Keine Augenhöhe mehr: Präsenz als Standard statt flexiblem Arbeiten
Gut am Arbeitgeber finde ich
- gute Kolleginnen und Kollegen
- Kantine
- grundsätzlich spannende Themen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- fehlende Augenhöhe in der Kommunikation
- Entscheidungen ohne echte Einbindung
- Rückbau von Flexibilität
- Pride und Diversity Symbole zeigen, aber nicht leben
Verbesserungsvorschläge
- Entscheidungen wieder im Dialog treffen, nicht nur mitteilen
- Führung & HR stärker an Augenhöhe und Transparenz ausrichten
- Diversity Ziele in Entscheidungen berücksichtigen
- Flexibilität nicht zurückbauen, sondern weiterentwickeln
Arbeitsatmosphäre
Im direkten Team ist die Zusammenarbeit gut. Auf Unternehmensebene hat sich die Kultur jedoch spürbar verändert.
Es entsteht zunehmend der Eindruck, dass Mitarbeitende eher als Kostenfaktor betrachtet werden und nicht als Menschen, deren Situation berücksichtigt werden sollte. Das wirkt sich deutlich auf die Stimmung aus.
Kommunikation
Kommunikation erfolgt aktuell klar top-down.
Entscheidungen werden getroffen und anschließend so vermittelt, dass sie umgesetzt werden sollen! Echter Austausch findet kaum statt. In Gesprächen entsteht teilweise der Eindruck, dass Zustimmung erwartet wird, auch wenn die Entscheidung bereits feststeht.
Das hat mit Kommunikation auf Augenhöhe wenig zu tun.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter Kolleginnen und Kollegen ist gut. Viele versuchen, die Situation gemeinsam zu tragen, aber es führt auch zu mehr Ellenbogenmentalität.
Work-Life-Balance
Die Ankündigung kam für mich von einem Tag auf den anderen und ohne Vorbereitung. Ich habe die Kommunikation als respektlos und wenig wertschätzend erlebt.
Inhaltlich bedeutet die neue Regelung für viele eine deutliche Einschränkung: Präsenz an fünf Tagen pro Woche wird als Standard gesetzt, mobiles Arbeiten ist nur noch maximal einmal pro Woche nach Absprache möglich. Gerade für Mitarbeitende mit familiären Verpflichtungen (Kinderbetreuung, Pflege, Schulwege, Krankheitsfälle) macht das den Alltag spürbar schwieriger – weil Flexibilität nicht „nice to have“, sondern Voraussetzung ist, um Arbeit und Privatleben überhaupt stabil zu organisieren.
Für mich entsteht dadurch ein Klima von Unsicherheit: Wenn grundlegende Arbeitsbedingungen so kurzfristig und ohne Übergangsphase geändert werden, sinkt das Sicherheitsgefühl am Arbeitsplatz. Das wirkt sich auch auf die Gesundheit aus – weniger Planbarkeit, mehr Druck, mehr organisatorische Belastung, weniger Spielraum bei unvorhergesehenen Situationen. Psychologische Sicherheit entsteht nicht durch Appelle, sondern durch verlässliche Rahmenbedingungen, transparente Entscheidungen und die Möglichkeit, Anliegen ohne Angst vor Nachteilen anzu
Vorgesetztenverhalten
Stark abhängig von der jeweiligen Führungskraft.
Auf höherer Ebene werden Entscheidungen jedoch als wenig transparent und wenig dialogorientiert wahrgenommen. Mitarbeitende werden nicht wirklich einbezogen, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt.
Die Entscheidungsfindung wirkt teilweise stark politisch geprägt und nicht immer transparent. Für Mitarbeitende ist dadurch schwer nachvollziehbar, welche Kriterien zugrunde liegen, was Vertrauen in Führung erschwert.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind inhaltlich spannend. Das Potenzial wird jedoch durch die aktuelle Entwicklung und Priorisierung nicht ausgeschöpft.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung (Diversity & Inclusion) wird stark kommuniziert, aber nicht gelebt.
Gerade bei Themen wie flexible Arbeitsmodelle, Vereinbarkeit und Entwicklungsmöglichkeiten zeigt sich eine klare Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität. Entscheidungen, die Flexibilität einschränken, stehen im direkten Widerspruch zu Zielen wie mehr Frauen in Führungspositionen.
Der Eindruck entsteht, dass Diversity vor allem ein Kommunikationsthema ist für die Außendarstellung.
Umgang mit älteren Kollegen
So und so. Werden teilweise wertgeschätzt und teilweise möchte man sie loswerden.
Arbeitsbedingungen
Grundsätzlich gut, aber zunehmend weniger flexibel und weniger auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtet.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen stark positioniert. Nachhaltigkeit wird aber nur soweit betrieben, wie es sein muss.
Im Umgang mit Mitarbeitenden zeigt sich dieses Bewusstsein aktuell nicht immer in der gleichen Konsequenz.
Gehalt/Benefits
In Ordnung, aber kein klarer Wettbewerbsvorteil.
Image
Modernes Image nach außen. Intern passt dieses Bild aktuell nicht zur erlebten Realität, die ist konservativ.
Karriere/Weiterbildung
Vorhanden, aber stark abhängig von Prioritäten, Netzwerk, willkürliche Entscheidungen von Führungskräften und dem Geschlecht.

