Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Tätigkeit im technischen Brandschutz bietet grundsätzlich interessante fachliche Möglichkeiten. Auch das Unternehmen selbst hätte aufgrund seines Tätigkeitsfeldes und vorhandener Mitarbeiterqualifikationen durchaus Potenzial für eine positive Entwicklung. Vereinzelt gab es hilfsbereite und fachlich erfahrene Kollegen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Vorgesetztenverhalten und insbesondere die Entscheidungen der Geschäftsführung waren für mich einer der größten Kritikpunkte während meiner Beschäftigung.
Ich wurde nach meinem abgeschlossenen Studium des Wirtschaftsingenieurwesens gezielt für eine Position im technischen Vertrieb angeworben und eingestellt. Ausschlaggebend waren die mir zugesagten beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten, eine strukturierte Einarbeitung sowie die Aussicht, meine fachlichen Qualifikationen langfristig im Unternehmen einzubringen und weiterzuentwickeln.
Nach dem Ausscheiden des damaligen Vertriebsleiters verschlechterte sich die Führungssituation aus meiner Sicht jedoch erheblich. Besonders auffällig war die fehlende Fähigkeit der Geschäftsführung, fachliche Qualifikationen, tatsächliche Kompetenzen und individuelle Entwicklungspotenziale der Mitarbeitenden angemessen einzuschätzen und voneinander zu unterscheiden.
Statt qualifizierte Nachwuchskräfte gezielt aufzubauen und vorhandenes Fachwissen strategisch einzusetzen, wurden aus meiner Sicht wiederholt die falschen personellen Prioritäten gesetzt. Mitarbeitenden wurden Verantwortlichkeiten, Entscheidungsbefugnisse und teilweise weitreichende Berechtigungen übertragen, obwohl sie meiner Einschätzung nach nicht über die dafür notwendigen fachlichen Voraussetzungen verfügten. Dies führte zu unklaren Hierarchien, Kompetenzüberschneidungen und internen Konflikten. Fachliche Qualifikation und tatsächliche Leistung schienen bei solchen Entscheidungen häufig eine untergeordnete Rolle zu spielen.
Gerade von einer Geschäftsführung erwarte ich, dass sie die eigenen Geschäftsprozesse, die fachlichen Anforderungen der jeweiligen Positionen und die Stärken ihrer Mitarbeitenden kennt. Diese Kompetenz sowie eine klare strategische Ausrichtung konnte ich in der praktischen Führung jedoch nicht erkennen.
Die Folgen dieser aus meiner Sicht gravierenden Führungs- und Organisationsdefizite wurden im weiteren Verlauf immer deutlicher. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der anschließende Personalabbau verstärkten bei mir den Eindruck, dass es über längere Zeit an einer vorausschauenden Unternehmens- und Personalplanung gefehlt hatte.
Besonders enttäuschend und für mich menschlich kaum nachvollziehbar war der Umgang mit meiner betriebsbedingten Kündigung.
Noch kurz zuvor erhielt ich ausschließlich positives Feedback zu meiner Arbeitsleistung und persönlichen Entwicklung. Mir wurde vermittelt, dass ich gute Arbeit leiste und mich fachlich positiv entwickle. Hinweise darauf, dass mein Arbeitsplatz konkret gefährdet sein könnte, gab es in diesen Gesprächen nicht.
Umso befremdlicher war es, dass ich nur kurze Zeit später völlig unerwartet mit meiner betriebsbedingten Kündigung konfrontiert wurde. Besonders respektlos empfand ich die Art und Weise, wie mir diese Entscheidung mitgeteilt wurde: Nicht einmal die Geschäftsführung selbst führte das Gespräch, sondern ich wurde von einer Vertretung ins Büro gebeten und dort ohne angemessene Vorbereitung mit der Kündigung konfrontiert.
Nach den zuvor ausgesprochenen positiven Rückmeldungen und den ursprünglich kommunizierten langfristigen Perspektiven empfand ich dieses Vorgehen als äußerst unprofessionell, menschlich enttäuschend und in seiner Art und Weise als unwürdig.
Eine derart einschneidende Entscheidung, die erhebliche Auswirkungen auf die berufliche und persönliche Zukunft eines Mitarbeitenden hat, sollte zumindest mit dem notwendigen Respekt, Verantwortungsbewusstsein und einer angemessenen Kommunikation einhergehen.
Insgesamt habe ich eine Führungskultur erlebt, in der es aus meiner Sicht sowohl an fachlicher Urteilskraft als auch an strategischem Weitblick, Verlässlichkeit und sozialer Kompetenz mangelte. Besonders enttäuschend ist, dass die Konsequenzen dieser Führungsentscheidungen letztlich auch Mitarbeitende tragen mussten, die ihre Arbeit engagiert und gewissenhaft ausgeübt hatten.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen sollte seine Führungs- und Personalstrukturen grundlegend überdenken. Führungspositionen sollten nach nachvollziehbarer fachlicher und persönlicher Eignung besetzt werden. Eine leitende Position allein bedeutet nicht automatisch, über die notwendigen Führungskompetenzen oder ein ausreichendes Verständnis für die operativen Geschäftsprozesse zu verfügen.
Insbesondere sollte die Geschäftsführung stärker darauf achten, welche Qualifikationen Mitarbeitende mitbringen, welche Potenziale vorhanden sind und wie diese langfristig gefördert werden können.
Qualifizierte Nachwuchskräfte sollten gezielt eingearbeitet, weitergebildet und an das Unternehmen gebunden werden. Stattdessen hatte ich den Eindruck, dass kurzfristige und teilweise schwer nachvollziehbare Personalentscheidungen im Vordergrund standen.
Darüber hinaus sind eine transparente Kommunikation, verbindliche Zusagen im Recruitingprozess, eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Standorten und ein professioneller Umgang mit Mitarbeitenden dringend erforderlich.
Gerade vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten und des damit verbundenen Personalabbaus wäre eine vorausschauendere Unternehmens- und Personalplanung wünschenswert gewesen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war aus meiner Sicht äußerst toxisch und von einem unprofessionellen, teilweise respektlosen Umgang miteinander geprägt. Insbesondere im Vertrieb herrschten ausgeprägtes Konkurrenzdenken, gegenseitige Missgunst, persönliche Konflikte und ein belastendes Arbeitsklima.
Gezielte Ausgrenzung, abwertendes Verhalten, persönliche Anfeindungen und das systematische Schlechtmachen einzelner Mitarbeitender waren wiederkehrende Probleme, die während meiner Beschäftigung mehrfach thematisiert wurden. Dennoch hatte ich nicht den Eindruck, dass die Führungsebene ausreichend dagegen vorging. Auch zwischen verschiedenen Abteilungen und den Standorten Gladbeck und Mogendorf waren Spannungen, gegenseitiges Lästern und mangelnde Zusammenarbeit deutlich spürbar.
Besonders kritisch empfand ich, dass einzelnen Mitarbeitenden weitreichende Verantwortlichkeiten und Befugnisse übertragen wurden, obwohl sie aus meiner Sicht nicht über die dafür erforderlichen fachlichen Qualifikationen und Kompetenzen verfügten. Gleichzeitig wurden akademische Qualifikationen, Fachkompetenz und das Entwicklungspotenzial anderer Mitarbeitender bei Personalentscheidungen nicht angemessen berücksichtig.
Image
Das Unternehmen wurde mir im Recruitingprozess als zukunftsorientierter und aufstrebender Arbeitgeber mit guten Entwicklungsperspektiven präsentiert. Die tatsächliche Situation wich aus meiner Sicht erheblich von dieser Darstellung ab. Insbesondere die internen Führungsstrukturen, die wirtschaftliche Entwicklung und der Umgang mit Mitarbeitenden haben mein ursprüngliches Bild deutlich verändert.
Work-Life-Balance
Die grundsätzlichen Arbeitszeiten waren planbar. Allerdings führte die mangelnde Organisation, verbunden mit fehlender Einarbeitung und unklaren Zuständigkeiten, zu einer unnötigen psychischen Belastung. Die Unsicherheit durch personelle Veränderungen und wirtschaftliche Schwierigkeiten wirkte sich zusätzlich auf das Arbeitsklima aus.
Karriere/Weiterbildung
Gerade in diesem Bereich wurden meine Erwartungen besonders enttäuscht. Ich wurde nach meinem Wirtschaftsingenieurstudium aktiv über eine Personalvermittlung angesprochen und aufgrund meiner Qualifikation für den Vertrieb gewonnen.
Ausschlaggebend für meine Entscheidung waren die ausdrücklich kommunizierten Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. In der Praxis fehlten jedoch sowohl eine systematische Einarbeitung als auch eine erkennbare Strategie zur Förderung qualifizierter Nachwuchskräfte.
Für mich entstand der Eindruck, dass fachliche Qualifikation und Entwicklungspotenzial bei internen Entscheidungen nicht die notwendige Priorität hatten.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt allein ist nicht ausschlaggebend für die Attraktivität eines Arbeitgebers. Entscheidend sind auch die tatsächlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Im Recruitingprozess wurden mir unter anderem eine gezielte Weiterbildung, eine langfristige Perspektive im Vertrieb sowie eine mögliche Entwicklung in den Außendienst einschließlich Dienstwagen in Aussicht gestellt. Diese Perspektiven wurden während meiner Beschäftigung nicht verwirklicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Bereich der sozialen Verantwortung gegenüber den eigenen Mitarbeitenden sehe ich deutlichen Verbesserungsbedarf. Insbesondere bei Personalentwicklung, Beschäftigungssicherheit und dem Umgang mit wirtschaftlich bedingten Veränderungen hätte ich mir mehr Verantwortungsbewusstsein und vorausschauendes Handeln gewünscht.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt war stark von der jeweiligen Abteilung und einzelnen Personen abhängig. Insbesondere im Vertrieb waren Konkurrenzdenken, gegenseitige Vergleiche und Gespräche übereinander statt miteinander spürbar. Auch zwischen den Standorten fehlte aus meiner Sicht ein gemeinsames Verständnis von Zusammenarbeit. Ein professioneller, gegenseitig unterstützender Teamgedanke war dadurch nur eingeschränkt vorhanden.
Umgang mit älteren Kollegen
Langjährige und ältere Mitarbeitende waren fest in die bestehenden Strukturen eingebunden. Ihre Erfahrung wurde berücksichtigt. Gleichzeitig hätte ich mir eine ausgewogenere Personalentwicklung gewünscht, bei der auch jüngere und akademisch qualifizierte Mitarbeitende gezielt gefördert werden.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten war aus meiner Sicht sehr unprofessionell. Ich wurde als Wirtschaftsingenieurin eingestellt, jedoch wurden meine Qualifikationen und Entwicklungspotenziale kaum berücksichtigt. Stattdessen erhielten Mitarbeitende weitreichende Verantwortlichkeiten und Befugnisse, obwohl ihnen die notwendigen Qualifikationen und fachlichen Kompetenzen fehlten. Dadurch entstanden fragwürdige Hierarchien, interne Konflikte und erhebliche organisatorische Probleme.
Der Geschäftsführung fehlte es aus meiner Sicht an Führungskompetenz, fachlichem Verständnis und einer vorausschauenden Personalstrategie. Die falschen Mitarbeitenden wurden gefördert, während qualifizierte Nachwuchskräfte vernachlässigt wurden.
Besonders enttäuschend war meine kurzfristige betriebsbedingte Kündigung. Nur kurze Zeit zuvor wurde meine Arbeitsleistung ausdrücklich gelobt und meine positive Entwicklung hervorgehoben. Ohne vorherige Ankündigung wurde ich anschließend von einer Vertretung, nicht einmal von der Geschäftsführung persönlich, ins Büro gebeten und mit der Kündigung konfrontiert. Diesen Umgang empfand ich als respektlos, unwürdig und menschlich äußerst enttäuschend.
Arbeitsbedingungen
Die organisatorischen Rahmenbedingungen entsprachen nicht den Erwartungen, die im Recruitingprozess vermittelt wurden. Es fehlte an einem strukturierten Einarbeitungskonzept, klaren Verantwortlichkeiten und einer verlässlichen Entwicklungsplanung. Insbesondere für neue Mitarbeitende mit akademischem Hintergrund war der Einstieg dadurch unnötig erschwert.
Kommunikation
Eine transparente und verlässliche Kommunikation war aus meiner Sicht kaum vorhanden. Zwischen den Standorten Gladbeck und Mogendorf fehlte es an einer abgestimmten Zusammenarbeit. Wichtige Informationen wurden teilweise unzureichend oder verspätet weitergegeben. Besonders problematisch war die Diskrepanz zwischen mündlichen Zusagen und deren tatsächlicher Umsetzung.
Gleichberechtigung
Eine nachvollziehbare und leistungsorientierte Förderung von Mitarbeitenden konnte ich nicht erkennen. Aus meiner Sicht wurden fachliche Qualifikation, akademische Ausbildung und individuelle Entwicklungspotenziale bei Personalentscheidungen nicht ausreichend berücksichtigt. Die Kriterien für berufliche Perspektiven und Weiterentwicklung waren wenig transparent.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeit im technischen Vertrieb hätte grundsätzlich interessante Entwicklungs- und Verantwortungsmöglichkeiten geboten. Als Wirtschaftsingenieurin wurde ich jedoch nicht entsprechend der ursprünglich kommunizierten Perspektiven eingesetzt und gefördert. Die zugesagte strukturierte Einarbeitung sowie die angekündigte fachliche Weiterentwicklung blieben weitgehend aus. Dadurch wurde das Potenzial der Stelle aus meiner Sicht nicht ausgeschöpft.