Vertrauen ersetzt durch Kontrolle – rechtlich und menschlich fragwürdiger Umgang nach Führungswechsel
Gut am Arbeitgeber finde ich
Bis zum Führungskräftewechsel entsprach die Unternehmenskultur weitgehend dem, was nach außen kommuniziert wurde: Offenheit, Vertrauen und eine gewisse Flexibilität waren spürbar. Danach veränderte sich Alles zum Negativen.
Es fällt mir schwer, etwas uneingeschränkt Positives zu benennen, da grundlegende Themen wie Vertrauen, Transparenz und Fairness stark gefehlt haben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Nach dem Führungswechsel hat sich die Unternehmenskultur radikal verschlechtert. Vertrauen wurde durch Kontrolle ersetzt, Feedback durch Schweigen, Zusammenarbeit durch Machtspiele.
Mitarbeitende, die krank werden oder hinterfragen, erleben eine deutliche Verschlechterung im Umgang – inklusive verzögerter oder gekürzter Gehaltszahlungen.
Gesetzlich vorgeschriebene Anpassungen bei gesundheitlichen Einschränkungen werden bewusst ignoriert. Datenschutz wird nicht ernst genommen – selbst während Krankschreibung wird dienstlich geschrieben.
Wer Transparenz, Struktur oder Fairness einfordert, wird isoliert oder subtil unter Druck gesetzt.
Viele Prozesse sind chaotisch, Tools unbrauchbar – trotzdem wird maximale Leistung verlangt.
Statt Wertschätzung dominiert Misstrauen, und wer nicht „funktioniert“, wird ausgebremst oder zum Gehen gedrängt.
Verbesserungsvorschläge
Weniger Kontrolle, mehr Vertrauen – wer gute Arbeit leisten soll, braucht Luft zum Atmen.
Mitarbeitende sind keine Gegner. Wer krank ist, sollte nicht auch noch kämpfen müssen, um Gehalt zu bekommen.
Datenschutz ist kein optionales Extra.
Anpassungen sind gesetzlich vorgeschrieben – kein Goodwill.
Tools, Struktur, Prozesse: Erst Grundlagen schaffen, dann Leistung fordern.
Wer Menschen psychisch überfordert, darf sich nicht wundern, wenn sie gehen – oder krank werden.
Arbeitsatmosphäre
Nach außen modern, nach innen kontrollierend. Es herrscht ein Klima des Misstrauens. Wer eigene Gedanken oder Missstände äußert, wird als unbequem gesehen – selbst dann, wenn diese konstruktiv geäußert werden. Eine gesunde Fehlerkultur oder psychologische Sicherheit? Fehlanzeige.
Image
Nach außen wirkt alles modern, dynamisch und offen. Wer hinter die Kulissen schaut, erlebt das Gegenteil: Kontrolle, Druck, mangelnde Fürsorge. Die Diskrepanz zwischen Schein und Sein ist erschreckend.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance nur, wenn man sich unterordnet und keine Fragen stellt. Flexible Modelle sind auf dem Papier möglich, werden aber willkürlich entzogen oder gar nicht erst genehmigt – auch nicht bei ärztlich empfohlener Notwendigkeit.
Karriere/Weiterbildung
Keine Perspektiven. Entwicklung findet nicht statt – es sei denn, man passt sich widerspruchslos an. Weiterbildung ist theoretisch möglich, praktisch jedoch selten unterstützt.
Gehalt/Benefits
Wer kündigt oder länger krank ist, bekommt sein Geld oft erst nach mehrfacher Nachfrage. Gehälter werden gekürzt, verspätet oder gar nicht gezahlt – trotz gültiger Krankschreibungen. Eine transparente Kommunikation oder verlässliche Abrechnung gibt es nicht. Und das bei ohnehin unterdurchschnittlicher Vergütung.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Keine aktive Kommunikation oder Maßnahmen sichtbar. Sozialverhalten gegenüber Mitarbeitenden lässt starke Zweifel am Werteverständnis aufkommen.
Kollegenzusammenhalt
Viele gute Menschen arbeiten (oder arbeiteten) dort. Der Zusammenhalt unter Kolleg:innen war häufig das Einzige, was noch getragen hat – leider gehen viele zeitnah wieder. Die Fluktuation spricht für sich.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleg:innen sind im Unternehmen vertreten und werden oberflächlich wertgeschätzt. Dennoch ist spürbar, dass ihre Erfahrung nicht ernsthaft genutzt wird. Teilweise werden sie als „überholt“ betrachtet und erhalten deutlich geringere Wertschätzung – auch finanziell.
Vorgesetztenverhalten
(neue) Führung bedeutet hier: Kontrolle, Machtdemonstration und Grenzüberschreitungen. Es fehlt an Empathie, Reflexion und rechtlichem Bewusstsein. Menschen werden klein gehalten statt gefördert.
Arbeitsbedingungen
Technik und Büroausstattung veraltet, Prozesse instabil, Tools funktionieren nicht zuverlässig. Gleichzeitig wird höchste Leistung erwartet. Ohne klare KPIs, ohne verlässliche Infrastruktur.
Kommunikation
Es gibt keine transparente Kommunikation. Informationen werden zurückgehalten, Entscheidungen werden über die Köpfe der Mitarbeitenden hinweg getroffen. Kritik wird oft ignoriert oder mit Misstrauen beantwortet.
Gleichberechtigung
Es gibt eine klare Vorstellung davon, wie jemand „funktionieren“ soll. Wer davon abweicht, erlebt keine Offenheit, sondern Abwehr. Gleichberechtigung endet dort, wo echte Anpassung nötig wäre.
Interessante Aufgaben
Das Aufgabenfeld wäre vielfältig, wenn man mitgestalten dürfte. Eigeninitiative wird aber oft ausgebremst, Verbesserungsvorschläge bleiben folgenlos.