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Das Königreich der verlorenen Absprachen!

1,2
Nicht empfohlen
Hat bis 2026 für dieses Unternehmen in Meerbusch gearbeitet.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Das Königreich der verlorenen Absprachen
Diese Bewertung beschreibt ausschließlich meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen während meiner Beschäftigung. Ähnliche Kritikpunkte finden sich auch in anderen öffentlich sichtbaren Bewertungen. Im Folgenden schildere ich jedoch nur das, was ich selbst erlebt oder unmittelbar wahrgenommen habe.
Es war einmal ein Unternehmen, das nach außen wie ein modernes und aufstrebendes Königreich erschien. Neue Untertanen wurden freundlich am Burgtor empfangen, und man sprach von großen Feldzügen, spannenden Projekten und einer prächtigen gemeinsamen Zukunft. In den ersten Tagen herrschte Friede, Freude und Eierkuchen – zumindest so lange, bis man bemerkte, dass in der königlichen Küche weder ein Rezept noch ein verlässlicher Speiseplan existierte.
Ganz oben im höchsten Turm saß der König. Er ernannte Projektmanager zu Statthaltern und übertrug ihnen auf dem Pergament große Verantwortung. In der Praxis durften sie nach meiner Wahrnehmung jedoch häufig nur so lange selbstständig entscheiden, bis der König eine neue Eingebung hatte.
Was morgens noch als königlicher Erlass verkündet worden war, konnte am Nachmittag bereits widerrufen werden. Am folgenden Tag hieß es mitunter, eine solche Absprache habe es niemals gegeben. So entwickelte sich eine besondere Form der Unternehmensplanung: Jeder sollte Verantwortung tragen, aber niemand durfte sich darauf verlassen, dass seine Entscheidung auch nur bis zum nächsten Sonnenaufgang Bestand hatte.
Die Statthalter ritten also los, um ihre Projekte zu führen, während der König ihnen aus dem Burgturm ständig neue Richtungen zurief. Mal sollte es nach Norden gehen, kurz darauf nach Süden, und am Ende wurde gefragt, weshalb die Karawane noch nicht im Osten angekommen sei.
Entscheidungsfreiheit wurde im Königreich zwar gern erwähnt, offenbar jedoch sicherheitshalber im königlichen Tresor aufbewahrt.
An der Seite des Königs befand sich außerdem ein besonders ergebener Hofschmeichler. Diese Person wirkte auf mich weniger wie ein unabhängiger Berater als wie das persönliche Echo des Thronsaals. Sagte der König „Ja“, ertönte augenblicklich ein zweites, noch begeisterteres „Ja“. Sagte er „Nein“, wurde auch dieses Nein sofort als außergewöhnlicher Beweis königlicher Weitsicht gefeiert.
Selbst wenn im organisatorischen Schloss bereits Rauch aus mehreren Fenstern aufstieg, schien der Hofschmeichler lieber zu erklären, dass dies kein Feuer, sondern lediglich der Nebel einer besonders innovativen Strategie sei. Seine wichtigste Aufgabe wirkte nach meinem Eindruck nicht darin, Entscheidungen kritisch zu hinterfragen, sondern darin, dem König zu versichern, dass Krone, Thron und Reich selbstverständlich glänzten – selbst wenn im Hintergrund bereits Teile der Burgmauer bröckelten.
Kritische Stimmen aus dem Hofstaat fanden dagegen nach meiner Wahrnehmung deutlich weniger Gehör. Wer auf ein Problem hinwies, konnte schnell den Eindruck bekommen, selbst zum Problem erklärt zu werden. Wer eine Entscheidung hinterfragte, wirkte plötzlich wie jemand, der nicht ausreichend an das Königreich glaubte. Auf diese Weise wurde Zustimmung häufig lauter wahrgenommen als sachliche Kritik.
Die wichtigste königliche Schriftrolle war WhatsApp. Dort wurden Anweisungen verkündet, Entscheidungen verändert und Beschäftigte teilweise vor versammeltem Hof kritisiert. Nach meiner Wahrnehmung wurden Mitarbeiter zunächst aus betriebsbezogenen WhatsApp-Gruppen entfernt, sodass sie auf anschließend dort geäußerte Vorwürfe oder abwertende Aussagen nicht mehr reagieren konnten. In engem zeitlichen Zusammenhang kam es teilweise zu Kündigungen.
Auf mich wirkte dieses Vorgehen wie ein königliches Gerichtsverfahren, bei dem der Angeklagte zuerst aus dem Saal gebracht wird, bevor man die Anklage verliest und das Urteil verkündet. Die betroffene Person konnte ihre Sichtweise nicht mehr darstellen, während der verbleibende Hofstaat nur noch eine Seite der Geschichte hörte.
Eine wertschätzende und professionelle Kommunikation stellte ich mir anders vor.
Auch die Versorgung der reisenden Untertanen folgte ganz eigenen Regeln. Die modernen Kutschen des Reiches benötigten bekanntlich keinen Hafer, sondern Treibstoff. Doch wenn die königliche Tankkarte an der Futtergrube erneut ihren Dienst verweigerte, wurde nach meiner Erfahrung ganz selbstverständlich erwartet, dass der jeweilige Untertan seinen privaten Klingelbeutel öffnete.
Die königliche Finanzordnung schien nach einem einfachen Grundsatz zu funktionieren: Versagte die Reisekasse, wurde der Geldbeutel des Personals kurzerhand zur Außenstelle der Buchhaltung erklärt.
Offenbar ging man am Hof davon aus, jeder Beschäftigte führe vorsorglich eine gut gefüllte Privatschatulle mit sich, aus der sich ohne Weiteres größere Beträge für die Reisen des Königreichs entnehmen ließen. Dass Arbeitnehmer möglicherweise nicht über mehrere Hundert oder sogar Tausende Euro verfügen, die sie ihrem Arbeitgeber kurzfristig vorstrecken können, schien in dieser


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