Otto war früher ein toller Arbeitgeber
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kollegenzusammenhalt
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Einstellungsstopp, Sparprogramm inkl. Stellenabbau (vor allem in der IT), vermehrte Irritationen über die Kommunikation des oberen Managements, eingeschränkte Karrieremöglichkeiten und Weiterbildung durch das Sparprogramm, störende Arbeitsbedingungen in Großraumbüros mit vielen Videokonferenzen sowie Unsicherheit über die künftige Ausrichtung. Und zu guter Letzt: Einstellung des kompletten Betriebssports.
Verbesserungsvorschläge
Vertrauen der Mitarbeiter ins obere Management wiederherstellen. Sich mehr auf den Markt und Innovationen als auf die nächste interne Transformation konzentrieren
Arbeitsatmosphäre
Früher herrschte eine tolle, fast familiäre Atmosphäre. Ich hatte das Gefühl, dass wir gemeinsam etwas bewegen wollten und auch die Geschäftsführung ging mit gutem Beispiel voran.
In der IT hat sich die Stimmung jedoch spürbar verschlechtert: Einstellungsstopp und das angekündigte Sparprogramm, mit dem etliche Mio. € an IT-Personalkosten-Kosten eingespart werden sollen, sorgen für erhebliche Verunsicherung. Viele Kolleginnen und Kollegen schauen sich aktiv nach neuen Möglichkeiten um, einige haben bereits gekündigt.
Gleichzeitig steht der IT-Bereich unter hohem Druck, die Ablösung von Altsystemen fristgerecht fertigzustellen. Ich frage mich zunehmend, ob es nicht besser wäre, selbst nach einer neuen Perspektive zu suchen, denn selbst wenn man von möglichen Entlassungen verschont bleibt: Was für eine Arbeitsatmosphäre bleibt dann noch für die, die bleiben?
Image
Otto genießt das Image eines netten Familienunternehmens, viele verbinden es noch mit dem klassischen Otto-Katalog. Das Marketing arbeitet jedoch daran, ein moderneres Branding zu etablieren. Ich hoffe, dass dieser Wandel gelingt.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist im Allgemeinen gut. In intensiven Projektphasen wird zwar oft die Extrameile gegangen, doch es gab bislang immer wieder ruhigere Zeiten, in denen Überstunden abgebaut werden konnten.
Karriere/Weiterbildung
Größere Beförderungen sind derzeit auf Eis gelegt, da zunächst abgewartet wird, wie sich das Sparprogramm entwickelt. Auch das Angebot an Schulungen ist stark eingeschränkt. Statt kostenintensiver Weiterbildungen setzt man verstärkt auf interne Formate wie Mitarbeiter-Vorträge oder Mentoring-Programme, also Maßnahmen, die kaum zusätzliche Kosten verursachen. Konferenzteilnahmen werden nur noch in Ausnahmefällen genehmigt, vor allem dann, wenn es um die Außendarstellung von Otto geht und weniger um die persönliche Weiterentwicklung. Gerade in der IT ist diese Situation schwierig.
Gehalt/Benefits
Die Bezahlung ist nicht überragend, aber fair. Mit Blick auf das kommende Sparprogramm bleibt abzuwarten, wie sich dies künftig entwickelt. Die Coronaprämien lagen im Vergleich zu anderen eher im unteren Bereich, insgesamt ist das Gehaltsniveau in der IT jedoch solide.
Karrieremöglichkeiten sind derzeit stark eingeschränkt, da im Zuge des Sparprogramms viele Entwicklungen gestoppt wurden. Es finden nur noch kleinere Versetzungen statt, größere Veränderungen bleiben aus. Momentan heißt es abwarten, ob es zu einer Restrukturierung kommt und falls ja, welche Positionen anschließend überhaupt noch bestehen.
Der Betriebssport wurde vor kurzem komplett eingestellt. Dies erfolgte per Mitteilung im Intranet. Auch dies sorgte für große Irritation, zumal nicht alle Spartenleiter im Vorwege informiert wurde.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umwelt- und Sozialverhalten ist insgesamt sehr gut – wenngleich man den grundsätzlichen Kontext des Versandhandels dabei zunächst außen vor lassen muss. Otto legt traditionell großen Wert auf nachhaltiges Handeln. So wird beispielsweise intensiv an neuen, umweltfreundlichen Versandlösungen geforscht, etwa aus umweltfreundlichen Versandtaschen.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist großartig und vermutlich einer der Hauptgründe, warum viele bisher geblieben sind. Bei vermehrten Kündigungen könnte er jedoch leider ins Wanken geraten
Umgang mit älteren Kollegen
Viele Kollegen sind über 20 Jahre da. Diese werden soweit ich das mitbekommen habe gut integriert bzw. als Experten geschätzt. Langjährige Mitarbeiter sind zum Beispiel wertvolle Wissensträger, da sie die alten Systeme und Prozesse kennen
Vorgesetztenverhalten
Die direkten Vorgesetzten im mittleren Management versuchen meist ihr bestes, die Entscheidungen aus der Unternehmensspitze zu kommunizieren und einzuordnen, können selbst aber oft nur mit dem Kopf schütteln.
Es fällt auf, dass es auf der unteren Ebene der IT zunehmend Irritationen über die Informationspolitik des oberen Managements gibt, etwas, das ich in der Vergangenheit nicht so massiv wahrgenommen habe. Früher hatten wir meistens das Gefühl, dass transparent und offen kommuniziert wurde.
Viele Beschäftigte fragen sich, welche Agenda tatsächlich verfolgt wird und wohin die Reise gehen soll
Arbeitsbedingungen
Für manche ist die Arbeit am Campus vorteilhaft, da sich viele Dinge schnell klären lassen. Für Teams jedoch, deren Entwickler überwiegend in Spanien oder Indien arbeiten, sind die Großraumbüros eine erhebliche Belastung. Da insbesondere beim Pair Programming nahezu durchgehend Videokonferenzen stattfinden und es nicht genügend kleine Besprechungsräume zum Ausweichen gibt, werden viele dieser Gespräche auf der offenen Fläche geführt – was wiederum für Kolleginnen und Kollegen, die gerade nicht in einer Videokonferenz sind, sehr störend ist
Kommunikation
Das Vertrauen in die Geschäftsführung ist seit Ende letzten Jahres spürbar erschüttert. Über Jahre wurde das Leitbild propagiert, dass Otto Remote-Arbeit aktiv fördert und dann kam völlig unerwartet die abrupte Kehrtwende hin zu 50% Campus-Anwesenheit. Persönlich habe ich kein Problem mit mehr Präsenz vor Ort, doch die Art und Weise der Ankündigung war ein kommunikatives Desaster und hat das Vertrauen in die Management-Aussagen nachhaltig irritiert.
Ähnlich verhält es sich mit dem angekündigten Sparprogramm: Trotz der Präsentation solider Geschäftszahlen werden massive Einsparungen angekündigt. Das wirft Fragen auf. Warum drehen wir uns erneut ein Jahr lang vor allem um interne Transformationen, statt uns klar am Markt zu positionieren, so wie die großen Wettbewerber, die aktuell in den Markt drängen oder bereits etabliert sind? Momentan habe ich nicht den Eindruck, dass wir echte Schritte nach vorne machen, sondern uns vor allem (wieder) mit uns selbst beschäftigen.
Gleichberechtigung
Ich habe in den Jahren keine Probleme mitbekommen
Interessante Aufgaben
Viele komplexe Prozesse führen zu einer interessanten Architekturlandschaft


