Schade!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt im Team einige wirklich sympathische und unterstützende Kolleg:innen, mit denen die Zusammenarbeit auf persönlicher Ebene angenehm war. In der Vergangenheit wurde zudem großer Wert auf eine faire Bezahlung gelegt, was ich als positiven Grundgedanken in Erinnerung habe.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus meiner Erfahrung fehlt es an echter Wertschätzung und Vertrauen gegenüber den Mitarbeitenden, verbunden mit einem spürbaren Kontrollbedürfnis einzelner Führungskräfte. Trotz mehrfach geäußerten Wunsches gibt es weiterhin keine Zeiterfassung, was in Kombination mit teils sehr langen Arbeitstagen zu einer schlechten Work-Life-Balance führt. Kommunikation und Feedback aus der operativen Ebene finden meinem Eindruck nach kaum Gehör, und das Betriebsklima hat sich seit dem letzten Personalabbau nachhaltig verschlechtert. Auch beim Thema Wertschätzung habe ich deutliche Lücken erlebt.
Verbesserungsvorschläge
Eine elektronische Zeiterfassung sollte trotz der bisherigen Ablehnung endlich eingeführt werden – der Wunsch danach besteht seit Jahren und würde sowohl Überstunden sichtbar machen als auch fair ausgleichen helfen. Führungskräfte sollten stärker im Umgang mit Mitarbeitenden geschult und deren Feedback-Kultur sowie Kommunikationsstil regelmäßig überprüft werden, statt Kritik von unten grundsätzlich abzuwehren. Entscheidungen aus dem mittleren Management sollten ernster genommen und stärker in übergeordnete Entscheidungen einbezogen werden. Beförderungen und Karriereentwicklung sollten anhand transparenter, nachvollziehbarer Kriterien erfolgen statt nach persönlicher Sympathie. Grundlegende Arbeitsbedingungen wie eine funktionierende Heizung und ein angemessenes Getränkeangebot sollten selbstverständlich sein. Auch der Umgang miteinander im Team sollte aktiv gefördert werden, anstatt ein Klima aus Konkurrenz und gegenseitigem Ausspielen zuzulassen.
Arbeitsatmosphäre
Die allgemeine Stimmung im Unternehmen wird meiner Erfahrung nach maßgeblich vom Auftreten einzelner Führungskräfte geprägt. In vielen Situationen empfand ich den Umgangston als von oben herab, verbunden mit einer spürbaren Distanz zwischen Führungsebene und Mitarbeitenden. Kritik oder Anmerkungen aus dem Team wurden aus meiner Wahrnehmung nicht selten mit einer gewissen Herablassung quittiert, als seien die eigenen Ideen grundsätzlich über jeden Zweifel erhaben.
Seit dem letzten Personalabbau hat sich das Klima im Unternehmen aus meiner Sicht spürbar und nachhaltig verändert. Was vorher an Vertrauen und Leichtigkeit da war, ist seitdem nie wieder zurückgekehrt. Stattdessen ist ein spürbarer Druck auf Zahlen und Kennzahlen hinzugekommen, der sich auf den Arbeitsalltag vieler Teams ausgewirkt hat. Gleichzeitig ist die interne Organisation in Teilen weiterhin unstrukturiert – Prozesse, Zuständigkeiten und Abläufe wirken zum Teil auch nach längerer Zeit noch nicht ausgereift.
Besonders aufgefallen ist mir, dass Anliegen und Einschätzungen aus dem mittleren Management in Entscheidungen kaum einzufließen scheinen – hier entsteht der Eindruck, dass Entscheidungen bereits getroffen sind
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Das Unternehmen ist am Markt bzw. in der breiteren Öffentlichkeit nach meiner Einschätzung bislang nur wenig bekannt.
Work-Life-Balance
Trotz mehrfach und über einen längeren Zeitraum von der Belegschaft geäußertem Wunsch wurde bis heute keine Zeiterfassung eingeführt. Das führt aus meiner Sicht dazu, dass Mehrarbeit weder systematisch sichtbar noch ausgeglichen wird.
Ich selbst hatte wiederholt Arbeitstage von bis zu 13 Stunden, während die eigene Führungskraft an denselben Tagen pünktlich Feierabend gemacht hat. Diese Diskrepanz zwischen dem, was von Mitarbeitenden erwartet wird, und dem eigenen Verhalten der Führungsebene ist mir mehrfach aufgefallen.
Der häufig gehörte Verweis darauf, dass man ein Startup sei und solche Dinge dort eben vorkämen, überzeugt mich nach so vielen Jahren am Markt nicht mehr. Aus meiner Sicht handelt es sich nicht um Kinderkrankheiten eines jungen Unternehmens, sondern um strukturelle Probleme, die über Jahre hinweg nicht gelöst wurden – während die Belastung davon bei den Mitarbeitenden auf operativer Ebene hängen bleibt.
Karriere/Weiterbildung
Meiner Erfahrung nach hängt die eigene Weiterentwicklung im Unternehmen stark davon ab, ob man bei bestimmten Personen persönlich gut angeschrieben ist – weniger von objektiven Kriterien wie Leistung, Kompetenz oder einem nachvollziehbaren Entwicklungsplan. Wer aus welchen Gründen auch immer nicht in diesem Kreis ist, hat aus meiner Beobachtung deutlich schlechtere Chancen auf Weiterentwicklung, unabhängig von der tatsächlichen Leistung.
Gehalt/Benefits
In der Vergangenheit wurde nach meiner Wahrnehmung sehr großer Wert darauf gelegt, dass die Bezahlung im Unternehmen fair und transparent gestaltet ist. Dieser Anspruch ist aus meiner Erfahrung im Laufe der Zeit zunehmend in den Hintergrund gerückt und wird mittlerweile nicht mehr in gleichem Maße gelebt wie früher.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Der Umgang mit Mitarbeitenden, den ich in den anderen Kategorien beschrieben habe, lässt aus meiner Sicht insgesamt nur wenig soziales Bewusstsein im Unternehmen erkennen. In Bezug auf Umweltthemen sind mir während meiner Zeit dort keinerlei konkrete Initiativen oder Maßnahmen bekannt geworden.
Kollegenzusammenhalt
Hier möchte ich differenzieren, weil ich hier durchaus gemischte Erfahrungen gemacht habe. Es gibt im Unternehmen einige wirklich sympathische und unterstützende Kolleg:innen, mit denen die Zusammenarbeit angenehm und vertrauensvoll war, und die auch in schwierigen Phasen zueinander gestanden haben.
Gleichzeitig habe ich wiederholt erlebt, dass ein Teil der Belegschaft sehr stark auf den eigenen Vorteil bedacht ist – teilweise auf eine Weise, die anderen Kolleg:innen geschadet hat, etwa indem Verantwortung für eigene Fehler anderen zugeschoben oder Kolleg:innen gegenüber Vorgesetzten in ein schlechtes Licht gerückt wurden. Mein Eindruck war zudem, dass ein solches Verhalten von Seiten der Führung nicht unterbunden, sondern eher stillschweigend geduldet oder sogar begünstigt wurde, weil es zu einem Klima aus Konkurrenz statt Zusammenarbeit passte.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleg:innen sind im Unternehmen nach meiner Wahrnehmung kaum vertreten. Über die Gründe dafür kann ich keine gesicherte Aussage treffen, aber die geringe Präsenz dieser Altersgruppe im Team ist mir während meiner gesamten Zeit dort aufgefallen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten mancher Führungskräfte, das ich hier erlebt habe, würde ich als das mit Abstand negativste einordnen, das mir bislang in meinem Berufsleben begegnet ist. Ich möchte hier bewusst nicht ins Detail gehen, um keine Einzelpersonen erkennbar zu machen, aber ich kann sagen: Aus meiner Wahrnehmung wird der eigene Titel häufig sehr stark zur Abgrenzung und zur Kontrolle der Mitarbeitenden eingesetzt.
Es entstand bei mir wiederholt der Eindruck, als würde den Mitarbeitenden grundsätzlich kein Vertrauensvorschuss gegeben – stattdessen engmaschige Kontrolle statt Vertrauen in die eigene Arbeit. In mehreren Fällen, die ich mitbekommen habe, wurde mit Kolleg:innen so umgegangen, dass diese das Unternehmen letztlich aus eigenem Antrieb verlassen haben – für mich ein Muster, das sich über die Zeit wiederholt hat.
Arbeitsbedingungen
Neben der bereits erwähnten fehlenden Zeiterfassung und dem hohen Arbeitsdruck kamen im Büroalltag weitere Punkte hinzu: Zeitweise funktionierte die Heizung nicht, was gerade in den kälteren Monaten spürbar unangenehm war. Auch das Angebot an Getränken im Büro wurde im Laufe der Zeit merklich reduziert.
Der quartalsweise stattfindende Company-Brunch ist grundsätzlich eine nette Idee, leider wirkte er sehr lustlos, findet aber faktisch innerhalb der regulären Arbeitszeit statt – ohne dass wirklich Zeit eingeplant wird, um daran in Ruhe teilzunehmen. Auch hier hatte ich nicht den Eindruck, dass auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden Rücksicht genommen wurde. Für weitere Details verweise ich auf die übrigen Kategorien dieser Bewertung, da sich viele Punkte gegenseitig bedingen.
Kommunikation
Aus meiner Erfahrung findet Kommunikation im Unternehmen oft nur in eine Richtung statt. Die Personen, die die täglichen Prozesse tatsächlich umsetzen und dadurch am besten wissen, wo es hakt, werden nach meinem Eindruck bei Entscheidungen kaum einbezogen. Feedback aus der operativen Ebene verläuft häufig im Sand, ohne dass sichtbar wird, was daraus gemacht wurde.
Ein Erlebnis ist mir besonders in Erinnerung geblieben: In einem 1:1-Gespräch wollte ich mehr Eigenverantwortung für einen Bereich übernehmen – interessanterweise etwas, das laut den offiziell kommunizierten Unternehmenswerten sogar ausdrücklich gewünscht ist. Die Reaktion darauf empfand ich als völlig unangemessen und im Ton deutlich über das hinausgehend, was ich in einem professionellen Rahmen erwarten würde. Bezeichnend fand ich, dass sich die Führungskraft im Nachgang von sich aus für den Tonfall in diesem Gespräch entschuldigt hat – was für mich zeigt, dass selbst der eigenen Führungskraft im Nachhinein bewusst war, dass die Reaktion über das Ziel hinausgeschossen ist.
Gleichberechtigung
Aus meiner Beobachtung wurden mehrere Personen im Unternehmen ähnlich benachteiligt behandelt, ohne dass dies offen adressiert oder aufgearbeitet wurde. Zudem habe ich Beförderungsentscheidungen erlebt, bei denen ein vorher kommunizierter Karriereplan bzw. klare, nachvollziehbare Kriterien aus meiner Sicht keine erkennbare Rolle gespielt haben – stattdessen wirkten die Entscheidungen eher situativ oder von persönlichen Sympathien geprägt.
