Gut am Arbeitgeber finde ich
Die tollen Kollegen und die vielen Shootings die man selbstständig durchführen kann. Selbstständiges arbeiten.
"Mach mal"
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Update 2025:
Ich möchte auf den Kommentar des Geschäftsführers eingehen:
„Durch das Urteil des OLG Hamburg (Beschluss vom 8.2.2024 – 324 O 559/23) muss Kununu den Klarnamen und die E-Mail-Adresse des Bewerbers veröffentlichen, wenn Bewertungen online stehen bleiben. Wir wenden uns nun direkt an den Bewerber und gehen hier nicht weiter auf die Vorwürfe ein.“ – CH
Es ist schade, dass auf solche Aussagen zurückgegriffen wird. Leserinnen und Leser sowie Bewertende sollten sich ihr eigenes Bild machen. Eine transparente und konstruktive Auseinandersetzung mit Kritik ist essenziell, um die Qualität der Ausbildung in Unternehmen zu verbessern. Stattdessen kann man unter anderne Bewertungen lesen wie mit rechtlichen Folgen gedroht wird. Ich frage mich, welchen Zweck eine Bewertungsplattform erfüllt, wenn konstruktive Kritik nicht erwünscht ist. Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung berichten und stehe zu den Erlebnissen, die ich in diesem Betrieb hatte.
Eine Ausbildung sollte darauf ausgerichtet sein Auszubildende zu fördern und ihnen das notwendige Wissen sowie die praktischen Fähigkeiten zu vermitteln. Dies trägt langfristig zur Sicherung der beruflichen Zukunft vieler junger Menschen und damit zur wirtschaftlichen Stabilität des Landes bei. Ich bin mir sicher das weiß die Leitung auch. Leider konnte ich persönlich während meiner Ausbildung nichts davon erleben. Ich empfand die Zeit bei PicturePeople als stressig und unangenehm. Zudem hat all das Erwähnte mir meinen Werdegang unnötig erschwert.
- Mangelnde Kommunikation, trotz Nutzung von Microsoft Teams
- Schlechte Orga
- Hoher Druck
- Keine Ausbildungsstruktur, trotz vorhandenem Rahmenplan
- Lohn steht in keinem Verhältnis zur erbrachten Leistung und dem Arbeitsaufwand
- Spontane Schichtplanänderungen ohne Absprache
- Kosten für Ausbildungsmaterial und Prüfungsabgaben wurden infrage gestellt oder abgelehnt
Aktualisierung:
Ich möchte einige Punkte nachträglich ergänzen, da ich das Vorgehen hier als äußerst fragwürdig empfinde.
Zunächst wurde meine Bewertung gemeldet, mit der Begründung, sie enthalte angeblich Falschaussagen. Infolgedessen wurde sie temporär deaktiviert, bis ich Passagen ändere, lösche oder Nachweise erbringe. Letztendlich konnte ich Kununu gegenüber alle Aussagen durch Nachweise belegen. Diese wurden geprüft und akzeptiert, weshalb meine Bewertung in unveränderter Form wieder online ging.
Zusätzlich äußerte sich der Geschäftsführer unter meiner Bewertung und schrieb, dass, wenn die beiden Workshops nicht ausgereicht hätten (an denen ich übrigens nicht teilnehmen durfte oder konnte), man daran nichts ändern könne. Diese Aussage vermittelt mir den Eindruck, dass die geschilderten Probleme nicht ernst genommen werden. Natürlich reichen zwei Workshops in drei Jahren Ausbildung nicht aus. Ist es wirklich die Haltung der Geschäftsführung, dass zwei sporadische Workshops – von denen einer nicht allen Azubis offenstand – für drei Jahre Ausbildung ausreichend sind? Wozu bietet man dann einen Ausbildungsplatz an?
Es bestätigt nur meinen Eindruck über den Umgang mit berechtigter Kritik.
Zitat des Geschäftsführers: „Wenn das nicht reicht, kann ich ehrlich gesagt auch nicht helfen.“
Wo soll das bitte ausreichen? Ihr stellt Azubis ein, kümmert euch also auch um diese. Ehrlich gesagt vermittelt mir diese Aussage nicht das Gefühl, dass überhaupt der Wille besteht, zu helfen.
Zitat des Geschäftsführers: „Im Gegenteil, wir wollen nur Leute ausbilden, die richtig Bock drauf haben.“
Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun? Ausbildunsgvertrag ist Ausbildunsgvertrag. Da haben sich beide Parteien dran zu halten.
Ich hatte Bock. Sehr viel sogar. Und das habe ich auch bewiesen. Während meiner Ausbildung habe ich an Wettbewerben teilgenommen und sogar einen davon gewonnen. Trotz erheblicher Schwierigkeiten habe ich meine Ausbildung durchgezogen und abgeschlossen.
Mit Bescheidenheit möchte ich anmerken, dass meine Gesellenstücke zu den beiden am besten bewerteten der Abschlussprüfung gehörten. Zeigt das wirklich fehlenden Einsatz oder mangelnde Motivation?
Weißt du, worauf ich keinen Bock hatte? Stillzustehen und keine Entwicklungsmöglichkeiten zu haben. Es erforderte harte Arbeit und Eigeninitiative, um mir wichtige Fertigkeiten selbst beizubringen. Der Firmenname prangte übrigens für ein halbes Jahr auf den ausgestellten Siegerbildern. Aber anscheinend bildet das Unternehmen nur Leute aus, die „Bock haben“. Alles klar.
Ich hätte nicht solche Maßnahmen ergriffen, wenn mir die Ausbildung egal gewesen wäre.
„Geben und Nehmen“
Es gab nicht ohne Grund ein Schlichtungsgespräch bei der Handwerkskammer. Ich habe weit mehr gegeben, als ich laut Ausbildungsvertrag musste.
Bekommen habe ich Desinteresse, Azubi-Mindestlohn, all das, was ich bereits in meiner Bewertung beschrieben habe und jetzt noch als Kommentar anscheinend eine Drohung meinen Klarnamen herauszufinden und sich an mich zu Wenden.
Verbesserungsvorschläge
Was soll ich noch sagen, was nicht schon unzählige Male hier erwähnt wurde? Ich komme mir fast blöd vor, Dinge zu wiederholen, die die Verantwortlichen scheinbar ohnehin nicht interessieren. Ich habe alles sorgfältig protokolliert und ein Schlichtungsgespräch bei der Handwerkskammer geführt. So musste ich zum Beispiel nicht mehr fehlendes Personal in anderen Filialen ausgleichen, aber ansonsten hat sich kaum etwas geändert. Stattdessen wurden einfach andere Azubis geschickt. Das fühlte sich an wie Fahrradfahren und sich selbst einen Stock in die Speichen stecken.
Am Ende habe ich einen Anwalt hinzugezogen. Erst dann wurde ich endlich ernst genommen. Kurz darauf konnte ich mit Unterstützung der Innung und der HWK nach zweieinhalb Lehrjahren und langer Suche erfolgreich den Betrieb wechseln.
An meinem letzten Arbeitstag, kurz bevor meine fristlose Kündigung postalisch beim Unternehmen ankam, war ich mit einer anderen Azubine allein im Betrieb. Dabei wurde im Schlichtungsgespräch ausdrücklich klargestellt, dass so etwas nicht zulässig ist. Erst nachdem ich die HWK informiert hatte, wurde uns jemand geschickt. Selbst nach solchen Maßnahmen wird weiterhin die alte Leier gespielt.
Bietet euren Azubis regelmäßige Trainings und lasst sie nicht nur arbeiten, sondern auch lernen. Gebt ihnen ausreichend Zeit für ihre Prüfungen. Ein Betrieb sollte auch ohne Azubis funktionieren. Das sind eigentlich Selbstverständlichkeiten, die bei mir leider nicht gegeben waren.
Der Titel „Bester Ausbildungsbetrieb“ mag vielleicht einmal gerechtfertigt gewesen sein, aber mit meinen Erfahrungen kann ich mir nicht vorstellen, dass er heute noch zutrifft. Die Geschäftsleitung weiß ganz genau, was sie tut, und was nicht. Eine einzige Fahrt nach Berlin mit einem kurzen Workshop ersetzt keine regelmäßigen Schulungen oder sinnvolle Lehrmaßnahmen. Auch hilfreiche Ressourcen für praktische Abgaben und Schularbeiten sind essenziell.
Ständig musste ich schauen, wann ich meine Abgaben, die wie eine Klausur benotet wurden, erledigen kann, da ich durchgehend gearbeitet habe. An freien Tagen blieb nur die Hoffnung auf gutes Wetter für praktische Abgaben für die Berufsschule. Mehr Unterstützung und Rücksicht darauf, dass Azubis auch Verpflichtungen in der Berufsschule haben, hätte ich mir sehr gewünscht. Doch stattdessen wurde ich immer wieder mit Aussagen wie „Du wirst im Betrieb gebraucht“ oder „Das musst du in deiner Freizeit machen“ konfrontiert. Natürlich gibt es keine Verpflichtung, Azubis für solche Aufgaben freizustellen. Doch es sollte zumindest nicht das Gefühl vermittelt werden, dass Azubis nur zum Arbeiten da sind und nicht zum Lernen. Da stellt sich die Frage, warum unter diesen Bedingungen überhaupt Auszubildende eingestellt werden. Nach meiner Erfahrung stand meine Ausbildung nicht im Fokus.
Für die Zwischenprüfung stellte der Betrieb das notwendige Equipment, was eine Selbstverständlichkeit ist. Am Prüfungstag musste ich jedoch feststellen, dass Teile davon defekt waren. Für die Prüfung sollte ein Produkt fotografiert werden, doch ohne funktionierendes Standlicht fällt man durch. Auch hier wäre es notwendig gewesen, im Vorfeld sicherzustellen, dass das Equipment für Prüfungen tatsächlich nutzbar ist. Statt Verantwortung zu übernehmen, wurde im Schlichtungsgespräch jedoch die Schuld auf die Azubis abgewälzt, die das Material abgeholt hatten. Dass zehn andere Azubis nichts für den Zustand der Ausrüstung konnten, wurde dabei ignoriert. Es machte den Eindruck, als wolle sich der Betrieb der eigenen Verantwortung entziehen.
Im Sommer 2022 durften ausgewählte Azubis und Mitarbeitende mit guten Verkaufsleistungen für einige Tage mit dem Betrieb nach Mallorca reisen. Die positiven Bewertungen aus dieser Zeit auf Kununu spiegeln dieses Event wider. Es wurde also viel Geld in Flüge, Hotelaufenthalte und Verpflegung investiert. Doch ich hatte nicht das Gefühl, dass ein vergleichbares Budget dafür verwendet wurde, Azubis durch regelmäßige Workshops weiterzubilden und ihnen eine solide berufliche Zukunft zu ermöglichen. In der Stellenausschreibung für meine Ausbildung wurden Workshops explizit erwähnt. In all den Jahren hatte ich jedoch keinen einzigen. Warum wird dieses Budget nicht in die vielen Azubis investiert, die im Betrieb ausgebildet werden? Ein einziger Workshop in Berlin innerhalb von drei Jahren reicht einfach nicht aus, um eine fundierte Ausbildung zu gewährleisten.
Abschließend hätte ich mir gewünscht, dass spätestens nachdem ich die Handwerkskammer und später einen Anwalt hinzugezogen habe Vorgesetzte oder die Geschäftsführung das Gespräch gesucht hätten. Insbesondere bei der Geschichte die ich dann vor der HWK geschildert habe. Ich hatte gehofft das der Kopf eher nicht weiß was der Hintern macht aber das nie jemand danach auf mich zugekommen ist, hat mir das Gefühl gegeben das es keinen interessiert. „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ – dieses Argument mag früher gängig gewesen sein, aber wir leben nicht mehr in den 70ern.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre im Unternehmen empfand ich als zunehmend bedrückend, beeinflusst durch meine eigene Unzufriedenheit sowie die Unzufriedenheit, die mir von anderen Kollegen vermittelt wurde. Hoher Druck und zahlreiche organisatorische Probleme führten zu einem schlechten Arbeitsklima. Häufig wurde Unmut über fragwürdige Entscheidungen und Maßnahmen der Bereichsleitung geäußert oder darüber, dass Kunden eigenständig Termine im Kalender buchten, obwohl nicht genügend Personal zur Verfügung stand oder die Slots bereits belegt waren.
Ein weiterer belastender Faktor war der anhaltende Personalmangel, der auch von Auszubildenden ausgeglichen werden musste, sowie die hohe Fluktuation. Während meiner Ausbildung war ich an der Einarbeitung neuer Mitarbeiter beteiligt, die Quereinsteiger ohne Ausbildung als Berufsfotografen waren. In solchen Situationen musste ich als Auszubildender häufig Fehler korrigieren und Verantwortung übernehmen, besonders, wenn weder die Studioleitung noch meine Ausbilderin anwesend waren. Insgesamt wirkte es so, als gäbe es einen deutlichen Mangel an Fachpersonal.
Karrierechancen
Ich hatte immer das Gefühl, dass langjährige Mitarbeiter, die gute Ergebnisse erzielen, nicht ausreichend wertgeschätzt werden und in ihrer Position feststecken. Das ist jedoch nur meine subjektive Wahrnehmung, die sich über die Zeit und durch meine Erfahrungen in der Firma entwickelt hat.
Als Azubi hatte ich damit natürlich keine direkte Berührung, da mein Ziel zunächst der Gesellenabschluss war. Doch welche Perspektiven gibt es danach? Der nächste Schritt wäre die Studioleitung und den Platz der Bereichsleitung anzustreben, halte ich persönlich nicht für besonders erstrebenswert. Viel weiter nach oben geht es als Fotograf ohnehin nicht, es sei denn, man wechselt in die Zentrale ins Büro.
Arbeitszeiten
Wer nach einer Work-Life-Balance sucht, wird hier keine finden. Es gibt mehrere Schichtmodelle. Die früheste Schicht geht von 9:15 - 18:15, die späteste von 11:15 - 20:15. Je nach Wohnort kann man sich leicht ausrechnen, wie viel Freizeit nach der Arbeit bleibt, in meinem Fall so gut wie keine. Samstage sind verpflichtend. Urlaub für einen einzelnen Samstag wurde stets abgelehnt. Ein freier Samstag? Gibt es nicht. Stattdessen erhält man einen Ausgleichstag unter der Woche, der jedoch kaum Erholung bietet.
Überstunden fallen regelmäßig an und auch Azubis sammeln diese. Die Zeiterfassung erfolgt über ein „Stempelsystem“ per Login. Allerdings war das System nicht auf Azubis abgestimmt. So konnte man als Auszubildender sogar Minusstunden ansammeln, obwohl dies für Azubis unzulässig ist. Bis mir das bewusst wurde, musste ich entstandene Minusstunden (früher gehen dürfen oder in seltenen Fällen Freistellung für praktische Arbeit) durch zusätzliche Mehrarbeit ausgleichen. Auch die Handwerkskammer wurde darauf aufmerksam gemacht. Eine Kompensation habe ich jedoch nie erhalten.
Ausbildungsvergütung
Man bekommt Azubimindestlohn, kein Weihnachtsgeld und keine Erfolgsprämien. Weil sich so viele darüber beschwert haben, dass man häufig aushelfen muss, gab es eine Zeitlang einen Zuschuss pro Aushelfen.
Da man als Azubi 550€ - 650€ netto verdient und mehr oder genauso viel macht wie festangestellte Vollzeitkräfte, fand ich so einen kleinen Zuschuss eher unbedeutend. Außer natürlich, man war wirklich oft aushelfen. Nur ob einem der Stress und die Gurkerei das Geld aufwiegt, ist fraglich, wenn man morgens um 6/7 Uhr am Zug steht und abends um 23/00 Uhr zuhause ist und am nächsten Tag wieder auf der Matte stehen muss. Zudem verbietet der Arbeitgeber, über das Gehalt zu sprechen. Natürlich ist das Schwachsinn. Es ist kein Kündigungsgrund, über sein Gehalt zu sprechen. Solche Aktionen vermitteln mir das Gefühl, dass eventuell nicht gleich entlohnt wird und somit ein Maulkorb verpasst werden soll. Einen Betriebsrat gibt es auch nicht.
Fahrten zur überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜBL) bei der HWK wurden übernommen sowie auch die Unterbringung im Internat. Soweit ich aber weiß, sind das Beträge, die der Betrieb übernehmen muss, da es sich dabei um Pflichtlehrgänge handelt.
Die Ausbilder
Ich hatte in meiner gesamten Zeit in der Firma drei verschiedene Ausbilder. Das reichte von nett bis totaler Powertrip. Die letzte Ausbilderin war die bemühteste und netteste. Alle waren trotzdem voll beschäftigt und hatten wegen des Drucks und Aufkommens wenig bis gar keine Zeit für mich. Zwischengespräche gab es nicht oder wurden ständig verschoben, weil die Ausbilderin z. B. abgezogen wurde. Den Großteil des ersten Lehrjahres habe ich ohne Ausbilderin verbracht, da sie monatelang nicht anwesend war.
Trotzdem kann man da Glück oder Pech haben. Ich hatte wohl Pech. Die vorgesetzte Bereichsleitung zeigte nach Ansprache kein Interesse. Ergebnis waren viele Arbeitstage allein im Betrieb, ohne Ausbilder oder Kollegen, die Fähigkeiten vermitteln konnten. Später wurde ich in eine andere Filiale verlegt, aber erst, als die damalige Filiale ohnehin geschlossen wurde.
Der zweite Stern ist meiner letzten Ausbilderin zuliebe, da sie wirklich bemüht war, noch etwas zu reißen, und dabei immer nett war.
Spaßfaktor
Sehr unterschiedlich und stark vom Kontext abhängig. Manche Shootings machen Spaß, andere eher weniger. Die Shootings bei Picture People sollen für Kunden ein Erlebnis sein.
Einige Kunden waren super nett und sympathisch, da fällt es deutlich leichter. Andere waren extrem anstrengend, und dann sinkt der Spaßfaktor natürlich. So ist das nun mal, wenn man mit Menschen arbeitet.
Die schlechte Organisation innerhalb der Bereiche, mangelnde Kommunikation durch die Bereichsleitung und spontane Dienstplanänderungen, selbst noch früh am Morgen, haben den Spaßfaktor extrem gehemmt. Wenn man morgens um 6 oder 7 Uhr feststellt, dass man als Azubi plötzlich den ganzen Tag allein im Betrieb ist und kaum etwas lernt, fehlt einem natürlich die Motivation.
Der ständige Druck, als Azubi Leistung zu bringen, anstatt den Beruf richtig zu erlernen, hat ebenfalls belastet. So wurde man regelmäßig gefragt, wo die „Zusatzbilder“ seien, die man beim Passbild immer machen solle. Am Ende gab es mahnende Gespräche, wenn die Verkaufszahlen nicht stimmten.
Aufgaben/Tätigkeiten
Als Azubi wird man bei PicturePeople wie eine vollwertige Arbeitskraft behandelt. In den ersten drei Monaten bis zum Weihnachtsgeschäft wird einem so schnell wie möglich Pass-, Bewerbungs-, Paar- und Familienshootings eingetrichtert. In Shootings wird man reingeworfen, ohne sie vorher fundiert zu üben. Den Satz „Mach einfach mal“ habe ich lieben gelernt.
Ich habe alles gemacht, was auch die Vollzeitkräfte erledigen, im gleichen Umfang, aber mit Azubi-Mindestlohn. Dazu gehörten alle Shootingkategorien, Kundenberatung, Terminerstellung, Kasse, Filiale öffnen und schließen, einfach alles. An sich nicht schlecht und durchaus positiv so viel selbst machen zu dürfen. Wenn man aber an einem Tag mehr Shootings macht als die Vollzeitkräfte und dann noch mehrfach die Filiale alleine führt, weil Personal fehlt, Kollegen krank sind oder in andere Filialen abgezogen werden, kann das schnell ausbeuterisch wirken. Als Azubi habe ich mich deshalb im Stich gelassen gefühlt.
Es kam auch häufig vor, dass ich kurzfristig in anderen Filialen und sogar in anderen Städten aushelfen musste, um Personalmangel zu überbrücken. Das wurde zur Regelmäßigkeit.
Variation
Es gibt viele verschiedene Shootings, doch manche Filialen haben durch ihre Lage eine sehr homogene Zielgruppe. In meinem letzten Studio gab es zum Beispiel überwiegend Passbild-Kunden und Familienshootings. Auch viele Rentner gehörten zu den Stammkunden. Da war die Freude natürlich groß, wenn mal ein Babybauch- oder Tiershooting dazwischenkam.
Abgesehen davon gibt es durchaus Abwechslung in der Arbeit, ob das positiv oder negativ ist, lässt sich je nach persönlicher Erfahrung diskutieren. Manche Tage waren abwechslungsreich, andere dagegen extrem eintönig. Das ständige Aushelfen in anderen Filialen sorgte für neue Kontakte und brachte etwas Abwechslung. Wenn man aber zum x-ten Mal 200 km nach Düsseldorf fährt und wieder zurück, nur um ein oder zwei Shootings zu machen und den Rest der Zeit herumzustehen, wird das Ganze eher lästig als spannend.
Respekt
Das Team innerhalb des eigenen Studios war immer großartig! Das ist für mich auch die positivste Erinnerung. Der Zusammenhalt war stark, und wenn der Druck wieder besonders hoch war, hat man das gemeinsam durchgestanden.
Was die Vorgesetzten betrifft, insbesondere die Bereichsleitung, kann ich leider nichts Positives sagen. Die Bereichsleitung zeigte keinerlei Interesse daran, wenn Azubis überfordert waren oder wieder einmal allein im Betrieb standen. Anfragen per Mail, ob jemand zur Unterstützung geschickt werden kann, wurden konsequent abgelehnt.
Das Privatleben wurde nicht respektiert. Spontane, nicht abgesprochene Schichtplanänderungen erfolgten früh morgens kurz vor der Schicht oder im Laufe des Tages, teils ohne jegliche Benachrichtigung oder nur per WhatsApp-Audio oder Anruf.
Während des Weihnachtsgeschäfts mussten sich erkrankte Mitarbeiter nicht nur bei der Studioleitung und der Bereichsleitung, sondern zusätzlich auch bei der Geschäftsführung krankmelden. Nach dem Weihnachtsgeschäft wurde diese Maßnahme wieder aufgehoben. Die Bereichsleitung nahm meine Krankmeldungen, auch wenn sie selten vorkamen, nicht mit Wohlwollen auf und ließ mich das spüren.