1 Bewertung von Mitarbeiter:innenkununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
Ihr Unternehmen?
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Ehrlich gesagt fällt mir außer der grundsätzlich akzeptablen Work-Life-Balance nicht viel Positives ein. Die größte Erleichterung war letztendlich der Abschied. Allein die Gewissheit, dort nicht mehr arbeiten und mich nicht mehr mit den internen Strukturen, bestimmten Kolleginnen und Kollegen sowie der Geschäftsleitung auseinandersetzen zu müssen, war eine enorme Erleichterung.
Rückblickend kann ich daher sagen: Es war eine Erleichterung, dort nicht mehr hin zu müssen.
Es war schlicht traurig und ernüchternd zu beobachten, wie sich das Unternehmen im Laufe der Zeit entwickelt hat. Besonders der Umgang mit langjährigen und engagierten Mitarbeitenden spricht für sich. Menschen, die jahrelang gute Arbeit geleistet, sich reingehängt und einen großen Teil der Arbeit mitgetragen haben, wurden am Ende keineswegs entsprechend wertgeschätzt. Was man teilweise am Rande mitbekommen hat, wie mit langjährigen und guten Mitarbeitenden umgegangen wurde, sagt mehr als alles andere.
Gleichzeitig entstand der Eindruck, dass bestimmte alteingesessene Mitarbeitende im Büro mit vielem durchkamen, während andere immer wieder die Hauptlast der Arbeit tragen mussten. Gerade diejenigen, die vorne im Betrieb standen und täglich richtig mit angepackt haben, mussten häufig auffangen, was andere nicht auffingen.
Am Ende bleibt leider der Eindruck: Jeder ist ersetzbar – selbst nach vielen Jahren Zugehörigkeit und trotz guter Arbeit. Eine wirklich wertschätzende Arbeitsatmosphäre sieht für mich anders aus.
Das Zepter abgeben, wenn man merkt, dass man nicht mehr in der Lage ist ein Unternehmen zu führen. Und sich vielleicht auch einmal ernsthaft in die Mitarbeitenden hineinversetzen, anstatt aus jeder Mücke einen Elefanten zu machen. Wenn Mitarbeitende irgendwann Angst haben müssen, überhaupt noch den Mund aufzumachen, läuft definitiv etwas falsch. Weniger Kontrolle, weniger unnötige Eskalationen und stattdessen mehr Vertrauen, Augenmaß und ein respektvoller Umgang wären dringend notwendig. Das Prinzip „Zuckerbrot und Peitschen“ trifft es hier leider ziemlich genau.
Die Arbeitsatmosphäre war für mich häufig unangenehm und angespannt. Wenn die richtigen Menschen zusammengearbeitet haben, war die Zusammenarbeit durchaus in Ordnung – insgesamt wurde das Arbeitsklima jedoch stark durch Grüppchenbildung und ein spürbares Gegeneinander geprägt. Gerade im Umgang mit langjährigen Mitarbeitenden, die überwiegend im Büro tätig waren, kam es immer wieder zu unnötigen Spannungen und Unstimmigkeiten, weil die ihr eigenes Ding durchgezogen haben.
Die Work-Life-Balance war insgesamt in Ordnung. Arbeitszeiten und Freizeit ließen sich gut miteinander vereinbaren.
Einen echten Teamzusammenhalt habe ich leider vermisst. Mit den richtigen Kolleginnen und Kollegen hat die Zusammenarbeit gut funktioniert und auch Spaß gemacht. Insgesamt hatte ich jedoch häufig das Gefühl, dass eher gegeneinander als miteinander gearbeitet wurde. Besonders mit einigen langjährigen Mitarbeitenden aus dem Büro war die Zusammenarbeit für mich schwierig und unangenehm, sodass ich diesen Kontakt irgendwann weitestgehend vermieden habe. Ein echtes Wir-Gefühl ist dadurch leider nie entstanden.
Hier lag das Problem definitiv nicht bei den jüngeren Kolleginnen und Kollegen. Die Zusammenarbeit mit einigen langjährigen Mitarbeitenden war hingegen häufig anstrengend. Vieles wirkte festgefahren und Veränderungen oder neue Ideen stießen nicht selten auf Widerstand. Diskussionen waren dadurch leider häufig vorprogrammiert, ohne dass wirklich Bereitschaft zur Einsicht oder Veränderung erkennbar war. Auffällig war, dass die Stimmung im Team sofort deutlich entspannter und gelöster war, wenn bestimmte langjährige Mitarbeitende im Urlaub waren – obwohl dadurch sogar mehr Arbeit anfiel. Das sagt aus meiner Sicht schon einiges über die tatsächliche Arbeitsatmosphäre aus.
Anfangs wirkte das Vorgesetztenverhalten noch gut und professionell. Das änderte sich allerdings relativ schnell. Mit zunehmender Zeit entwickelte sich die Geschäftsleitung zu einer absoluten Vollkatastrophe. Es entstand immer mehr Chaos, Entscheidungen wirkten teilweise völlig unverhältnismäßig und der Umgang mit Mitarbeitenden wurde zunehmend unangemessen. Mitarbeitende mussten aufpassen, was sie sagen und wie sie sich verhalten, weil aus Kleinigkeiten plötzlich große Probleme gemacht wurden. Dinge und Situationen wurden hochgepusht und man wurde dargestellt, als sei man untragbar für das Geschäft. Eine solche Führung sorgt nicht für Vertrauen oder Motivation, sondern vergrault am Ende genau die guten Leute, die ein Unternehmen eigentlich halten sollte. Rückblickend war das Vorgesetztenverhalten einer der größten Kritikpunkte und hat sich im Laufe der Zeit leider von „wirklich gut“ zu „absolut untragbar“ entwickelt!!!
Die Kommunikation war stark personenabhängig. Mit den richtigen Leuten hat sie gut funktioniert, ansonsten war sie häufig schwierig, unklar und unbefriedigend. Es fehlte oft an offenem Austausch, klaren Absprachen und gegenseitiger Unterstützung. Statt miteinander zu arbeiten, hatte ich nicht selten das Gefühl, dass eher gegeneinander gearbeitet wurde. Hier wäre deutlich mehr Professionalität und Verlässlichkeit wünschenswert gewesen.
Vonseiten der Geschäftsführung war Gleichberechtigung grundsätzlich ein Thema. Unter den Mitarbeitenden sah die Realität allerdings anders aus. Gerade die alteingesessenen Kolleginnen und Kollegen im Büro schienen häufig ihr eigenes Ding zu machen und sich deutlich mehr herausnehmen zu können als andere. Dadurch entstand nicht der Eindruck eines fairen und gleichberechtigten Miteinanders. Von einer wirklich gesunden Gleichbehandlung konnte aus meiner Sicht daher keine Rede sein.