Luft nach oben...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Arbeitgeber bietet den Wellpass sowie kostenloses Obst und Kaffee an. Gut finde ich die internationale Belegschaft.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Work-Life Balance.
Verbesserungsvorschläge
Es herrscht zuweilen eine Hire-&-Fire-Kultur bei gleichzeitigem Personalmangel. Ich kann nur für meine Abteilung sprechen aber es gab immer wieder Kollegen die noch in der Probezeit gekündigt wurden, weil sie keine "High-Performer" waren. Ein High-Performer ist aus Sicht der Vorgesetzten jemand, für den die Firma an erster Stelle steht und der so lange arbeitet wie es eben sein muss. Um kein "High Performer" zu sein muss man nur jemand sein der nicht auf Dauer jeden Monat bereit ist entgeltfreie 20 - 30 Überstunden leistet. Es handelt sich hier leider nicht um Phasen der höheren Arbeitsbelastung wie hier auf Kununu in den Kommentaren von der Firma immer wieder betont wird, sondern besonders in meiner Abteilung seit Jahren um einen Dauerzustand. Bei ständigem Personalmangel führt das wiederholte kündigen von gut mitarbeitenden und engagierten Kollegen am Ende deren Probezeit dazu, dass alle anderen noch mehr Überstunden schieben.
Es gibt kaum Parkplätze. Wenn man doch einen bekommt muss man dafür monatlich Miete bezahlen.
Das Homeoffice wurde letztes Jahr extrem eingeschränkt. Mittlerweile muss jeder Tag wie ein Urlaubsantrag genehmigt werden. Manche Chefs lassen deutlich durchblicken, dass sie Working@Home nicht gut finden. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass der Genehmigungsprozess zuweilen sehr zäh ist - Vorgesetzte einfach die Anträge nicht genehmigen und man dann jedes mal zum Chef ins Büro muss um sich zu erklären und um Genehmigung zu bitten.
Richtige Weiterbildungsprogramme wie ich es von anderen Unternehmen kenne gibt es überhaupt nicht. Aber um ehrlich zu sein - um 1-2 Tage auf eine Fortbildung zu gehen hätte bei dem Workload auch niemand Zeit - und falls doch müsste man das im Nachgang ja doch wieder selbst reinarbeiten.
Es gibt keinen Betriebsrat der für die Interessen der Arbeitnehmer einstehen würde.
Fazit: Wer nicht bereit ist dauerhaft mehr als die vertraglich vereinbarten 40 Stunden (ohne Ausgleich) zu arbeiten und nicht damit einverstanden ist, dass Überstunden nicht erfasst oder auf ein Gleitzeitkonto eingezahlt werden können ist hier definitiv falsch. Ach ja, im Urlaub arbeiten ist auch keine Ausnahme, kommt immer wieder vor - auch das muss einem bewusst sein.
Alle meine Aussagen beziehen sich auf meine Erfahrungen. In der Entwicklung, Produktion oder Marketing beispielsweise herrschen wiederum ganz andere Bedingungen.
Work-Life-Balance
Keine Zeiterfassung. Die Firma wird nicht müde (auch hier auf Kununu) darauf hinzuweisen, dass jeder selbst für seine Work-Life Balance verantwortlich ist und man "in Gesprächen mit den Vorgesetzten sei um dies auch sicherzustellen". Fakt ist, dass ein überwiegender Teil der Beschäftigten mehr arbeitet als 40 Stunden die Woche, manche Abteilungen sogar extrem viel mehr. Da es keine Zeiterfassung und keinen Ausgleich in Form von Auszahlung oder Gleitzeitkonto gibt ist jede Überstunde die man leistet verschenkt. Das gravierende an dieser Regelung ist jedoch, dass von seiten der Teamleiter und Vorgesetzten ständig Druck gemacht wird weil zu wenig Personal und ein zu hoher Workload besteht. Das mag bei manchen Abteilungen schlimmer sein als bei anderen. Aus meiner Erfahrung: Überstunden werden vorausgesetzt. Im Schnitt nur 40 Stunden zu arbeiten funktioniert nicht. Hier habe ich selbst ein paar Kollegen gekannt die konsequent waren - und schlussendlich noch in der Probezeit gekündigt wurden. Hier spart sich die Firma eindeutig einige Stellen zu besetzen und trägt das auf dem Rücken der Belegschaft aus. Manche Abteilungen betrifft dies extrem, andere wiederum weniger.
Karriere/Weiterbildung
Keine Weiterbildungsprogramme vorhanden. Das kenne ich von anderen Unternehmen ganz anders.
Gehalt/Benefits
Hier ist man im Vergleich mit der Branche doch unter dem Durchschnitt unterwegs. Andere Unternehmen in der Rüstung zahlen doch deutlich besser (meist Tarifgebunden) und haben zudem mehr Leistungen wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder regelmäßige Gehaltsrunden. Sowas gibt es hier nicht.
Vorgesetztenverhalten
Teils sehr junge und extrem unerfahrene Führungskräfte. Insgesamt kommt es aber auf den Einzelfall an. Ich finde es schwierig hier zu pauschalisieren.
Arbeitsbedingungen
Schöne neue Büros mit einem Manko: Im Sommer wird es extrem warm, vor allem auf der Südseite. Leider hat man bei diesem modernen und neuen Gebäude kein Kühlsystem installiert. Da hilft es wirklich nur sich einen Ventilator zu kaufen und mit ins Büro zu bringen. Working@Home ist - abhängig von dem jeweiligen Vorgesetzten - leider nur sehr eingeschränkt möglich und wird oft nicht gern gesehen. Letztes Jahr hat die Personalabteilung neue Richtlinien veröffentlicht und an alle Mitarbeiter geschickt wonach "Montag und Freitag W@H nur in Ausnahmefällen" möglich ist. Auch wenn betont wird es sei möglich wurde es so kommuniziert und schriftlich an die Belegschaft verschickt.
Seitdem muss jeder Tag wie ein Urlaubsantrag genehmigt werden. Da manche Chefs sich nicht darum kümmern oder aus Prinzip einfach nicht genehmigen muss man dann zum Vorgesetzten ins Büro und nochmal vorstellig werden und um Erlaubnis bitten. Mega unangenehm.
Update 2025: Working@Home
Es ist durch eine neue Richtline nur noch ein Tag die Woche W@H möglich
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