Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv fand ich, dass man grundsätzlich die Möglichkeit bekommt, praktische Erfahrungen zu sammeln und verschiedene Aufgaben kennenzulernen. Einige Kollegen waren trotz der genannten Kritikpunkte hilfsbereit und menschlich in Ordnung.
Ansonsten fällt es mir nach meiner persönlichen Erfahrung schwer, weitere positive Punkte hervorzuheben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders unverständlich ist für mich, dass gleichzeitig der Eindruck entsteht, dass Geld und Anerkennung teilweise eher bei bestimmten Mitarbeitern landen, obwohl diese bei den Kollegen nicht unbedingt besonders angesehen sind. Während diejenigen, die tagtäglich ihre Arbeit machen und den Betrieb am Laufen halten, meiner Wahrnehmung nach teilweise deutlich zu kurz kommen.
Dazu kommen mangelnde Wertschätzung, eine teilweise schlechte Stimmung untereinander, wenig nachvollziehbare Entscheidungen und eine Personalplanung, bei der neue Mitarbeiter teilweise Aufgaben übernehmen müssen, für die sie weder ausreichend eingearbeitet noch eigentlich vorgesehen sind.
Unterm Strich entsteht für mich der Eindruck, dass an den falschen Stellen gespart und an den falschen Stellen investiert wird. Gerade beim Thema Gehalt sollte sich der Arbeitgeber einmal ernsthaft fragen, ob diejenigen, die jeden Tag Leistung bringen, dafür auch entsprechend bezahlt und wertgeschätzt werden.
Verbesserungsvorschläge
Mitarbeiterführung verbessern: Teilweise hatte ich den Eindruck, dass manche Kollegen vergessen, dass sie Mitarbeiter und nicht die Geschäftsführung sind. Hier wäre eine klare Führung und einheitliche Kommunikation dringend notwendig.
* Absprachen einhalten: Wenn etwas zugesagt wird, sollte man sich auch daran halten. Vertrauen entsteht nicht durch Versprechen, sondern dadurch, dass diese auch umgesetzt werden.
* Für vernünftige Vertretungen sorgen: Es sollte nicht selbstverständlich sein, dass ein neuer Mitarbeiter plötzlich die Aufgaben einer Vollzeitkraft übernehmen und deren Ausfall auffangen muss. Dafür braucht es eine vernünftige Personalplanung.
Die Löhne endlich realistisch anpassen. Bei der Vergütung wird offensichtlich an der falschen Stelle gespart. Wer gute Leistung und Einsatz erwartet, sollte auch bereit sein, dafür entsprechend zu bezahlen.
Karrierechancen
Karrierechancen sehe ich hier praktisch keine. Gerade als Neuankömmling hatte ich nicht das Gefühl, dass es eine klare Perspektive für die eigene berufliche Entwicklung gibt. Weiterbildung, Aufstiegsmöglichkeiten oder eine erkennbare Entwicklung nach dieser Zeit wurden aus meiner Sicht kaum vermittelt.
Wer sich beruflich weiterentwickeln und langfristig bessere Perspektiven haben möchte, sollte sich meiner Erfahrung nach genau überlegen, ob dieses Unternehmen dafür der richtige Ort ist
Arbeitszeiten
Die Gleitzeit ist ein klarer Pluspunkt. Dadurch hat man bei den Arbeitszeiten eine gewisse Flexibilität und kann den Arbeitstag etwas besser an die eigenen Bedürfnisse anpassen. An den Arbeitszeiten selbst hatte ich grundsätzlich wenig auszusetzen.
Ausbildungsvergütung
Besonders fragwürdig fand ich die Betreuung der Auszubildenden. Es kam vor, dass Auszubildende damit beschäftigt waren, anderen Lehrlingen Dinge zu erklären und sie anzulernen. Aus meiner Sicht kann es nicht die Aufgabe eines Lehrlings sein, die Ausbildung eines anderen Lehrlings zu übernehmen.
Dafür gibt es schließlich Ausbilder. Gerade als Auszubildender ist man selbst noch dabei, den Beruf zu lernen und sollte entsprechend angeleitet und unterstützt werden. Wenn stattdessen Azubis untereinander die Rolle des Ausbilders übernehmen müssen, sagt das meiner Meinung nach einiges über die tatsächliche Ausbildungsorganisation aus
Die Ausbilder
Leider kann ich die Ausbilder hier nicht positiv bewerten. Mein Eindruck während der Ausbildung war, dass man sich vieles selbst aneignen musste. Eine vernünftige Einarbeitung oder regelmäßige Anleitung hat mir weitgehend gefehlt. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass erwartet wird, dass man die Aufgaben einfach irgendwie selbst herausfindet, anstatt dass einem etwas vernünftig erklärt und gezeigt wird.
Gerade in einer Ausbildung sollte es aus meiner Sicht selbstverständlich sein, dass Auszubildende angeleitet, unterstützt und bei Fragen ernst genommen werden. Genau das hat mir leider gefehlt.
Respekt
Respekt und ein vernünftiger Umgang miteinander scheinen hier leider eher optional zu sein\. Hinter dem Rücken wird viel geredet und gelästert, während nach außen gerne auf ein gutes Miteinander gemacht wird\. Untereinander herrscht meiner Erfahrung nach teilweise so viel Unruhe und gegenseitige Abneigung, dass man sich schon fragt, warum überhaupt noch jemand miteinander arbeitet\.
Gerade als jüngerer Mitarbeiter bzw\. „Neuer“ bekommt man schnell zu spüren, dass langjährige Mitarbeiter ihre Position gerne nutzen, um auf Jüngere/Neue herabzuschauen\. Statt jemanden anzuleiten, zu fördern und vernünftig aufzunehmen, wird teilweise eher vermittelt, dass man froh sein soll, überhaupt dort sein zu dürfen\.
Für mich war die Arbeit dadurch leider eine Erfahrung, aus der ich vor allem gelernt habe, **wie ein Betrieb meiner Meinung nach nicht funktionieren sollte**\.