Es geht aus meiner Sicht nur noch um den Gewinn
What I dislike about the employer
Ich persönlich kann leider keine Empfehlung mehr aussprechen. Gefühlt geht alles nur noch um das Thema Umsatz/Gewinn. So wie ich es selbst erlebe und auch aus anderen Abteilungen höre, ist jeder nur noch bei einem hohen Stresslevel und unter hohem Leistungs- und Erwartungsdruck. Dabei wird die Leistung des Einzelnen bisweilen nicht gesehen oder wertgeschätzt und zahlt sich auch schlicht nicht aus.
Je nach Abteilung ist diese für den Vorgesetzten auch gar nicht messbar, weil er oft keinen direkten Einblick hat außer auf die Zahlen.
In Personalgesprächen empfinde ich daher die Beurteilungen teils auch fragwürdig, selbst wenn man sich selbstbewusst gibt und seine eigene Leistung sehr gut kennt. Direkte Ansprachen bezüglich Gehaltserhöhungen werden dann je nach Abteilung trotz ständiger Gewinnsteigerung entweder oft hinausgezögert oder es wird erst nach mehrfacher Nachfrage ein Plus gewährt, welches der Rede nicht wert ist und die eigentliche Leistung mitnichten würdigt.
Das Gehaltsgefüge finde ich auch überhaupt nicht fair, geschweigedenn nachvollziehbar, es gibt Abteilungen die ausreichend besetzt sind und mehr verdienen als Abteilungen die chronisch unterbesetzt sind und dabei ständig noch mehr Arbeit haben, dass erstreckt sich über die Kundenberatung bishin auch zu technischen Beratern die immer straffer geplant werden. Manche Abteilungen bekommen scheinbar automatisch immer wieder ein kleines Gehaltsplus, andere nicht. Das erfährt man dann hinter vorgehaltener Hand. Insgesamt empfinde ich die Stimmung aber abteilungsübergreifend immer angespannter.
Die Fluktuation hat aus meiner Sicht auch stark zugenommen, immer wieder gibt es Teamleiter- und Kundenberaterwechsel, es gibt keine Konstanten, die Kommunikation im Unternehmen finde ich mehr als mangelhaft. Es werden auch teilweise fragwürdige Entscheidungen getroffen ohne sich mit den Mitarbeitenden auseinanderzusetzen, da diese die Abläufe selbst ja am besten kennen.
Kollegen denen Feierabend ein Fremdwort ist, Mails rund um die Uhr. Eine gesunde Work-Life Balance sehe ich anders.
In Meetings läuft es mehr oder weniger auch nur auf das Thema noch mehr Umsatz hinaus. Dabei finde ich sogar noch, dass man in diversen Freiheiten die vorher selbstverständlich waren immer weiter (auch in Form von Arbeitsvertragsänderungen) restriktiert wird oder das Gefühl hat als wolle sich der Arbeitgeber für alles absichern.
Ein offener Umgang mit (unerwünschter) Kritik findet aus meiner Sicht nicht statt. Wird diese beim Vorgesetzten angebracht, wird alles eher noch negiert oder ganz anders dargestellt, als wolle man mitteilen dass das eigene Empfinden falsch sei. Man kommt gefühlt mit seinen Anliegen gar nicht an bzw. wird gerne "überhört". Es findet sogesehen ein Austausch statt, der aber im Grunde nichts bringt. Die Vorgaben XY sind einfach da und man läuft weiter und bestenfalls immer schneller.
Stellenweise erweckt es den Eindruck als würde man selbst indirekt kontrolliert bezüglich Anwesenheit, Zeiterfassung und Arbeitspensum. Vieles erscheint intransparent, wird gar nicht oder erst sehr spät kommuniziert, wobei es vorkommt dass Abteilung A nicht weiß was Abteilung B tut. Insgesamt wird es durch das schnelle Wachstum auch unpersönlicher.
Ich finde es abschließend sehr schade dass hier oft nicht erkannt wird, dass jeder einzelne Mitarbeiter in der Hierachistufe zum Unternehmenserfolg beiträgt und viele sich dafür sogar mehr zumuten als sie eigentlich bewältigen können. Auch die oft vorhandene Konzeptlosigkeit der Führungskraft muss ich leider bemängeln, z.B. werden Änderungen herbeigeführt die in der Praxis gar nicht funktionieren oder eher mehr Probleme verursachen als vorher.


