Hochglanz ohne Substanz - eine enttäuschende Erfahrung zwischen Chaos, Büropolitik und Leistungsdruck
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gehalt
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Arbeitsatmosphäre
Arbeitsbedingungen
Kommunikation
Vorgesetztenverhalten
Gleichberechtigung
Karriere/Weiterbildung
Work-Life-Balance
Kollegenzusammenhalt
Verbesserungsvorschläge
1. Kultur an Leitsätze anpassen.
2. Transparenz schaffen.
3. People Manager angemessen auf ihre Aufgaben vorbereiten.
Arbeitsatmosphäre
Es ist bei weitem das ungesundeste Arbeitsumfeld, das ich je erlebt habe.
Es wäre eine gute Fallstudie multidimensionaler organisatorischer Dysfunktion.
Work-Life-Balance
Auf Papier: "People First". In der Realität: nur das Werk zählt, Genossen - krempelt die Ärmel hoch!
Das Problem liegt in der Erwartungshaltung in Bezug auf die Verfügbarkeit u. A. außerhalb geregelter Arbeitszeit, insofern der Vertrag sowas vorsieht. Es ist ein Pauschal-Deal, in dem keine Grenzen vorgesehen sind. Wer nicht mitmacht, kommt nach meinen Berechnungen nicht besonders weit.
Urlaub kann man aber sinnvoll einplanen.
Karriere/Weiterbildung
Insofern Aufstieg möglich war, war das Hauptkriterium dafür, dass die Vorgesetzten sich gut fühlten und dass man gute Optik machte. Fachkompetenzen schienen dabei keine große Rolle zu spielen.
Man konnte und musste sich aber immer tüchtig weiterbilden! Interne Pflichtschulungen waren Tagesordnung im Übermaß. Tatsächliche Kompetenzen konnte man natürlich immer in seiner Freizeit ausbauen.
Kollegenzusammenhalt
Alles nur schöner Schein, und es hält nicht lange.
In der Regel konnte ich mit Kollegen, die nicht zum unmittelbaren Umfeld gehören, bessere Kontakte knüpfen.
Vorgesetztenverhalten
Von meinen Vorgesetzten hatte ich den Eindruck, dass sie zu früh - d. h. teils ohne die notwendigen Basiskompetenzen - ins People Management befördert worden waren. Fachkompetenz schien überhaupt keine Rolle gespielt zu haben. Dies führte zu vielfältigen Herausforderungen in Kommunikation und Zusammenarbeit.
Unter dem zusätzlichen Einfluss von Leistungsdruck, Karrierebestreben und Büropolitik war das Ergebnis furchterregend.
Arbeitsbedingungen
Technik ist tip top, alles, was Menschen betrifft - na ja ...
Wer Bedürfnisse hat - Pech gehabt!
Kommunikation
Intransparent, top-down und emotional beladen.
Druck wurde systematisch nach unten abgeleitet, "Feedback" beschränkte sich auf "wir sind unzufrieden". Ein Fall für Gedankenleser.
Gehalt/Benefits
Zahlen gut, Benefits sind gut.
Gleichberechtigung
Willkommen im 19. Jh., liebe Zeitreisenden!
Offener Sexismus als gang und gäbe - das war für mich eine unerwartete Erfahrung.
Im Manager-Umfeld, wo ich unterwegs war, wurde das von den männlichen Führungskräften mit einer surrealen Selbstverständlichkeit vorgelebt.
Vor diesem Hintergrund wirkten die Aufklärungskampagnen auf mich wenig glaubwürdig.
Interessante Aufgaben
Zusätzliche Aufgaben auf sich nehmen wurde sehr gerne gesehen. Verwicklung in gut sichtbare Nebenprojekte war auch karrieremäßig die Voraussetzung fürs Weiterkommen.
Da die Zuständigkeiten oft nicht klar definiert waren, musste man routinemäßig ein nicht unwesentliches Ausmaß von Chaos ausbaden.
Aus meiner Sicht fehlte jedoch die Möglichkeit, das eigene Aufgabengebiet sinnvoll zu beeinflussen, denn Veränderungen waren grundsätzlich nicht erwünscht.