organisatorische Tage wie PC- oder Dokumentationstage häufig immer denselben Mitarbeitenden zugeteilt. Dadurch wird die Verteilung von Verantwortung und Aufgaben nicht durchgehend als fair und ausgewogen wahrgenommen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren grundsätzlich typisch für den Altenheimbereich und haben sich inhaltlich wenig verändert. Allerdings hat der bürokratische Anteil durch mehr Dokumentation am PC deutlich zugenommen, während die direkte Zeit mit den Bewohnern eher in den Hintergrund geraten ist. Seit der Übernahme durch Newcare wurde diese Entwicklung insgesamt eher als Verschlechterung wahrgenommen.


