4 Bewertungen von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
4 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 2,8 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.


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4 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 2,8 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Ich möchte meine Erfahrung im Bewerbungsprozess teilen, weil dieser bei mir am Ende vor allem eines hinterlassen hat: Kopfschütteln.
Der Anfang war zunächst vielversprechend:
Online-Bewerbung, anschließend eine persönliche E-Mail mit der Bestätigung des Bewerbungseingangs und der Information, dass ein Telefoninterview stattfinden soll.
Bis hierhin: professionell.
Zum vereinbarten Termin wartete ich dann auf den Anruf.
Nach 15 Minuten: nichts.
Kein verpasster Anruf auf meinem Handy.
Also rief ich selbst an – schließlich wollte ich nicht gleich zu Beginn als der Bewerber dastehen, der einen Termin „verpasst“.
Die Erklärung: Man habe versucht, mich auf meinem Handy zu erreichen.
Kleine, aber vielleicht nicht ganz unwichtige Randnotiz:
Ich hatte meine Festnetznummer angegeben.
Aber gut. Das Telefoninterview fand schließlich statt und verlief durchaus ordentlich. Stellenbeschreibung, Erwartungen, Gehalt, Urlaub – alles wurde besprochen.
Als Minijobber wären es übrigens 20 Urlaubstage statt 30.
Nicht unbedingt ein Grund zur Begeisterung, aber gut – diese Kröte hätte ich geschluckt.
Dann der nächste Schritt:
Der Pflegedienstleiter lädt mich zum Probearbeiten ein.
Ich erscheine selbstverständlich zum vereinbarten Termin.
Der persönliche Kontakt fällt erstaunlich kurz aus:
„Guten Tag.“
Und: „Ich melde mich per E-Mail.“
Das war's.
Die E-Mail kam nicht.
Aber immerhin wusste ich nun, dass meine Zeit offensichtlich flexibler einsetzbar ist als die Zeit des Pflegedienstleiters.
Statt der angekündigten Rückmeldung kam schließlich die Absage vom Personalverantwortlichen.
Eine Absage?
Völlig in Ordnung.
Bewerbungen sind keine Erfolgsgarantie.
Die Art und Weise allerdings schon.
Die Formulierung der Absage vermittelt für mich ziemlich deutlich den Eindruck, dass ich mich besser nicht noch einmal bei diesem Arbeitgeber bewerben sollte.
Nach Bewerbung, Telefoninterview und Probearbeiten eine interessante Form der Wertschätzung.
Man könnte fast sagen:
Effizientes Recruiting – erst Interesse wecken, dann Zeit investieren lassen und anschließend dafür sorgen, dass der Bewerber freiwillig nicht wiederkommt.
Besonders amüsant finde ich dabei die Begründung, dass es eine Vielzahl an Bewerbungen gegeben habe bzw. gibt.
Das erstaunt mich tatsächlich ein wenig, denn mir ist die Stelle lediglich auf der Homepage begegnet.
Vielleicht gab es ja noch interne Ausschreibungen oder andere Wege, von denen ich nichts weiß.
Dann wäre die „Vielzahl“ natürlich schnell erklärt.
Soweit ich es verstanden habe, wurde die betreffende Stelle außerdem offenbar bereits vor etwa sechs Monaten intern neu besetzt. Inzwischen teilen sich zwei Personen diesen Arbeitsplatz, von denen eine nun wieder geht.
Ob es sich bei der aktuellen Ausschreibung um genau diese vor sechs Monaten intern besetzte Stelle handelt?
Keine Ahnung.
Vielleicht ja, vielleicht nein.
Aber Fragen darf man sich als Bewerber ja noch stellen.
Denn wenn eine Stelle vor sechs Monaten intern besetzt wurde und nun wieder ausgeschrieben wird, ist es durchaus interessant zu wissen, was in der Zwischenzeit passiert ist.
Am Ende bleibt für mich deshalb vor allem eines hängen:
Nicht die Absage ist das Problem.
Eine Absage gehört zu einem Bewerbungsprozess dazu.
Es ist das Wie.
Wer Bewerber zu einem Telefoninterview einlädt, sie anschließend zum Probearbeiten bittet, eine Rückmeldung ankündigt und diese dann nicht gibt, sollte sich vielleicht einmal überlegen, welchen Eindruck das eigene Unternehmen dabei hinterlässt.
Gerade im Pflegebereich hätte ich ehrlich gesagt etwas anderes erwartet:
Menschlichkeit. Respekt. Verlässlichkeit.
Nicht nur gegenüber den Menschen, die dort versorgt werden, sondern auch gegenüber den Menschen, die dort arbeiten möchten.
Mein Fazit:
Die Stelle habe ich nicht bekommen.
Das ist vollkommen okay.
Was ich bekommen habe, ist allerdings eine ziemlich eindeutige Antwort auf die Frage, ob ich mich dort künftig noch einmal bewerben möchte.
Nein.
Und dafür möchte ich mich beinahe bedanken.
Denn manchmal ist eine Absage nicht das Ende einer beruflichen Chance.
Manchmal ist sie einfach eine sehr effiziente Entscheidungshilfe.
Etwas toleranter gegenüber Kleidung sein.
Ich dürfe kein neutrales langarm Shirt unter der Arbeitsuniform tragen. Also wenn ich meine Tatoos am Arm bedecken wollen würde, wäre dies nicht möglich. Da fragt man sich: Geht es hier um meine Arbeit oder geht es darum dass die Pflegebedürftigen Menschen meine Arme sehen können? Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich religiös bedeckt kleide.
Nicht im Bewerbungsverfahren erwähnen, dass die Geschäftsführung Sozialarbeiter/ Sozialpädagogen nicht mag.