Ein Unternehmen, in dem ein schlechter Umgang zur Norm wird
Verbesserungsvorschläge
Konsequente Personalentscheidungen treffen: Fehlverhalten von Führungskräften nicht ignorieren, sondern sanktionieren – auch auf mittlerer und oberster Ebene. Klare Eskalations- und Beschwerdewege schaffen, die unabhängig von den bestehenden Hierarchien sind, damit Mitarbeitende Missstände sicher und anonym melden können. Aktiv Schutz für Mitarbeiter:innen bieten und die Speak-up Culture glaubwürdig umsetzen, indem Feedback systematisch ausgewertet und transparent kommuniziert wird, welche Maßnahmen ergriffen wurden. Kulturwandel aktiv begleiten, z. B. durch externe Coaches oder Moderatoren, die Führungskräfte und Teams unterstützen.
Arbeitsatmosphäre
In diesem Unternehmen wird respektloses und teils aggressives Verhalten von Führungskräften – sowohl im Top-Management als auch im Mittelmanagement – von der Geschäftsführung geduldet oder bewusst ignoriert. In Meetings kommt es regelmäßig zu lautem Anschreien, persönlichen Beleidigungen und emotionalen Ausbrüchen, wodurch eine sachliche Kommunikation kaum noch möglich ist. Dieses Verhalten ist seit Jahren bekannt, wird jedoch nicht unterbunden – es hat sich vielmehr zu einer Art „Normalzustand“ entwickelt.
Vorgesetztenverhalten
Auf den unteren Ebenen führt das beschriebene Fehlverhalten zu einer spürbaren Kultur der Angst. Viele Mitarbeitende vermeiden es, ihre Meinung zu äußern, Missstände anzusprechen oder Kolleg:innen beizustehen – aus Sorge vor persönlichen Nachteilen. Besonders widersprüchlich ist das vor dem Hintergrund, dass das Unternehmen offiziell eine „Speak-up Culture“ als Teil seiner Unternehmenswerte kommuniziert. In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Mitarbeitende, die den Mut aufbringen, Kritik zu äußern, werden häufig vertröstet oder von den eigentlich zuständigen Stellen nicht ernst genommen.
Engagierte und qualifizierte Mitarbeitende werden zudem gezielt ausgebremst – etwa durch Ausschluss aus Meetings oder das bewusste Zurückhalten von Informationen. Verantwortlich dafür sind häufig dieselben Mittelmanager, die auch durch problematisches Verhalten auffallen. Umso bemerkenswerter ist es, dass genau diese Personen weiterhin in ihren Positionen verbleiben – obwohl ihr Verhalten dem Unternehmen langfristig schadet.