Führungskräfte ohne Führungsqualitäten
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen war größtenteils angenehm und respektvoll. Positiv sind auch die vorhandene Gleitzeitregelung, die Möglichkeit für Homeoffice und der Zugang zu einer Weiterbildungsplattform.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Führungsverhalten ist wenig transparent und wirkt distanziert und kontrollierend. Die Arbeitsbedingungen sind im Großraumbüro herausfordernd, und das Gehalt sowie die Benefits sind ausbaufähig.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Transparenz und Gleichbehandlung bei Themen wie Homeoffice und Kommunikation wären wünschenswert. Zudem sollten Vorgesetzte präsenter, ansprechbarer und wertschätzender agieren. Eine echte Feedback- und Weiterbildungskultur sowie bessere Arbeitsbedingungen im Büro (z.B. mehr Rückzugsorte für Meetings oder Telefonate, Klimatisierung) würden die Zufriedenheit deutlich erhöhen.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre im Unternehmen habe ich als eher unentspannt empfunden. Zwar wird nach außen hin von flachen Hierarchien gesprochen, in der täglichen Zusammenarbeit war davon jedoch wenig zu spüren. Statt Vertrauen dominierte oft ein Gefühl von Kontrolle. Lob oder Anerkennung durch die Geschäftsführung waren selten bis gar nicht vorhanden, was sich negativ auf die Motivation auswirkte.
Work-Life-Balance
Positiv hervorzuheben sind die vorhandenen Gleitzeitregelungen, sowie die grundsätzlich gegebene Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Beides trägt auf jeden Fall zur Flexibilität bei. Allerdings wird die Homeoffice-Regelung je nach Team oder Person unterschiedlich gehandhabt, was teilweise als ungerecht empfunden wird. Während einige Mitarbeitende nur zwei Tage von zu Hause arbeiten dürfen, erhalten andere die Erlaubnis für bis zu vier Tage - ohne dass die Gründe dafür immer nachvollziehbar kommuniziert werden.
Karriere/Weiterbildung
In den Benefits wird mit Weiterbildungsmöglichkeiten geworben, tatsächlich war das Angebot während meiner Zeit im Unternehmen jedoch eher begrenzt. Zur Verfügung stand hauptsächlich eine Lernplattform, auf der man sich eigenständig weiterbilden konnte. Teilweise wurden auch YouTube-Videos als Schulungsmaterial genutzt. Zur Zeit der OMR-Messe bestand zudem die Möglichkeit, sich für Online-Vorträge anzumelden, sofern man von OMR einen Platz für den Vortrag erhielt. Das hat aber bei den meisten Vorträgen, für die man sein Interesse eingetragen hat, funktioniert. Eine strukturierte Förderung oder ein klar erkennbares Weiterbildungskonzept habe ich nicht erlebt.
Gehalt/Benefits
Beim Gehalt ist definitiv Luft nach oben. Zwar wird eine betriebliche Altersvorsorge angeboten, darüber hinaus waren jedoch kaum nennenswerte Benefits vorhanden. Es gab weder eine Unterstützung für Pendler noch andere Zusatzleistungen, die über das Minimum hinausgingen. Das Gehalt wurde zwar grundsätzlich zum Monatsende ausgezahlt, allerdings schwankte der genaue Zeitpunkt - teilweise kam es recht knapp.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleg:innen war insgesamt gut. Besonders die teamübergreifende Zusammenarbeit funktionierte meist reibungslos und fand auf Augenhöhe statt. Kritik konnte offen und sachlich geäußert werden, und der Austausch war in der Regel freundlich und respektvoll. Natürlich hängt das Miteinander immer auch von den jeweiligen Persönlichkeiten ab - mit manchen Kolleg:innen lief es besser, mit anderen etwas schwieriger -, aber insgesamt habe ich das Arbeitsklima untereinander als positiv erlebt.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Geschäftsführung empfand ich insgesamt als enttäuschend. Einer der beiden Geschäftsführer war zwar häufig anwesend, aber kaum ansprechbar oder erreichbar, da er scheinbar von Termin zu Termin eilte. Der andere war selten präsent und wirkte auf mich wenig kritikfähig oder wertschätzend im Umgang mit Mitarbeitenden. Entscheidungen und Aktivitäten der Führungsebene waren kaum nachvollziehbar. Insgesamt fehlten Transparenz, Einfühlungsvermögen und echtes Interesse am Team. Statt Vertrauen war häufig Kontrolle spürbar.
Arbeitsbedingungen
Das Büro ist modern und dies wird auch aktiv als Pluspunkt beworben, allerdings handelt es sich um ein Großraumbüro mit nur minimaler akustischer Trennung zwischen den Arbeitsinseln. Die Geräuschkulisse war entsprechend hoch, was konzentriertes Arbeiten oft erschwerte. Es gibt lediglich zwei kleine Glasräume und einen größeren Meetingraum. Von den zwei kleinen Räumen war mindestens einer regelmäßig von der Geschäftsführung belegt - bei Anwesenheit beider Chefs waren oft zwei Räume blockiert. Das erschwerte spontane Besprechungen zusätzlich. Zwar werden Mitarbeitenden AiPods zur Verfügung gestellt, sofern sie keine eigenen haben, um die Lärmbelastung auszugleichen - das ist hilfreich, löst das Grundproblem aber nicht vollständig. Positiv ist, dass MacBooks gestellt wurden. Allerdings handelte es sich nicht um neue, sondern generalüberholte Geräte, die von der IT vorkonfiguriert wurden. Ein weiterer Nachteil: Es gibt keine Klimaanlage. An heißen Tagen stehen lediglich einfache Ventilatoren zur Verfügung, was das Arbeiten im Sommer deutlich erschwerte.
Kommunikation
Es fanden zwar regelmäßig Meetings zwischen Geschäftsführung und Teamleitung statt, jedoch wurden wichtige Inhalte daraus kaum an die Mitarbeitenden weitergegeben. Dadurch entstand häufig das Gefühl, außen vor gelassen zu werden und nicht wirklich am Unternehmensgeschehen teilzuhaben. Die Kommunikation erfolgte in der Regel nur über die jeweilige Teamleitung - ein direkter Austausch mit der Geschäftsführung fand so gut wie nie statt.
Interessante Aufgaben
Einige Aufgabenbereiche waren durchaus interessant, und ich konnte aus verschiedenen Bereichen neue Erfahrungen mitnehmen. Allerdings habe ich auch regelmäßig Tätigkeiten übernommen, die eigentlich nicht zu meinem Berufsbild gehören - oft, weil es dafür im Unternehmen keine klar zugeordnete Position gab. Auf Dauer fehlte mir dadurch sowohl die fachliche Tiefe als auch die Abwechslung. Insgesamt empfand ich die Arbeit eher als wenig erfüllend und habe den Spaß an den Aufgaben mit der Zeit verloren.