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Bewertung

Gute Work-Life-Balance, aber verschenktes Potenzial

3,8
Empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 bei queo GmbH in Dresden gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Besonders positiv hervorzuheben sind die flachen Hierarchien und die sehr gute Work-Life-Balance. Entscheidungen konnten häufig unkompliziert getroffen werden und der Umgang miteinander war insgesamt wenig von starren Hierarchien geprägt. Zudem bot das Unternehmen durch flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und Workation-Möglichkeiten gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Verbesserungsvorschläge

Führungskräfte sollten nicht ausschließlich nach ihrer fachlichen Kompetenz ausgewählt werden. Gute Mitarbeiter oder Experten sind nicht automatisch gute Führungskräfte. Neben dem fachlichen Know-how sollten insbesondere Führungsqualitäten, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktmanagement und Mitarbeiterentwicklung stärker berücksichtigt werden.

Darüber hinaus wäre es sinnvoll, bestehende Führungskräfte gezielt in den Bereichen Mitarbeiterführung, Vertragswesen und Projektmanagement weiterzubilden. Diese Themen haben im Arbeitsalltag einen direkten Einfluss auf Mitarbeiter, Kunden und Projekterfolg und sollten daher einen höheren Stellenwert einnehmen als reine Marketing- oder Vertriebsthemen.

Gleichzeitig sollten technisch besonders versierte Mitarbeiter stärker in fachliche Führungsrollen eingebunden werden. Nicht jeder Experte muss Personalverantwortung übernehmen, fachliche Verantwortung und technische Entscheidungsbefugnisse können jedoch dabei helfen, Projekte erfolgreicher umzusetzen und das vorhandene Know-how besser zu nutzen.

Arbeitsatmosphäre

Anfangs herrschte eine sehr entspannte und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre. Mit der Zeit nahm jedoch das Micromanagement deutlich zu, wodurch Eigenverantwortung und Gestaltungsspielraum eingeschränkt wurden. Probleme wurden häufig kurzfristig statt nachhaltig gelöst. Als Projektleiter wurde man bei Schwierigkeiten schnell in die Verantwortung genommen, während Erfolge weniger sichtbar anerkannt wurden. Zudem fehlten oft die notwendigen Entscheidungsbefugnisse, um Probleme selbstständig zu beheben.

Kommunikation

Die tägliche Kommunikation war überwiegend direkt und auf Augenhöhe. Gleichzeitig wurden wichtige Informationen teilweise nur sehr spät oder gar nicht kommuniziert. Über Neueinstellungen oder Abgänge wurde oft erst informiert, wenn die betreffende Person bereits da oder schon gegangen war. Zudem fielen regelmäßige Abstimmungstermine mit Führungskräften häufiger aus, ohne nachgeholt zu werden. Die Kommunikation im Team war gut, bei Transparenz und Informationsfluss bestand jedoch Verbesserungspotenzial.

Kollegenzusammenhalt

Innerhalb der Business Unit war der Kollegenzusammenhalt sehr gut. Kollegen unterstützten sich gegenseitig und bei Fragen oder Problemen war stets jemand hilfsbereit zur Stelle. Auch gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Arbeitsalltags stärkten den Teamgeist. Über die eigene Business Unit hinaus gab es jedoch nur wenige Berührungspunkte und gemeinsame Projekte, wodurch der Austausch mit anderen Bereichen eher begrenzt blieben.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance war sehr gut. Homeoffice war flexibel und unkompliziert möglich. Durch Kernarbeitszeiten und ein Arbeitszeitkonto bestand zudem eine hohe Flexibilität bei der Gestaltung des Arbeitstages. Positiv hervorzuheben ist außerdem die Möglichkeit zur Workation, die zusätzliche Freiheiten bei der Wahl des Arbeitsortes bot.

Vorgesetztenverhalten

Die Zusammenarbeit mit den direkten Führungskräften erfolgte auf Augenhöhe und in einem respektvollen Umgang. Sie waren engagiert und bemüht, auch in herausfordernden Situationen bestmögliche Lösungen zu finden.

Interessante Aufgaben

Die grundsätzlichen Aufgaben wiederholten sich über die Zeit häufig und unterschieden sich inhaltlich nur wenig. Für Abwechslung sorgten jedoch die unterschiedlichen Kunden und deren individuelle Geschäftsprozesse, wodurch immer wieder neue Anforderungen und Herausforderungen entstanden. Dadurch blieb die Tätigkeit trotz ähnlicher Grundaufgaben insgesamt abwechslungsreich.

Gleichberechtigung

Im Arbeitsalltag spielte weder Geschlecht, Alter noch Identität eine Rolle. Alle Mitarbeiter wurden unabhängig von persönlichen Merkmalen gleich behandelt. Während meiner Zeit im Unternehmen habe ich keine Benachteiligungen oder Ungleichbehandlungen wahrgenommen.

Arbeitsbedingungen

Die Büroräume waren klimatisiert und grundsätzlich gut nutzbar. Bei der Arbeitsausstattung gab es jedoch Verbesserungspotenzial. Defekte Bürostühle wurden teilweise über längere Zeit nicht ersetzt und höhenverstellbare Schreibtische waren nur mit entsprechendem Attest verfügbar. Auch die eingesetzte Hardware wurde über viele Jahre hinweg nicht erneuert, häufig mit Verweis auf Budgetvorgaben.

Ob notwendige technische Ausstattung beschafft wurde, hing teilweise stark von der Unterstützung und Durchsetzungsfähigkeit der jeweiligen Führungskraft ab. Für einen IT-Dienstleister, bei dem moderne Technik eine zentrale Rolle spielt, war dies enttäuschend.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Dem Thema Umwelt- und Sozialbewusstsein wurde sichtbar Aufmerksamkeit geschenkt. Es wurden regelmäßig Überlegungen angestellt, wie Prozesse nachhaltiger gestaltet werden können, und Maßnahmen umgesetzt, soweit dies im Unternehmensalltag möglich war. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass das Thema ernst genommen und nicht nur als Pflichtübung betrachtet wurde.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt wurde über mehrere Jahre hinweg nicht angepasst, obwohl zusätzliche Aufgaben und Verantwortung übernommen wurden. Insgesamt entsprach die finanzielle Entwicklung aus meiner Sicht weder der übernommenen Verantwortung noch vermittelte sie die notwendige Wertschätzung für die geleistete Arbeit.

Karriere/Weiterbildung

Zu Beginn wurde Weiterbildung noch aktiv gefördert und unterstützt. Mit der Zeit nahm der Stellenwert jedoch deutlich ab. Zertifizierungen wurden häufig als reine Formalität betrachtet und nicht als wichtiger Bestandteil der fachlichen Entwicklung. Die Erwartung war eher, sich eigenständig weiterzubilden. In den letzten Jahren lag der Fokus nahezu ausschließlich auf KI-Themen. Weiterbildungen in anderen Fachbereichen wurden kaum unterstützt, wodurch individuelle Entwicklungswünsche nur eingeschränkt möglich waren.


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Arbeitgeber-Kommentar

Linda Scheithauer, HR-Manager
Linda ScheithauerHR-Manager

Liebe*r queolumni,

vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses ausführliche Feedback genommen hast. Es freut uns sehr, dass du Themen wie die Work-Life-Balance, die Workation-Möglichkeiten und vor allem den Zusammenhalt innerhalb deines Geschäftsbereichs so positiv in Erinnerung behältst.

Gleichzeitig machst du auf Punkte aufmerksam, bei denen wir ehrlicherweise noch Luft nach oben haben. Wir möchten die Gelegenheit nutzen, um dir dazu ein paar konkrete Gedanken von unserer Seite mitzugeben:

Arbeitsatmosphäre
Deine Beschreibung der Arbeitsatmosphäre beschäftigt uns, denn Selbstverantwortung und Vertrauen gehören zu unseren zentralen Werten. Deshalb arbeiten wir bewusst in crossfunktionalen und selbstorganisierten Teams und möchten Mitarbeitenden möglichst viel Gestaltungsspielraum geben.

Gleichzeitig haben die vergangenen Jahre uns als Unternehmen vor einige Herausforderungen gestellt. In solchen Phasen werden etablierte Organisations- und Entscheidungsstrukturen häufig hinterfragt und angepasst. Uns ist bewusst, dass sich diese Veränderungen nicht immer konsistent oder „rund“ angefühlt haben.

Die Balance zwischen Führung und Eigenverantwortung, gerade in schwierigen Unternehmensphasen, bleibt für uns ein wichtiges Entwicklungsthema.

Arbeitsbedingungen
Vielen Dank auch für deine Rückmeldung zu den Arbeitsbedingungen. Hier möchten wir bewusst transparent sein: Die wirtschaftlich angespannte Situation der letzten Zeit hat uns dazu gebracht, Budgets stärker im Blick zu behalten.

Gleichzeitig gilt für uns: Die technische Ausstattung muss den Anforderungen der jeweiligen Aufgabe entsprechen. Wenn du das anders erlebt hast, nehmen wir diese Rückmeldung ernst.
Dein Hinweis zu den Bürostühlen hat uns jedoch überrascht. Denn defekte Büromöbel werden normalerweise unkompliziert ersetzt.

Bei höhenverstellbaren Schreibtischen ist es korrekt, dass wir aktuell ein Attest benötigen. Hintergrund ist, dass wir unseren Bestand an funktionierenden Schreibtischen nicht pauschal austauschen möchten – aus Nachhaltigkeits- und Kostengründen. Über die Bildschirmarbeitsplatzvorsorge (welche wir jährlich allen Mitarbeitenden anbieten) lässt sich ein entsprechender Bedarf in der Regel unkompliziert nachweisen, sodass wir gezielt reagieren können.

Führung und Kommunikation:
Danke für deine differenzierte Einschätzung zu Kommunikation und Führung. Deine Anmerkung, dass fachliche Expertise allein noch keine gute Führungskraft ausmacht, können wir nur unterstreichen. Die Entwicklung und Weiterbildung unserer Führungskräfte ist deshalb bereits seit vielen Jahren ein wichtiges Thema für uns. In dieser Zeit haben wir immer wieder in unterschiedliche Programme zur Aus- und Weiterbildung von Führungskräften investiert und unsere Ansätze kontinuierlich weiterentwickelt. Erst vor kurzem haben wir beispielsweise unsere neue „Young Leaders Academy“ gestartet. Dort bereiten wir zukünftige Führungskräfte gezielt auf ihre Rolle vor und setzen Schwerpunkte auf Kommunikation, Konfliktmanagement und Mitarbeiterführung – also genau auf die Themen, die du in deinem Feedback ansprichst.

Gleichzeitig sehen wir auch den von dir angesprochenen Punkt der Verlässlichkeit in der Kommunikation. Auch wenn unsere Führungskräfte bei akuten Herausforderungen schnell unterstützen, dürfen regelmäßige Abstimmungen und ein transparenter Informationsfluss nicht zu kurz kommen. Es tut uns leid, dass du die Kommunikation in diesen Punkten nicht als verlässlich erlebt hast.

Weiterbildung und Gehalt:
Es stimmt, dass in der jüngeren Vergangenheit der unternehmensweite Fokus stark auf KI-Themen gelegt wurde, weil das den Markt gerade massiv bewegt. Das soll jedoch individuelle, fachliche Weiterbildungen in anderen Bereichen nicht ausschließen – es tut uns leid, wenn hier bei dir ein anderer Eindruck entstanden ist.

Auch tut es uns leid, dass du dich rückblickend gehaltstechnisch nicht ausreichend wertgeschätzt gefühlt hast. Unser Anspruch ist es, alle Mitarbeitenden fair und leistungsgerecht zu honorieren. Hierbei behalten wir insbesondere Mitarbeitende im Blick, die zunehmend und/oder in verschiedenen Bereichen Verantwortung übernehmen. Dein Feedback nehmen wir als wertvollen Impuls, diesen Blick weiter zu schärfen, um die finanziellen Entwicklungen für unsere Mitarbeitenden gerecht und wertschätzend zu gestalten.

Wir danken dir für deine Offenheit, denn nur wo wissen wir wo wir genauer hinschauen müssen.
Wir wünschen dir für deinen weiteren beruflichen und privaten Weg alles Gute! Wenn du möchtest, stehen unsere Türen für einen persönlichen Austausch im Nachgang immer offen.

Viele Grüße
queo HR-Team

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