Kein Albtraum, aber einige Sachen müssen geändert werden
Arbeitsatmosphäre
Der ständige Druck, Ziele zu erfüllen, schlägt massiv auf das Arbeitsklima innerhalb der Filiale. Es werden ständige Vorkehrungen getroffen, um Zahlen zu erreichen, wie z.B. Kürzungen der eigenen Stunden (was sich natürlich negativ auf den Lohn auswirkt, den die meisten zum Überleben brauchen) oder Reduktion der Arbeitskräfte pro Schicht, so dass der Workload sich massiv erhöht. Trotzdem habe ich meine ehemalige VKL, welche leider später das Bezirk gewechselt hat, zu loben, da sie immer ein offenes Ohr hatte und sich wirklich oft für unsere Wünsche und Anliegen eingesetzt hat! Auch war sie die einzige, die Wertschätzung gezeigt hat, obwohl sie ja durch negative Ergebnisse bei den Verkaufszahlen auch Probleme bekommt.
Kommunikation
Mit besagter VKL war die Kommunikation ganz gut wenn sie dar war, aber es kann nicht sein, dass sich für manche Filialen niemand zuständig fühlt, wenn die VKL und im schlimmsten Fall ihre Vertretung nicht da sind (Urlaub, krank, was auch immer). Wenn die Filialleitung ausfällt, hängt es an einem selbst und teilweise Aushilfs-/Studentenkräften, Dienstpläne umzuschreiben, für Ersatz rumzutelefonieren (parallel zur Kundenbedienung während Stoßzeiten) und am Ende Überstunden zu machen.
Kollegenzusammenhalt
In meiner Filiale kann ich mich nicht beschweren, das Team war wundervoll und es wurde sich unterstützt, wo es ging. Auch in drei weiteren Filialen, in denen ich gelegentlich aushalf, habe ich abgesehen von dem Stress, dem man sowieso ausgesetzt ist, keine negative Grundstimmung wahrgenommen.
Work-Life-Balance
Für mich war es kein großes Problem, da ich meine Vollzeittätigkeit nur zweckmäßig auf ein Jahr beschränkt habe und die Firma von Anfang an wusste, wann ich gehe. Auch habe ich keine Kinder, so dass ich sehr flexibel war und Überstunden zwar anstrengend waren, aber gleichzeitig auch bedeuteten, dass ich mehr Geld ansparen konnte. Wenn man nun aber Kinder hat oder schlicht noch etwas von seinem Leben mitbekommen möchte, rate ich mal zumindest von einer Vollzeitstelle ab. Ich habe teilweise 15 Tage lang durchgearbeitet, keine geregelten Schichten gehabt (teilweise drei mal die Woche ein Wechsel von Spät auf Früh oder umgekehrt) und auch die Mindestruhezeit zwischen Schichten wurde mal missachtet, wenn Personalmangel war. Wie gesagt, ich habe häufig zugestimmt und hatte meistens kein großes Problem damit, aber wenn ich mal eins hatte hieß es auch oft "Ist halt so, man kann es nicht jedem Recht machen"
Vorgesetztenverhalten
Ich war fast 1,5 Jahre im Betrieb und habe den Chef nie gesehen, obwohl häufig gesagt wurde, er kommt mal vorbei und spricht mit uns über spezifische Probleme. Bereits genannte VKL möchte ich nochmal positiv hervorheben, sowie meine Filialleitung, die ich sehr ins Herz geschlossen habe. Mit den restlichen Vorgesetzten hatte ich kaum berührungspunkte, wenn dann nur mal übers Telefon, wo es meistens kurz, aber respektvoll ablief
Interessante Aufgaben
Immer der gleiche Ablauf, aber angenehm, dass man irgendwann seine Routine drin hat. Wenn man in der Filiale ein gutes Klima hat, werden die Aufgaben auch gerecht aufgeteilt. Allerdings kommen mit der Zeit auch viele Aufgaben dazu, weil z.B. an Reinigungspersonal gespart wird
Gleichberechtigung
Ich habe mich als Frau nie ungerecht behandelt gefühlt, im Gegenteil wurde ich häufig in meinen Anliegen unterstützt. Man muss aber auch sagen, dass ein Großteil des Personals weiblich ist und auch die Führungskräfte, mit denen ich interagiert habe, meistens weiblich waren.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich denke, etwas mehr Wertschätzung für älteres Personal, welches viele Aufgaben übernimmt, ist immer angebracht. Allerdings wurde innerhalb des Teams bei uns immer alles gemacht, um zu entlasten und entgegenzukommen
Arbeitsbedingungen
Der schon erwähnte Stress schlägt natürlich auf die Stimmung, man bekommt immer mehr Aufgaben und weniger Stunden, hier muss gespart werden und da muss Gewinn maximiert werden...Die Temperaturregulierung in unserer Filiale war katastrophal, im Winter fast 0 Grad und im Sommer durch den Ofen viel zu heiß. Die Anlage an der Decke, bei welcher man die Temperatur einstellen sollte, funktioniert nicht richtig, und erst nach monatelangem Betteln bekommt man endlich mal kleine Heizstrahler und Westen zur Verfügung gestellt
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es ergibt gar keinen Sinn, eine Mindestzahl für Retoure zu haben, damit diese entsorgt werden kann. Es hat bestimmt seine Gründe, aber packt diese Retoure doch bei TooGoodToGo rein oder freut euch, wenn alles verkauft wurde und nichts weggeworfen werden muss
Gehalt/Benefits
Ja, was soll man sagen...Ich habe es irgenwie geschafft, eine kleine Gehaltserhöhung zu erhalten (danke, liebe VKL!!), aber das generelle Gehalt, welches gezahlt wird, ist wirklich zu wenig. Sogar bei meinem neuen Job als Studentin erhalte ich mehr, und wenn irgendwann sogar Perasonalrabatt, mit welchem ja bein Einstellung beworben wird, reduziert wird, hat der Beruf wirklich keine Attraktivitöt mehr. Man bekommt Sonn- und Feiertagszuschläge, aber dafür, dass man um 4 Uhr morgens in der Filale stehen muss, danmit mann alleine bis Filialöffnunf alles schafft, bekommt man keinen Nachtzschlag (welcher auf jeden Fall angebracht wäre!
Ich sage es mal so, wenn jemand nach über 20 Jahren berufserfahrung mit einer wichtigen Position gerade mal 16 Euro/h bekommt, läuft was schief. Auch, dass man als Vollzeitkraft gerade mal 26 tage Urlaub bekommt, ist irgendwie frech, wenn man Montag bis Sonntag konstant arbeitet,
