Deutliche Verbesserungspotenziale bei Führung, Kommunikation und Unternehmenskultur
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war für mich wenig wertschätzend. Lob oder positives Feedback wurden kaum ausgesprochen, selbst bei engagierter Arbeit oder zusätzlichen Aufgaben. Stattdessen fehlte es häufig an einer offenen Feedbackkultur, sodass man nur selten eine Rückmeldung zur eigenen Leistung erhielt.
Hinzu kam, dass regelmäßig erhebliche Überstunden anfielen. Ich hatte den Eindruck, dass dieses zusätzliche Engagement als selbstverständlich angesehen wurde und nur selten Anerkennung fand. Eine offenere Wertschätzung für den geleisteten Einsatz hätte ich mir daher gewünscht.
Kommunikation
Die Kommunikation war für mich einer der größten Schwachpunkte! Häufig fehlte es an Transparenz und Informationen darüber, wie es im Unternehmen oder in einzelnen Bereichen weitergeht. Gerade bei einer (leider) hohen Fluktuation hätte ich mir mehr Orientierung und einen offeneren Austausch gewünscht.
Bereits beim Einstieg ins Unternehmen wurde dies deutlich: Ein strukturiertes Onboarding war NICHT vorhanden. Neue Mitarbeitende wurden nicht ausreichend abgeholt oder begleitet, sondern mussten sich viele Abläufe, Prozesse und Erwartungen eigenständig erschließen. Auch mit zunehmender Zeit entstand der Eindruck, dass Wissen und Sicherheit einfach vorausgesetzt werden, anstatt aktiv weitergegeben zu werden.
Abgesehen von den kurzen Informationen zu Ein- und Austritten fehlte es aus meiner Sicht an einer echten Kommunikation über Entwicklungen, Veränderungen oder wichtige Entscheidungen. Dadurch entstand immer wieder das Gefühl, auf sich allein gestellt zu sein und wichtige Informationen nur über Umwege oder durch Eigeninitiative zu erhalten.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt innerhalb der eigenen Abteilung war mit einzelnen Kolleginnen und Kollegen durchaus vorhanden. Gleichzeitig wurde dieser durch die dauerhaft hohe Arbeitsbelastung stark eingeschränkt. Viele Mitarbeitende bzw. die meisten waren so stark ausgelastet, dass häufig Hemmungen entstanden, Fragen zu stellen oder Unterstützung einzufordern, da man niemanden zusätzlich belasten wollte.
Aus meiner Sicht wurde die hohe Arbeitslast jedoch zu lange als Normalzustand akzeptiert, ohne ausreichend Maßnahmen zur Verbesserung einzuleiten. Dadurch entstand außerdem das Gefühl, dass Mitarbeitende mit ihren Herausforderungen allein gelassen wurden!
Work-Life-Balance
Eine Work-Life-Balance war aus meiner Sicht kaum vorhanden. Überstunden gehörten zum Arbeitsalltag und wurden als selbstverständlich vorausgesetzt, ohne dass dies ausreichend hinterfragt oder ausgeglichen wurde. Besonders kritisch sehe ich, dass es keine transparente Arbeitszeiterfassung oder ein Stundenkonto gab, wodurch geleistete Mehrarbeit weder nachvollziehbar dokumentiert noch angemessen berücksichtigt wurde. Die hohe Arbeitsbelastung wurde aus meiner Sicht vielmehr als Normalzustand akzeptiert, anstatt nachhaltige Lösungen für die Mitarbeitenden zu schaffen.
Der einzige positive Punkt in diesem Bereich war die hohe Flexibilität durch die Möglichkeit, regelmäßig im Homeoffice zu arbeiten. Gleichzeitig hatte ich jedoch häufig den Eindruck, dass Pausenzeiten und klare Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit kaum berücksichtigt wurden. Die Erwartung an Erreichbarkeit war aus meiner Sicht sehr hoch, sodass das Gefühl entstand, auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten dauerhaft verfügbar sein zu müssen.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten war für mich einer der größten Kritikpunkte. Eine wertschätzende Führungskultur und ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe waren aus meiner Sicht nicht ausreichend vorhanden. Bei menschlichen Fehlern hatte man eher Angst vor der Reaktion der Vorgesetzten, anstatt Fehler offen ansprechen und gemeinsam lösen zu können.
Besonders kritisch empfand ich, dass Mitarbeitende in einzelnen Situationen stark kritisiert oder bloßgestellt wurden. Ein solches Verhalten wurde im Unternehmen teilweise mit Aussagen wie „sie ist halt so“ hingenommen, anstatt es zu hinterfragen oder anzusprechen. Gerade von Führungskräften – insbesondere auf Geschäftsführungsebene – erwarte ich einen professionellen, respektvollen und konstruktiven Umgang mit Mitarbeitenden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich waren grundsätzlich interessant, wenn man sich für Immobilien- und Finanzthemen interessiert. Da man für eigene Kundinnen und Kunden verantwortlich war, hatte man (in der Theorie) inhaltlich einen gewissen Gestaltungsspielraum und konnte Themen teilweise eigenständig entwickeln.
Das große Problem war jedoch die dauerhaft hohe Arbeitsbelastung, wie bereits mehrfach erwähnt. Kreativität und neue Ideen wurden erwartet, gleichzeitig fehlte im Arbeitsalltag häufig die notwendige Zeit, um diese wirklich auszuarbeiten und umzusetzen. Dadurch entstand ein Widerspruch zwischen dem Anspruch, kreative Lösungen zu entwickeln, und den tatsächlichen Rahmenbedingungen, die dies oft erschwerten.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren grundsätzlich in Ordnung. Das Büro liegt zentral in der Stadt und ist gut erreichbar. Die Räumlichkeiten selbst sind zwar eher spärlich eingerichtet, bieten aber alles, was für die tägliche Arbeit benötigt wird.
An dieser Stelle ist vielleicht erwähnenswert, dass es kaum zusätzliche Benefits für Mitarbeitende gab. Gerade vor dem Hintergrund des zentralen Standorts hätte ich beispielsweise einen Zuschuss zum ÖPNV-Ticket oder vergleichbare Mobilitätsangebote als sinnvoll empfunden. Auch weitere Benefits, die mittlerweile in vielen Unternehmen üblich sind und zur Mitarbeiterbindung beitragen, wurden nicht angeboten.
Image
Das Image habe ich während meiner Zeit bei PB3C sehr differenziert wahrgenommen. Vereinzelt scheint PB3C bei bestimmten Kunden auch einen guten Ruf zu genießen.
Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass dieses Außenbild nicht vollständig mit der internen Realität übereinstimmt. Sowohl innerhalb des Unternehmens als auch durch Gespräche außerhalb habe ich nur selten positive Rückmeldungen wahrgenommen. Teilweise entstand bei mir der Eindruck, dass der Fokus sehr stark darauf liegt, bestehende Kunden und Verträge um nahezu jeden Preis zu halten, auch wenn dies bedeutet, Leistungen sehr knapp zu kalkulieren oder hohe Zugeständnisse zu machen.
„Mehr Schein als Sein“: eine Außendarstellung nach außen, die nicht in allen Bereichen mit den tatsächlichen Arbeitsbedingungen und der internen Realität übereinstimmt!
Karriere/Weiterbildung
Im Bereich Karriere und Weiterbildung sehe ich einen deutlichen Verbesserungsbedarf. Die Entwicklungsmöglichkeiten waren aus meiner Sicht sehr begrenzt und nicht vergleichbar mit dem, was ich aus anderen Unternehmen kenne. Zwar fanden in unregelmäßigen Abständen sogenannte „Lunch & Learns“ oder ähnliche Weiterbildungsformate statt, diese waren jedoch überwiegend online und hatten für mich nur einen begrenzten nachhaltigen Mehrwert.
Gerade für Young Talents hätte ich mir eine gezieltere Förderung gewünscht, beispielsweise durch feste Mentoren, regelmäßige Entwicklungsgespräche oder individuell zugeschnittene Weiterbildungsmaßnahmen. Auch der Besuch von relevanten Branchenveranstaltungen wie beispielsweise der OMR oder ähnlichen Events hätte aus meiner Sicht einen deutlich größeren Mehrwert geboten, um neuen Input zu sammeln und sich fachlich weiterzuentwickeln.
!!! Weiterbildung benötigt Zeit und Raum, beides war im Arbeitsalltag aus meiner Sicht nicht vorhanden!