Verbesserungsbedarf bei Führung und Unternehmenskultur
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die interessanten und abwechslungsreichen Aufgaben sowie die Möglichkeit, in unterschiedlichen Bereichen Erfahrungen zu sammeln. Besonders positiv war ursprünglich der starke Kollegenzusammenhalt und das Engagement vieler Mitarbeiter. Auch die Qualität der Produkte und der Anspruch an gute Arbeitsprozesse sind positiv hervorzuheben. Leider wurden diese Stärken im Laufe der Zeit zunehmend durch die Entwicklung der internen Arbeitskultur überschattet.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der fehlende respektvolle und wertschätzende Umgang der Geschäftsführung mit den Mitarbeitern. Hoher Einsatz und gute Leistungen wurden kaum anerkannt, während Kritik und Fehlersuche den Arbeitsalltag prägten. Abweichende Meinungen waren wenig willkommen und Entscheidungen häufig unbeständig und schwer nachvollziehbar.
Besonders negativ waren die mangelnde Kritikfähigkeit der Führung, die ungleiche Behandlung von Mitarbeitern und die Erwartung ständiger Erreichbarkeit, selbst im Urlaub oder bei Krankheit.
Dadurch gingen Vertrauen, Motivation und der ursprünglich starke Kollegenzusammenhalt zunehmend verloren. Besonders enttäuschend ist, dass engagierte und erfahrene Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben und damit wertvolles Wissen und eine ehemals positive Arbeitskultur verloren gingen.
Verbesserungsvorschläge
Die Geschäftsführung sollte Kritik nicht als persönlichen Angriff verstehen, sondern als Chance zur Verbesserung. Wertschätzung, Respekt und Vertrauen sollten nicht nur nach außen kommuniziert, sondern auch intern gelebt werden. Mitarbeiter verdienen Anerkennung für ihre tatsächliche Leistung, unabhängig davon, ob sie immer der Meinung der Geschäftsführung sind.
Klare Entscheidungen, verlässliche Strukturen und weniger unnötige Meetings würden den Arbeitsalltag erheblich verbessern. Auch die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben sollten respektiert werden.
Vor allem sollte die Geschäftsführung wieder lernen, ihren Mitarbeitern zuzuhören, unterschiedliche Meinungen zu akzeptieren und erfahrene Fachkräfte wertzuschätzen, bevor weitere wichtige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.
Arbeitsatmosphäre
Wertschätzung und Anerkennung durch die Geschäftsführung waren kaum spürbar. Selbst bei hohem Engagement und großem persönlichen Einsatz standen überwiegend Kritik und negative Rückmeldungen im Vordergrund. Anerkennung für geleistete Arbeit blieb weitgehend aus.
Gleichzeitig entstand der Eindruck, dass die Geschäftsführung selbst nur schwer mit Kritik umgehen konnte und kritische Rückmeldungen häufig als persönlichen Angriff auffasste.
Das Betriebsklima verschlechterte sich zunehmend. Gegenseitiges Vertrauen, Fairness und eine wertschätzende Zusammenarbeit waren unter diesen Umständen kaum möglich.
Kommunikation
Meetings fanden nahezu täglich statt und nahmen viel Arbeitszeit in Anspruch, wodurch die eigentlichen Aufgaben häufig zu kurz kamen. Der Nutzen und die Notwendigkeit dieser Besprechungen waren nicht immer nachvollziehbar.
Zwar wurden Erfolge regelmäßig thematisiert, die Anerkennung dafür stand jedoch überwiegend im Zusammenhang mit der Geschäftsführung. Die Mitarbeiter, die maßgeblich zur Umsetzung beitrugen, erhielten dagegen kaum Wertschätzung. Stattdessen standen häufig Kritik und eine übermäßig kritische Suche nach Fehlern im Vordergrund.
Eine ausgewogene, konstruktive Kommunikation auf Augenhöhe war dadurch kaum gegeben.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war ursprünglich sehr gut und eine der größten Stärken des Unternehmens. Durch den Weggang zahlreicher engagierter und erfahrener Mitarbeiter, sowohl freiwillig als auch unfreiwillig, hat sich das Miteinander jedoch deutlich verändert. Zunehmend stand der eigene Arbeitsplatz im Vordergrund, während gegenseitige Unterstützung und Zusammenhalt immer mehr verloren gingen.
Bis vor etwa zwei Jahren gab es eine Führungskraft, die neben hohen Qualitätsansprüchen an Produkte und Prozesse auch großen Wert auf einen respektvollen und professionellen Umgang miteinander legte. Mit deren Weggang ging ein wichtiger Bestandteil der positiven Arbeitskultur verloren. Die Umstände dieses Weggangs hinterließen den Eindruck, dass ein solcher Führungsstil im Unternehmen nicht ausreichend geschätzt wurde.
Work-Life-Balance
Eine klare Trennung zwischen Berufs- und Privatleben war kaum gegeben. Auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten wurde erwartet, telefonisch oder über WhatsApp erreichbar zu sein. Diese Erwartungshaltung bestand selbst während des Urlaubs oder bei Krankheit. Eine ungestörte Erholung und das Abschalten von der Arbeit waren dadurch erheblich erschwert.
Vorgesetztenverhalten
Entscheidungen und Anweisungen der Geschäftsführung änderten sich teilweise innerhalb weniger Stunden. Was am Vormittag noch höchste Priorität hatte, konnte am Nachmittag bereits wieder hinfällig sein. Dadurch fehlten klare Strukturen, Verlässlichkeit und eine nachvollziehbare Arbeitsplanung.
In Entscheidungsprozesse wurden überwiegend Mitarbeiter einbezogen, die die Ansichten der Geschäftsführung teilten. Abweichende Meinungen und kritische Vorschläge fanden dagegen kaum Gehör. Eine offene, sachliche Diskussion unterschiedlicher Standpunkte war dadurch nur eingeschränkt möglich.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren interessant, abwechslungsreich und vielfältig. Allerdings wurden der tatsächliche Arbeitsaufwand und das damit verbundene Engagement von der Geschäftsführung kaum wahrgenommen oder anerkannt. Selbst bei hohem persönlichen Einsatz fehlte häufig die entsprechende Wertschätzung.
Gleichberechtigung
Gleiche Chancen für alle waren aus meiner Sicht nicht gegeben. Wer die Ansichten der Geschäftsführung unterstützte und Entscheidungen nicht hinterfragte, hatte deutlich bessere Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und Einfluss zu nehmen. Mitarbeiter mit eigenen Meinungen oder kritischen Standpunkten wurden dagegen eher übergangen. Leistung und Qualifikation schienen dabei häufig weniger entscheidend zu sein als die persönliche Übereinstimmung mit der Geschäftsführung.
Umgang mit älteren Kollegen
Auf altersbedingte oder gesundheitliche Einschränkungen wurde wenig Rücksicht genommen. Konnten ältere Mitarbeiter nicht mehr die gleiche Leistung erbringen wie jüngere Kollegen, wurde dies teilweise deutlich kritisiert, anstatt ihre individuelle Situation und langjährige Erfahrung angemessen zu berücksichtigen. Wertschätzung und Verständnis für langjährige Mitarbeiter waren in solchen Situationen kaum erkennbar.
Arbeitsbedingungen
war ok
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umwelt- und Sozialbewusstsein wurden nach außen deutlich kommuniziert und positiv dargestellt. Im Arbeitsalltag spiegelten sich diese Werte jedoch kaum wider. Insbesondere beim sozialen Umgang mit den eigenen Mitarbeitern entstand der Eindruck, dass zwischen der öffentlichen Darstellung und dem tatsächlichen Handeln der Geschäftsführung eine erhebliche Diskrepanz bestand.
Gehalt/Benefits
ok
Image
Das Image des Unternehmens hat sich im Laufe der Zeit zunehmend verschlechtert. Sowohl intern als auch in der Außenwahrnehmung entstand ein immer kritischeres Bild. Insbesondere die deutliche Diskrepanz zwischen der positiven Selbstdarstellung und den tatsächlichen internen Arbeitsbedingungen hat das Vertrauen in das Unternehmen nachhaltig beeinträchtigt.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten waren stark davon abhängig, wie sehr man mit den Ansichten der Geschäftsführung übereinstimmte. Mitarbeiter, die Entscheidungen nicht hinterfragten und sich den Vorstellungen der Führung anpassten, schienen deutlich bessere Entwicklungschancen zu haben. Kritische Stimmen und eigenständige Meinungen wurden dagegen kaum gefördert. Fachliche Kompetenz, Leistung und Engagement standen bei Entwicklungsmöglichkeiten nicht immer im Vordergrund.

