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Guter Ansatz, aber zwischen Anspruch und Realität liegen Welten

2,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 für dieses Unternehmen in Fischach gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv fand ich vor allem den guten Zusammenhalt unter den Kollegen. Mit meinem direkten Kollegen konnte ich mich im Arbeitsalltag sehr gut aufeinander verlassen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Besonders negativ empfand ich den Umgang mit fachlichen Meinungen und Verbesserungsvorschlägen. Eigene Ideen wurden aus meiner Erfahrung nicht immer offen aufgenommen, und fachliche Einwände wurden teilweise erst berücksichtigt, wenn sich eine andere Einschätzung als nicht zutreffend erwiesen hatte.

Hinzu kamen aus meiner Sicht problematische Arbeitsbedingungen, insbesondere die Erwartung, bereits vor dem offiziellen Arbeitsbeginn anwesend und fertig umgezogen zu sein, sowie regelmäßig anfallende fachfremde bzw. teilweise private Tätigkeiten während der Arbeitszeit.

Insgesamt fehlten mir Wertschätzung für die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter, eine offene Kommunikation und die Bereitschaft, bestehende Abläufe zu hinterfragen und zu verbessern.

Verbesserungsvorschläge

Verbesserungsvorschläge für den Arbeitgeber

Aus meiner Sicht wäre es wichtig, Mitarbeitern stärker zuzuhören und ihre fachliche Erfahrung ernst zu nehmen. Verbesserungsvorschläge sollten nicht automatisch als Kritik verstanden werden, sondern als Möglichkeit, Arbeitsabläufe einfacher, schneller und qualitativ besser zu gestalten.

Gerade wenn Mitarbeiter aufgrund ihrer Ausbildung oder Erfahrung eine andere technische Lösung vorschlagen, sollte diese offen geprüft werden. Auch bei Fehlern, beispielsweise bei einer fehlerhaften Vermessung oder Vorgabe, sollte die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter stärker einbezogen werden. Statt anschließend lediglich eine Lösung für das entstandene Problem finden zu müssen, sollte gemeinsam nach der sinnvollsten Lösung gesucht und aus Fehlern gelernt werden.

Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass Fachkräfte überwiegend entsprechend ihrer Qualifikation und ihrem eigentlichen Tätigkeitsbereich eingesetzt werden. Fachfremde Tätigkeiten können im Arbeitsalltag natürlich einmal anfallen. Wenn jedoch regelmäßig hausmeisterliche oder private Tätigkeiten, beispielsweise Arbeiten im privaten Gartenbereich oder entsprechende Einkäufe, während der Arbeitszeit übernommen werden, geht dies aus meiner Sicht zu Lasten der eigentlichen fachlichen Tätigkeit.

Ebenso würde ich mir eine klarere Trennung zwischen Arbeitszeit und persönlicher Vorbereitungszeit, modernere und qualitativ hochwertigere Arbeitsmittel sowie mehr Transparenz bei betrieblichen Vorgängen wünschen.

Insgesamt würde dem Unternehmen aus meiner Sicht eine offenere Kommunikation, mehr Vertrauen in die Fachkompetenz der Mitarbeiter, eine stärkere Orientierung an den eigentlichen Aufgaben und Qualifikationen sowie mehr Bereitschaft zur Veränderung guttun.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre habe ich insgesamt eher angespannt erlebt. Pünktlichkeit, Arbeitsbeginn und die Erwartungen an die Mitarbeiter wurden aus meiner Sicht teilweise sehr streng gehandhabt. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass eigene Ideen und Verbesserungsvorschläge nicht immer willkommen waren. Dadurch entstand für mich zunehmend das Gefühl, dass vor allem erwartet wird, bestehende Abläufe auszuführen, anstatt diese zu hinterfragen oder zu verbessern.

Image

Das Image des Unternehmens wirkte auf mich nach außen positiver, als ich es im Arbeitsalltag erlebt habe. Intern habe ich insbesondere bei Kommunikation, Wertschätzung, Offenheit für andere Meinungen und den Arbeitsbedingungen deutliche Unterschiede zwischen dem äußeren Eindruck und meiner persönlichen Erfahrung wahrgenommen.

Auch im Umgang mit Kunden hatte ich teilweise den Eindruck, dass die eigenen Produkte stärker in den Vordergrund gestellt wurden. Aus meiner Sicht sollte jedoch immer die für den jeweiligen Kunden sinnvollste technische Lösung entscheidend sein.

Ich habe dabei auch erlebt, dass bei der Umsetzung eigener Lösungen Fehler beispielsweise durch Bestellungen, Vermessungen oder die fehlende Berücksichtigung technischer Gegebenheiten entstehen konnten. Aus meiner Sicht sollte die fachlich sinnvollste Lösung stärker im Mittelpunkt stehen.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance habe ich als schwierig empfunden. Der offizielle Arbeitsbeginn wurde aus meiner Erfahrung nicht immer als tatsächlicher Beginn der Tätigkeit behandelt. Es wurde beispielsweise erwartet, bereits vor Arbeitsbeginn anwesend und umgezogen zu sein und teilweise noch Aufgaben wie die Vorbereitung von Kaffee zu übernehmen.
Auch die Zeit zum Umziehen wurde nach meiner Erfahrung nicht als Arbeitszeit berücksichtigt. Dadurch entstand für mich der Eindruck, dass regelmäßig zusätzliche Zeit vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn erwartet wurde, ohne dass diese entsprechend als Arbeitszeit berücksichtigt wurde.

Karriere/Weiterbildung

Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten habe ich nur sehr begrenzt wahrgenommen. Auch Möglichkeiten zur Weiterbildung und persönlichen Entwicklung waren aus meiner Erfahrung kaum vorhanden.

Wer sich fachlich weiterentwickeln, zusätzliche Verantwortung übernehmen oder eigene Ideen einbringen möchte, findet dafür aus meiner Sicht nur begrenzte Möglichkeiten. Gerade Eigeninitiative und neue Ansätze wurden meiner Erfahrung nach nicht immer positiv aufgenommen.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war grundsätzlich in Ordnung und für die Tätigkeit aus meiner Sicht angemessen. Betrachtet man jedoch die genannten Arbeitsbedingungen und die teilweise zusätzlichen Anforderungen im Arbeitsalltag, relativiert sich dieser Eindruck. Die Vergütung allein konnte für mich daher die bestehenden Defizite in anderen Bereichen nicht vollständig ausgleichen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Die anfallenden Materialien wurden grundsätzlich entsorgt. Bei gewerblich anfallenden Materialien wurde nach meiner Erfahrung jedoch teilweise der örtliche Wertstoffhof genutzt, obwohl mir nicht immer nachvollziehbar war, ob dies für die jeweilige Art und Herkunft der Abfälle die passende Entsorgungslösung darstellt.

Auch beim Umgang mit Schrott fehlte mir teilweise die notwendige Transparenz. Ich habe selbst erlebt, dass bei einzelnen Abgaben Private Namen als Bezug verwendet wurde. Für mich war dabei nicht nachvollziehbar, wie die daraus entstehenden Erlöse anschließend dokumentiert bzw. dem Unternehmen zugeführt wurden.

Ich möchte ausdrücklich nicht unterstellen, dass Einnahmen nicht ordnungsgemäß verbucht wurden. Mir fehlte jedoch die Transparenz darüber, wie mit solchen Erlösen umgegangen wurde. Gerade bei diesen Vorgängen hätte ich mir eine nachvollziehbare und transparente Dokumentation gewünscht.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt unter den Kollegen war für mich grundsätzlich sehr gut. Mit meinem direkten Kollegen habe ich mich gut verstanden und wir konnten uns im Arbeitsalltag aufeinander verlassen. Auch fachlich hatten wir häufig eine ähnliche Sichtweise. Einschränkend war lediglich, dass aus meiner Sicht nicht jeder seine Meinung gegenüber der Führungsebene offen vertreten wollte, wodurch manche Probleme eher hingenommen als angesprochen wurden.

Umgang mit älteren Kollegen

Den Umgang mit älteren bzw. langjährig beschäftigten Mitarbeitern empfand ich als gemischt. Einerseits war deren langjährige Erfahrung im Arbeitsalltag selbstverständlich wertvoll. Andererseits hatte ich den Eindruck, dass fachliche Einschätzungen erfahrener Mitarbeiter nicht immer das Gewicht bekommen haben, das ich aufgrund ihrer Erfahrung erwartet hätte.

In einem konkreten Fall wurde eine aus meiner Sicht zutreffende Fehlerdiagnose eines sehr erfahrenen Mitarbeiters zunächst nicht berücksichtigt und erst später aufgegriffen, nachdem sich eine andere Einschätzung als nicht zutreffend erwiesen hatte. Für mich zeigte das, dass mehr Vertrauen in die Erfahrung und Fachkompetenz langjähriger Mitarbeiter sinnvoll wäre.

Vorgesetztenverhalten

Hier sehe ich einen der größten Verbesserungsbereiche. Mein Eindruck war, dass Mitarbeiter vor allem dann Wertschätzung erfahren, wenn es darum geht, Probleme zu lösen oder Fehler auszubessern.
Besonders schwierig empfand ich den Umgang mit fachlichen Einwänden. Wenn beispielsweise eine eigene Vermessung oder Vorgabe nicht korrekt war, lag es aus meiner Erfahrung anschließend häufig an den Facharbeitern, eine praktikable Lösung zu finden. Gleichzeitig hatte ich nicht immer das Gefühl, dass die Erfahrung und das Fachwissen der Mitarbeiter bei der ursprünglichen Entscheidungsfindung ausreichend berücksichtigt wurden.
Ich hätte mir hier deutlich mehr Vertrauen in die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter, einen offenen Umgang mit Fehlern und eine Kommunikation auf Augenhöhe gewünscht

Arbeitsbedingungen

Neuere bzw. zeitgemäße Arbeitsmittel findet man hier eher selten. Grundsätzlich ist es natürlich nicht notwendig, funktionierende Arbeitsmittel ständig zu ersetzen. Allerdings gab es aus meiner Sicht einige Bereiche, in denen modernere und qualitativ hochwertigere Arbeitsmittel den Arbeitsalltag deutlich erleichtern könnten.

Teilweise hatte ich den Eindruck, dass bei Anschaffungen stärker auf den möglichst günstigen Preis als auf Qualität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit geachtet wurde. Gerade bei Arbeitsmitteln, die täglich eingesetzt werden, halte ich Einsparungen an dieser Stelle langfristig nicht für sinnvoll.

Kommunikation

Die Kommunikation empfand ich als schwierig. Andere Meinungen, Verbesserungsvorschläge und fachliche Einwände wurden aus meiner Erfahrung nicht immer offen aufgenommen. Auch bei technischen Problemen hatte ich mehrfach den Eindruck, dass zunächst an der eigenen Einschätzung festgehalten wurde, obwohl erfahrene Mitarbeiter eine andere fachliche Einschätzung abgegeben hatten. Eine offenere Kommunikation und ein stärkerer Austausch auf Augenhöhe hätten aus meiner Sicht vieles erleichtert.

Gleichberechtigung

Hier kann ich nur eingeschränkt etwas beurteilen, da während meiner Beschäftigungszeit außerhalb der Familie keine Frauen im Unternehmen angestellt waren. Deshalb vergebe ich hier eine neutrale Bewertung.

Interessante Aufgaben

Der Aufgabenbereich war grundsätzlich abwechslungsreich und die eigentlichen Tätigkeiten im Bereich Rollladen- und Sonnenschutz waren durchaus interessant. Allerdings bestand ein nicht unerheblicher Teil der Arbeit auch aus fachfremden Tätigkeiten. Teilweise fühlte man sich eher als Hausmeister als als ausgebildeter Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker-Geselle.
Dazu gehörten beispielsweise Arbeiten auf privaten Grundstücksbereichen, unter anderem Gartenarbeiten, sowie Einkäufe für den privaten Gartenbereich während der Arbeitszeit. Solche Tätigkeiten hatten für mich keinen direkten Bezug zum eigentlichen Berufsbild und haben entsprechend Zeit gebunden, die aus meiner Sicht sinnvoller für fachliche Arbeiten oder die Weiterentwicklung im eigentlichen Tätigkeitsbereich hätte genutzt werden können.
Aufgrund der kleinen Zahl an Gesellen war es außerdem häufig notwendig, gemeinsam zu arbeiten und Aufgaben flexibel untereinander aufzuteilen. Dadurch war die Tätigkeit zwar abwechslungsreich, allerdings nicht immer in dem Umfang fachbezogen, den ich von einer Beschäftigung als ausgebildeter Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker erwartet hätte

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