Viel Einsatz, wenig Anerkennung, schwaches Management, starke Belastung - Verbesserungsbedarf groß
Arbeitsatmosphäre
Das Team unter den Kolleg:innen hat sich im Laufe der Zeit verbessert, allerdings gab es immer wieder Probleme mit hinterhältigem Verhalten einzelner Kolleginnen, die vom Management lange ignoriert wurden. Der Zusammenhalt ist heute besser, was die Arbeitsatmosphäre angenehmer macht.
Kommunikation
Es gibt einen grundsätzlich geregelten Ablauf, allerdings fehlt ein klares Konzept bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen. Unterschiedliche Anweisungen von verschiedenen Personen führen zu Verwirrung und erschweren die Arbeit. Die Kommunikation ist nicht immer zuverlässig, was sich z. B. in vergessenen Terminen oder fehlender Urlaubsplanung zeigt.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist eher schlecht, da nach einem Arbeitstag meist wenig Energie für Privatleben bleibt. Private Termine müssen aufgrund von häufigem Einspringen oft abgesagt werden.
Vorgesetztenverhalten
Die Führungskräfte sind familiär im Umgang, was aber oft in Unprofessionalität umschlägt. Launisches Verhalten und emotionale Ausbrüche prägen den Alltag, wodurch man sich manchmal ausgeschlossen oder ignoriert fühlt. Kritik wird offen und zum Teil unangenehm geäußert, während Lob selten vorkommt.
Interessante Aufgaben
Anfangs sind die Aufgaben durch das Neue noch spannend, doch mit der Zeit werden sie leider sehr eintönig und monoton. Die fehlende Abwechslung macht es schwer, motiviert zu bleiben.
Gleichberechtigung
Da das Team ausschließlich aus Frauen besteht, ist eine direkte Geschlechterdifferenzierung nicht relevant. Grundsätzlich erhalten Mitarbeitende, die länger im Betrieb sind und zuverlässig arbeiten, mehr Verantwortung, etwa bei Kassen- oder Warenaufgaben. Die Bezahlung richtet sich eher nach der Anstellungsart als nach persönlichen Merkmalen. Ich fühle mich persönlich nicht wegen meines Geschlechts benachteiligt, sondern aufgrund anderer Faktoren. Flexible Arbeitszeiten gibt es nicht, jedoch wurde einer Mitarbeiterin mit Teilzeitwunsch, beispielsweise aufgrund von Elternzeit, eine Anpassung ermöglicht.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Wertschätzung gegenüber älteren Kolleg:innen lässt leider zu wünschen übrig. Besonders eine langjährige Mitarbeiterin mit körperlichen Einschränkungen muss oft um freie Tage kämpfen, obwohl sie das meiner Meinung nach nicht sollte. Wenn sie krank war, wurde eher mit Unverständnis reagiert, anstatt sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Außerdem wird sie von der Führung nicht ausreichend unterstützt, und ihre Ideen werden kaum ernst genommen. Die Chefs behandeln sie nicht immer angemessen, was ich sehr schade finde.
Arbeitsbedingungen
Die Sauberkeit am Arbeitsplatz wird vom Team selbst geregelt, sodass sie stark davon abhängt, wie viel Wert einzelne darauf legen. Die Ausstattung der Arbeitsplätze wirkt insgesamt eher altmodisch. Ergonomisch ist der Arbeitsplatz nicht ideal: Sitzen ist während der Arbeit nicht erlaubt, und die Sitzgelegenheiten im Pausenraum sind nicht sehr bequem. Die Beleuchtung im Laden ist gut, allerdings schwankt die Temperatur stark – im Sommer war es oft sehr heiß, im Winter sehr kalt. Die allgemeine Atmosphäre im Laden ist ansprechend gestaltet, während das Lager je nach Filiale entweder groß und übersichtlich oder eher eng und chaotisch ist.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Unternehmen gibt es zwar grundlegende Maßnahmen wie Mülltrennung und das Energiesparen durch das Ausschalten von Licht, jedoch mangelt es oft an Umsetzung und Aufmerksamkeit seitens einiger Mitarbeitenden. Der Laden bietet teilweise Kleidung aus recycelten Materialien an, was positiv ist. Sozial wird wenig unternommen: Es gibt eine jährliche Weihnachtsfeier und gelegentliche Aktivitäten, die allerdings nicht für alle Mitarbeitenden offen sind, was als unfair empfunden wird. Unterstützung bei persönlichen oder gesundheitlichen Problemen ist kaum vorhanden. Besonders bei Krankmeldungen zeigen die Chefs wenig Verständnis, wie bei einer langjährigen, erkrankten Kollegin zu beobachten war.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfinde ich als zu niedrig, vor allem im Hinblick auf die vielseitigen und anstrengenden Aufgaben. Zudem wird das Gehalt nicht immer pünktlich zum Monatsanfang gezahlt. Als Sozialleistung gibt es Mitarbeiterrabatte, jedoch keine weiteren Extras wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Die Gehaltsstruktur ist nicht transparent, und regelmäßige Gespräche zum Thema Gehalt oder Sozialleistungen finden nicht statt.
Image
Der Arbeitgeber hat von außen einen eher schlechten Ruf, was sich auch unter den Mitarbeitenden widerspiegelt – viele denken daran zu kündigen. Stolz auf die Arbeit im Einzelhandel empfinden nur wenige, was das allgemeine Arbeitsklima beeinflusst. Bei Kund:innen ist das Team oft für seine Mühe gelobt, wird aber auch als teilweise zu aufdringlich wahrgenommen. Insgesamt wirkt sich das Image eher demotivierend auf meinen Arbeitsalltag aus, auch wenn dies nicht der alleinige Grund für meine Demotivation ist.