Große Hoffnungen werden einem gemacht, aber dann wird man leider im Stich gelassen...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich war mehrere Monate in diesem Unternehmen im IT-Support-Team tätig. Positiv hervorheben möchte ich ausdrücklich das Team, in das ich mich sehr gut integriert habe, sowie die grundsätzlich angenehme Zusammenarbeit mit den Kollegen. Ich habe mich engagiert eingebracht, Wissen geteilt, mich eigenständig weitergebildet und versucht, aktiv zum Erfolg des Teams beizutragen. Auch die Einarbeitung an sich lief strukturiert ab und es gab viele Möglichkeiten, sich Wissen anzueignen, sei es durch die Knowledge Bases oder durch erfahrene Kollegen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Letzten Endes hat sich das Unternehmen für mich als Enttäuschung herausgestellt, als kurz vor Ende der Probezeit die Geschäftsführung sich dazu entschieden hat, das Arbeitsverhältnis zu beenden (wohlwissend, wie katastrophal der Arbeitsmarkt für IT-Jobsuchende in diesen Zeiten ist). Die Begründung lag vor allem darin, dass ich in einer Phase, bei der das Ticketaufkommen unerwartet stark gestiegen ist, Schwierigkeiten hatte, das gewünschte Arbeitstempo konstant zu erreichen und gleichzeitig Qualität aufrecht zu erhalten. Dabei wurde aus meiner Sicht zu wenig berücksichtigt, dass ich mich in einer Einarbeitungsphase befand und gleichzeitig mit einer gesundheitlichen Situation in Form einer Schlafapnoe konfrontiert war, die meine Leistungsfähigkeit zeitweise beeinträchtigt hat und bereits ärztlich abgeklärt wurde.
Besonders kritisch sehe ich, dass trotz nachweisbarer Motivation, Lernbereitschaft, Teamfähigkeit und Engagement wenig Bereitschaft vorhanden war, eine Entwicklung abzuwarten oder individuelle Umstände stärker zu berücksichtigen. Für mich entstand dadurch der Eindruck, dass in der Probezeit sehr schnell nach kurzfristigen Leistungsaspekten entschieden wird, anstatt langfristiges Potenzial und Einsatzbereitschaft ausreichend einzubeziehen.
Auffällig war auch, dass während meiner Zeit in diesem Unternehmen ein IT-Mitarbeiter ebenfalls kurz vor Ende seiner Probezeit gekündigt worden ist. Die Hintergründe hierbei ähnelten erschreckend denen, was ich danach selber erlebt habe, wodurch ganz klar der Eindruck entsteht, dass bei auftretenden Schwierigkeiten die Geschäftsführung sich offenbar relativ schnell für eine Trennung entscheidet, anstatt gemeinsam nach Lösungen zu suchen oder eine erkennbare Entwicklung abzuwarten.
Verbesserungsvorschläge
Ein wichtiger Verbesserungspunkt wäre aus meiner Sicht der Umgang mit neuen Mitarbeitern während der Probezeit.
Nach meiner Erfahrung entsteht der Eindruck, dass neue Mitarbeiter sehr stark daran gemessen werden, wie schnell sie ein hohes Arbeitsaufkommen bewältigen können. Dabei sollte aus meiner Sicht stärker berücksichtigt werden, dass eine Einarbeitung Zeit benötigt und gerade im IT-Support unterschiedliche Mitarbeiter unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten haben.
Klarere Erwartungen an neue Mitarbeiter und ein stärker entwicklungsorientierter Umgang könnten meiner Meinung nach dazu beitragen, engagierte Mitarbeiter langfristig zu halten und unnötige Fluktuation zu vermeiden.
Arbeitsatmosphäre
Solange das Arbeitsaufkommen moderat ist, wirkt die Arbeitsatmosphäre entspannt. Kommt es jedoch zu unerwarteten Peaks, wird mehr Druck ausgeübt und besonders die Neulinge sind dann davon betroffen...
Kommunikation
Die Teamleitung gibt regelmäßige Feedbacks an die Kollegen und geht auch teilweise auf individuelle Bedürfnisse der Mitarbeiter ein. Erfolge wurden zu meiner Zeit immer hervorgehoben, konstruktive Kritik war normal und man bekommt Vorschläge genannt, was man wo noch verbessern kann.
Kollegenzusammenhalt
Das beste IT-Support-Team, mit dem ich jemals arbeiten durfte! Alle helfen sich gegenseitig und tragen viel dazu bei, Wissen auszutauschen und produktiv zu bleiben. Vor allem erfahrene Kollegen aus dem 2nd Level Support geben immer gerne ihr Wissen und Ratschläge an andere weiter, wodurch man viel lernen kann. Umso trauriger, dass ich in diesem Team nicht lange bleiben durfte...
Work-Life-Balance
Home Office, rotierende Schichten, Urlaubsplanung, alles im grünen Bereich. Darüber kann man sich nicht beklagen. Der einzige Nachteil ist, dass sehr viele Kollegen überwiegend im Home Office verbringen, so dass man viele nie wirklich persönlich trifft, sondern man sich quasi nur über MS Teams kennenlernt.
Vorgesetztenverhalten
In Anbetracht der Tatsache, dass die Geschäftsführung bei kurzzeitigen Problemen mit dem Arbeitstempo oder ähnliches sich lieber dazu entschließt, das Arbeitsverhältnis in der Probezeit zu beenden statt individuelle Umstände zu berücksichtigen, kann ich hier nur 2 Sterne vergeben.
Führung bedeutet für mich nicht nur, Leistung zu bewerten, sondern auch Potenzial zu erkennen und Mitarbeiter bei vorübergehenden Schwierigkeiten zu unterstützen. Diesen Eindruck habe ich in meiner Probezeit leider nicht gewonnen.
Interessante Aufgaben
Man betreut mehrere Kunden aus unterschiedlichen Branchen, jeder mit unterschiedlichen Problemfällen. Viele Aufgaben oder Support-Fälle ähneln sich im Vorgang, aber es gibt dennoch abwechslungsreiche Themen und immer wieder was neues zu lernen.


