Große Diskrepanz zwischen Anspruch, Führung und Realität
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kantine sowie einzelne engagierte und kollegiale Mitarbeitende.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Bevorzugung bestimmter Mitarbeitender, fehlende Transparenz, ausbleibende Gehaltsentwicklung, regelmäßige Kündigungen und eine aus Mitarbeitersicht schwer nachvollziehbare Kosten- und Führungsstruktur.
Während wirtschaftliche Schwierigkeiten kommuniziert werden, entsteht gleichzeitig der Eindruck, dass für bestimmte Personengruppen kostspielige Dienstreisen und mehrere Führungsebenen selbstverständlich sind. Statt echter Benefits oder fairer Rahmenbedingungen werden symbolische Maßnahmen wie Sommer- und Weihnachtsfeiern oder ein Weinkeller als Ausgleich präsentiert.
Verbesserungsvorschläge
- Führungsstrukturen, Verantwortlichkeiten und Kostenverteilungen kritisch hinterfragen
- Bevorzugung einzelner Mitarbeitende und intransparente Beförderungen konsequent unterbinden
- Faire, standortübergreifende Arbeitsbedingungen (z. B. Tarifbindung) schaffen
- Ehrliche, frühzeitige Kommunikation bei Entscheidungen und Veränderungen
- Ausgaben und Sparmaßnahmen nachvollziehbar und einheitlich gestalten (z. B. bei Dienstreisen und Führungsebenen)
- Echte Benefits, Entwicklungsmöglichkeiten und verlässliche Gehaltsmodelle etablieren
Arbeitsatmosphäre
Vorab ein wichtiger Hinweis:
Die positiven Kununu-Bewertungen beziehen sich nahezu ausschließlich auf den Standort Troisdorf, der tarifgebunden ist und deutlich bessere Strukturen sowie Arbeitsbedingungen bietet.
Der Standort Worms ist damit nicht vergleichbar. Wer sich von den Bewertungen täuschen lässt, erlebt dort nach kurzer Zeit eine deutliche Ernüchterung.
Die Arbeitsatmosphäre ist von Intransparenz, Misstrauen und anhaltender Unsicherheit geprägt. Häufige Umstrukturierungen, Standortschließungen und Kündigungen verstärken die Angst im Arbeitsalltag. Statt Zusammenarbeit entsteht ein Gegeneinander: Abteilungen kämpfen eher um Absicherung als um gemeinsame Lösungen. Dies beeinträchtigt Vertrauen und Betriebsklima erheblich.
Image
Das Image des Unternehmens ist nicht mehr das, was es einmal war. Wiederkehrende Qualitätsprobleme wirken sich zunehmend auf die Wahrnehmung bei Kunden aus und führen zu spürbarer Unzufriedenheit.
Work-Life-Balance
Es gilt eine klassische 40-Stunden-Woche.
Homeoffice wird zunehmend reduziert, flexible Arbeitsmodelle sind kaum vorgesehen. Zusätzliche Leistungen wie ein sicherer Bonus, Weihnachts- oder Urlaubsgeld existieren nicht.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten sind intransparent und nicht verlässlich geregelt. Beförderungen wirken stark von persönlicher Nähe zur Führungsebene abhängig.
Formale Bewerbungsprozesse werden zwar durchgeführt, führen aber nicht selten dazu, dass am Ende externe oder intern bevorzugte Personen ausgewählt werden. Zusagen oder Perspektiven aus Bewerbungs- oder Mitarbeitergesprächen werden später relativiert oder dementiert. Weiterbildung wird nicht aktiv gefördert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt entwickelt sich über die Zeit kaum weiter. Spätere Gehaltsanpassungen oder Erhöhungen sind selten und nicht verlässlich vorgesehen – unabhängig von Leistung oder Arbeitsbelastung.
Dadurch kommt dem Einstiegsgehalt eine sehr hohe Bedeutung zu, da nachträgliche finanzielle Entwicklungsmöglichkeiten kaum bestehen. Zusätzliche Leistungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld gibt es nicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Zum Thema Umwelt- und Sozialbewusstsein habe ich im Arbeitsalltag keine besonderen positiven oder negativen Erfahrungen gemacht. Das Thema war insgesamt wenig präsent.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter Kollegen ist nicht einheitlich. Während es einzelne sehr hilfsbereite und engagierte Mitarbeitende gibt, wird das Miteinander insgesamt durch Konkurrenzdenken und gegenseitiges Absichern geprägt. Fehlende Führung und klare Strukturen verstärken dieses Gegeneinander zusätzlich.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kollegen ist insgesamt respektvoll und unauffällig. Auffällige positive oder negative Besonderheiten sind mir nicht begegnet.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten einiger Vorgesetzter wirkt wenig professionell und nicht fair. Führungspositionen erscheinen teilweise eher durch persönliche Nähe innerhalb der Führungsebene als durch fachliche oder soziale Eignung besetzt.
Vetternwirtschaft spielt aus Mitarbeitersicht eine spürbare Rolle: Bestimmte „Lieblingsmitarbeiter“ werden gefördert oder befördert, während andere trotz Qualifikation übergangen oder sogar degradiert werden.
Zusätzlich wirkt die Führungsstruktur im Verhältnis zur Unternehmensgröße aufgebläht. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten gibt es weiterhin zwei Geschäftsführer, was vor dem Hintergrund von Sparmaßnahmen und Personalabbau aus Mitarbeitersicht schwer nachvollziehbar ist.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind deutlich verbesserungswürdig. Enge Großraumbüros, teils als Durchgangszimmer genutzt, erschweren konzentriertes Arbeiten erheblich. Infrastrukturelle Mängel (z. B. langfristig defekte Klimaanlagen) kommen hinzu.
Gleichzeitig wird eine hohe Präsenzpflicht eingefordert – entschieden von Führungskräften mit Einzelbüros –, was in diesem Kontext wenig nachvollziehbar wirkt.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist faktisch nicht vorhanden. Wichtige Entscheidungen werden plötzlich getroffen und ohne Einbindung oder nachvollziehbare Erklärung weitergegeben. Informationen verbreiten sich überwiegend über den Flurfunk, was Unsicherheit, Gerüchte und Fehlinformationen begünstigt.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wird im Unternehmen nicht aktiv gelebt. Frauen sind in Führungsrollen nicht vertreten, und der Umgang sowie die Reaktion auf sensible Themen lassen deutliches Verbesserungspotenzial erkennen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind stark positionsabhängig. In einzelnen Rollen sind die Tätigkeiten überwiegend repetitiv und bieten wenig fachliche Tiefe oder Entwicklungsspielraum. Qualifikation und Abschluss stehen häufig in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Aufgabeninhalt, was langfristig demotiviert und zur Fluktuation beiträgt.

