Früher Mensch im Fokus, heute nur noch Durchsatz
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben ist der starke Zusammenhalt unter den Kolleg:innen, der es ermöglicht, Belastungen und Engpässe gemeinsam aufzufangen. Für Mitarbeitende mit Kindern bestehen Möglichkeiten zur flexiblen Anpassung der Schichten. Zudem kann bei Bedarf ein Dienstwagen genutzt werden, beispielsweise für Fahrten zu einem anderen Standort, und Mitarbeitende sowie deren Familien können in bestimmten Fällen die medizinischen Leistungen der Praxis in Anspruch nehmen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kurzfristige Schichtänderungen ohne Mitbestimmung, hohe Arbeitsverdichtung, fehlende Planbarkeit, ständige Erreichbarkeit auch außerhalb der Arbeitszeiten und teilweise ineffiziente administrative Prozesse.
Verbesserungsvorschläge
Es wäre dringend notwendig, die Personalbesetzung zu verbessern, um Engpässe und kurzfristige Krankheitsausfälle besser abzufangen. Auch die Dienstplanung sollte transparenter und langfristiger gestaltet werden, damit Mitarbeitende ihre Arbeitszeiten besser planen können und nicht kurzfristig mit Änderungen konfrontiert werden. Zudem sollten klare Regelungen zur Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeiten eingeführt werden, um die Work-Life-Balance zu schützen.
Darüber hinaus wäre eine stärkere Digitalisierung interner Prozesse sinnvoll, um Doppelarbeit und unnötige administrative Belastung zu reduzieren. Angesichts der hohen körperlichen Belastung in der Diagnostik wären ergonomische Maßnahmen, wie beispielsweise höhenverstellbare Arbeitstische, eine sinnvolle Investition, um gesundheitlichen Beschwerden vorzubeugen und die langfristige Arbeitsfähigkeit der Mitarbeitenden zu sichern.
Schließlich wäre es wünschenswert, Mitarbeitende stärker in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, insbesondere bei Veränderungen, die den Arbeitsalltag direkt betreffen, um Akzeptanz und Motivation zu fördern.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich über die Jahre stark verändert. Früher wurden Termine manchmal direkt hintereinander, manchmal mit zeitlichen Abständen zwischen den Untersuchungen geplant, wodurch genügend Puffer vorhanden war, um Verzögerungen auszugleichen und eine entspannte Arbeitsatmosphäre zu ermöglichen. Dadurch war der Arbeitsalltag weniger stressig und der Druck geringer. Heute gibt es kaum noch zeitliche Abstände zwischen den Untersuchungen, sodass jede Minute zählt. Dies führt zu erhöhtem Stress und Anspannung, besonders wenn Patient:innen etwas langsamer oder anspruchsvoller sind, wie es bei Privatpatient:innen häufig der Fall ist, da jeder mögliche Termin ausgelastet werden muss.
Kommunikation
Kommunikation erfolgt häufig kurzfristig und nicht ausreichend transparent. Besonders bei Änderungen von Dienstzeiten oder bei kurzfristigen Ausfällen von Kolleg:innen wird oft erwartet, dass Mitarbeitende flexibel reagieren, ohne vorher informiert zu werden oder ein Mitspracherecht zu haben. Dies führt zu Frustration und Verunsicherung.
Kollegenzusammenhalt
Trotz der Belastungen ist der Zusammenhalt unter den Kolleg:innen gut. Mitarbeitende unterstützen sich gegenseitig, insbesondere wenn kurzfristige Schichtänderungen oder zusätzliche Aufgaben übernommen werden müssen. Diese Solidarität kompensiert teilweise die organisatorischen Mängel.
Work-Life-Balance
Eine verlässliche Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit ist oft nicht gegeben. Es wird implizit oder explizit erwartet, auch außerhalb der regulären Arbeitszeit erreichbar zu sein und auf dienstliche Nachrichten zu reagieren, einschließlich an Wochenenden. Zudem kommt es häufig zu kurzfristigen Änderungen der Dienstpläne. Da überwiegend in Früh- und Spätschichten gearbeitet wird und eine Mittelschicht selten vorgesehen ist, kommt es vor, dass Mitarbeitende von einer Spätschicht direkt in eine Frühschicht wechseln müssen. Dies bewegt sich teilweise an der Grenze der gesetzlichen Ruhezeit, insbesondere wenn zusätzlich Einsätze an anderen Standorten erforderlich sind. Dadurch wird die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erheblich erschwert.
Vorgesetztenverhalten
In der Praxis wird häufig von flacher Hierarchie und Selbstorganisation gesprochen. In der Realität werden wesentliche Entscheidungen jedoch zentral vom Management getroffen, ohne dass Mitarbeitende daran beteiligt werden, insbesondere bei Entscheidungen, die den Arbeitsalltag direkt betreffen. Dies kann frustrierend sein, da die Entscheidungsprozesse wenig Transparenz bieten und Mitarbeitende keinen Einfluss auf die Umsetzung haben.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben hängen stark vom Standort ab. An einigen Standorten sind die Untersuchungen weniger interessant, an anderen etwas abwechslungsreicher. Im Durchschnitt handelt es sich jedoch um routinemäßige Untersuchungen ohne größere Abweichungen.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich wird Gleichberechtigung im Arbeitsalltag respektiert, unabhängig von Alter oder Geschlecht.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleg:innen werden respektvoll behandelt und erfahren Wertschätzung für ihre Erfahrung und ihr Fachwissen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind durch hohe Arbeitsdichte, körperliche Belastung und zeitlichen Druck anspruchsvoll. Kurzfristige Krankmeldungen oder Ausfälle führen häufig zu zusätzlicher Arbeitsbelastung für andere Mitarbeitende.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird viel Papier verwendet, da viele Informationen für jeden Patient:innen mehrfach ausgedruckt werden. Digitale Prozesse könnten die Arbeit erleichtern und die Umweltbelastung reduzieren.
Gehalt/Benefits
Das Grundgehalt liegt über dem Branchendurchschnitt, zusätzliche Boni, Prämien oder Weihnachtsgeld werden jedoch nicht angeboten. Gespräche über Gehaltserhöhungen gestalten sich schwierig, und Anpassungen fallen in der Regel nur gering aus.
Image
Die Praxis legt großen Wert auf ihr Image und investiert in Design und Patientenkomfort. Patient:innen können sich im Wartebereich mit Getränken und kleinen Snacks versorgen. Vor der Untersuchung gibt es ein Gespräch zum Ablauf, danach erhalten sie in einem gepflegten Umkleideraum passende Kleidung.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sind begrenzt und oft abhängig von Position und Dauer der Anstellung.