Projekt 1und1 als Call-Center-Agent: Schreckliche Erfahrung, nie wieder!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Unkomplizierte Aufnahme in den Job und eine gute Schulung zur Vorbereitung. Danach ist man zwar auf sich selbst gestellt, aber sie ist trotzdem gut. der Trainer ist auch kompetent.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Provisionsmodell hat mich eher demotiviert als mich zu motivieren. Oben genannt habe ich bereits die Führungskräfte, den Umgang mit Mitarbeitern und die Kommunikationsschwäche im Unternehmen. Respektlosigkeit wird hier großgeschrieben.
Verbesserungsvorschläge
Vielleicht die Teamleiter besser ausbilden und nicht die Tagesquote von 5 Mitarbeitern abhängig machen. Wenn man die Mitarbeiter besser behandelt, bleiben sie auch länger. Entfernt ausserdem die öffentlichen Quoten und die Rankings, diese geben wenn es für Mitarbeiter nicht gut läuft einen Grund mehr frustriert zu sein.
Arbeitsatmosphäre
es gibt ganz viele junge Leute, welche eigentlich alle gechillt sind. Das Problem ist, dass die Teamleiter bzw. der Projektleiter alle in ihrem Wolf of Wall Street Film sind. Sehr viel Druck auf ihre Mitarbeiter, so dass in 3 Monaten Arbeit bei ihnen 3 Generationen an Trainingsgruppen für call center agents alle ausnahmslos gekündigt haben.
Kommunikation
Besonders als ich angefangen habe, haben sie mich ohne Vorgespräch, Info oder Sonstiges für einen Fehler abgemahnt. Der Fehler ist mir an meinem dritten Tag passiert, an dem ich angeblich noch betreut werden hätte müssen. Auch Schichtplanerstellung, Mail-Empfang und AU/Krankmeldungen sind !konstant! problematisch gewesen. Diskussionen am Telefon sowie Anrufe, während man krank ist, ob man die AU nicht unterbricht. Grenzt an Belästigung.
Kollegenzusammenhalt
Brauche ich nicht viel zu sagen, jeder ist auf sich gestellt. der zweite Stern ist, weil Kollegen manchmal Schichten tauschen.
Work-Life-Balance
Außer wenn du AU bist, wirst du nach der Schicht eigentlich in Ruhe gelassen.
Vorgesetztenverhalten
Diese Kategorie ist die mit Abstand schlechteste. Es ist unzumutbar, mit solchen Vorgesetzten zu arbeiten. 20-jährige Teamleiter mit gerade einmal fünf Monaten Berufserfahrung laufen rot an vor Wut, wortwörtlich: Sie werden rot im Gesicht , wenn sie konstruktives Feedback geben müssen. Das liegt daran, dass sie weder Erfahrung in der Teamleitung haben noch anständig geschult wurden. Solche Positionen sollten nicht einfach an Personen vergeben werden, die dafür offensichtlich noch nicht vorbereitet sind. Zwischendurch kommen neue Teamleiter aus anderen Standorten, angeblich „um die Quote zu verbessern“, doch stattdessen streiten sie sich mit ihren Mitarbeitern bzw. Teams. Die Teamleiter kleben förmlich an jedem Mitarbeiter, laufen brüllend über die Fläche, sodass sogar Telefonate beeinträchtigt werden, und sind überhaupt nicht kritikfähig. Dazu kommt, dass einige Führungskräfte mit manchen Mitarbeitern unglaublich respektlos umgehen. Klar gibt es auch gute Teamleiter, die sich die erste Führungsposition nicht direkt zu Kopf steigen lassen. Die Erfahrung im Allgemeinen war jedoch so schrecklich, dass es am illegalen angrenzt.
Interessante Aufgaben
jeden tag das selbe, manchmal nette gespräche mit Kunden sonst alles sehr einfältig
Gleichberechtigung
es werden alle gleich schlecht behandelt
Umgang mit älteren Kollegen
ist ganz okay aber nicht immer respektvoll
Arbeitsbedingungen
Sehr alte Rechner und ziemlich langsame Anwendungen, mit denen gearbeitet werden muss. Es handelt sich um ein Großraumbüro, und wie bereits erwähnt, brüllen die Teamleiter/Projektleiter regelmäßig über die gesamte Fläche. Die Belichtung ist in Ordnung, und anfangs gab es auch einen Trinkwasserspender. Dieser wurde nach einer Weile entfernt und tauchte danach nur noch unregelmäßig für einzelne Tage wieder auf.
Es gibt eine Küche, die an Feiertagen allerdings nicht problemlos genutzt werden kann, da sie aus irgendeinem Grund alarmgesichert ist. Die Kopfhörer sind in Ordnung, wenn auch etwas unbequem, ansonsten aber nicht weiter zu bemängeln. Zusätzlich gibt es einen Heißgetränke- sowie einen Snackautomaten, die preislich ebenfalls okay sind.
Leider ist das Büro insgesamt fast immer sehr laut, was sich auch störend auf die Telefonate mit Kunden auswirkt. Positiv hervorzuheben ist immerhin, dass Stühle und Tische neuwertig waren.
Gehalt/Benefits
Mindestlohn plus Provisionen. Aufgrund des Provisionsmodells müssen keine Zuschläge (Feiertags und Sonntagszuschläge bspw) an die Mitarbeiter gezahlt werden. Das wäre noch in Ordnung, wenn es nicht Dutzende von Kategorien gäbe, die berücksichtigt werden müssen, und für jede Kleinigkeit teils erhebliche Abzüge gemacht würden. Am Ende bleibt man teilweise nur noch bei 40 % der eigentlichen Provision.
Image
Ich persönlich habe mit niemandem reden können, der positives Feedback für dieses Unternehmen hatte. zumindest nicht bei dem Projekt 1und1.
Karriere/Weiterbildung
Man kann Teamleiter werden, wenn man eine gute Quote hat. Das wars aber auch.