M2 ist weder Strategie noch Innovation
Gut am Arbeitgeber finde ich
Trotz der genannten Kritikpunkte bietet Playmobil nach wie vor einige klare Stärken als Arbeitgeber. Besonders hervorzuheben ist die starke Markenidentität und die lange Tradition des Unternehmens, die für viele Mitarbeitende eine hohe emotionale Bindung schafft.
Das Arbeitsumfeld ist häufig geprägt von kollegialem Zusammenhalt und einer insgesamt bodenständigen Unternehmenskultur. In vielen Bereichen arbeiten engagierte Teams mit hoher Identifikation für die Produkte und die Marke.
Zudem bietet das Unternehmen eine gewisse Stabilität und Sicherheit, die gerade in einem sich wandelnden Marktumfeld nicht selbstverständlich ist. Auch die Möglichkeit, an bekannten und international vertriebenen Produkten mitzuwirken, macht die Arbeit für viele attraktiv.
Nicht zuletzt gibt es – je nach Bereich – Gestaltungsspielräume und die Chance, aktiv an Veränderungen mitzuwirken, auch wenn diese aktuell nicht immer klar gesteuert erscheinen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Leider fehlt mir bei Playmobil aktuell sowohl eine klare strategische Linie als auch echte Innovationskraft.
Die neue Toddler-Linie „Playmobil Junior“ halte ich für problematisch: Im Regal verschwimmt sie optisch stark mit Lego Duplo. Zudem stellt sich die Frage, ob der Begriff „Junior“ wirklich die richtige Assoziation weckt – denkt man hier wirklich an Babies? Ein Konkurrent musste für eine ähnliche Idee bereits teuer bezahlen.
Wirkliche Innovationen sind kaum erkennbar. Formate wie Sky Trails oder Playmobil Hi! wirken eher wie verspätete Antworten auf bestehende Trends als echte Impulsgeber. Möglicherweise liegt das auch daran, dass Marktdaten nicht richtig interpretiert werden – zumindest entsteht dieser Eindruck von außen.
Auch eine konsistente Strategie ist nicht erkennbar. Seit wann gilt es eigentlich als ausreichend, organisatorisches Chaos als „Transformationsreise“ zu deklarieren? Eine klare, greifbare Transformation lässt sich bislang nur eingeschränkt feststellen.
Hinzu kommt ein erneuter Verpackungs-Relaunch, der zwar die Vielfalt im Regal weiter erhöht, aber kaum zur Klarheit beiträgt. Die neuen Subbrands wirken zudem wenig kreativ und eher beliebig.
Einige Produktentscheidungen werfen ebenfalls Fragen auf: Eine Murmelbahn, um die „In-School“-Zielgruppe zu erreichen? Lizenzprodukte wie VW und Ferrari als „Knutschkugeln“, um Kidults anzusprechen? Das wirkt nicht durchdacht, sondern eher wie ein Sammelsurium einzelner Ideen.
Auch im Marketing zeigen sich Schwächen: Im Vergleich zu Wettbewerbern wirken Playmobil-Videos oft wenig zeitgemäß – teilweise entsteht unweigerlich die Befürchtung, dass die Teletubbies ausgebrochen sind, statt moderner und zielgruppengerechter Markenkommunikation.
Abschließend ein Appell an den Beirat: Bitte setzen Sie auf eine ausgewogene Mischung aus Branchenexpertise und Erfahrung in Transformation und Neuausrichtung. Beides ist dringend notwendig, um Playmobil wieder klarer zu positionieren und zukunftsfähig zu machen.