Flexible Arbeitszeiten, jedoch Schwächen in anderen Bereichen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Flexible Arbeitszeiten, remote, unbegrenzt auch aus Nicht-EU-Ländern.
Fazit: Perfekter Job für Berufseinsteiger oder Werkstudenten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Viele grundlegende Probleme wie mangelnde Kommunikation, unfaire Aufgabenverteilung oder wenig Einbindung in Entscheidungen bestehen seit Jahren und verändern sich kaum, auch wenn gelegentlich Feedback eingeholt wird. Die Stimmung im Team ist distanziert, aber hilfsbereit, wenn man aktiv aufeinander zugeht.
Für Berufseinsteiger kann das Umfeld spannend sein, für erfahrene Fachkräfte fehlt oft Struktur, Wertschätzung und langfristige Perspektive.
Verbesserungsvorschläge
Mitarbeitender wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Sie sind das wichtigste Gut!
Transparenz, Wertschätzung, offene Kommunikation, Verständnis und echte Beteiligung an Entscheidungen würden nicht nur das Arbeitsklima verbessern, sondern auch die Bindung ans Unternehmen stärken.
Arbeitsatmosphäre
Es kommt auf den jeweiligen Vorgesetzten an. Fairness und Vertrauen sind nicht wirklich vorhanden.
Kommunikation
Kommunikation ist definitiv eine der größten Schwächen bei Scholarbook. Zwar gibt es diverse Formate – etwa firmenweite Meetings mit Zahlen-Updates, abteilungsübergreifende Runden, regelmäßige Newsletter und Beurteilungsgespräche – doch wirklich entscheidende Informationen landen oft nicht dort, wo sie gebraucht werden. Entscheidungen werden häufig „von oben“ getroffen und dann nach unten durchgereicht – ohne vorherige Rücksprache mit den betroffenen Teams. Und das immer wieder.
In unregelmäßigen Abständen wird zwar Feedback von den Mitarbeitern eingeholt, doch an den grundlegenden Problemen in der Kommunikation ändert sich dadurch wenig.
Kollegenzusammenhalt
Durch das Homeoffice arbeitet im Grunde jeder für sich – persönlicher Austausch findet selten statt. Es gibt weder spürbaren Zusammenhalt noch Konflikte; man kennt sich schlicht zu wenig, um ein echtes Wir-Gefühl zu entwickeln. Viele arbeiten in Teilzeit, erledigen ihren Job und kümmern sich wenig um das Drumherum.
Trotzdem: Wenn man sich mal öffnet oder Unterstützung braucht, zeigen sich viele Kollegen verständnisvoll und hilfsbereit. Man merkt dann doch, dass man im selben Boot sitzt – und in solchen Momenten hält man zusammen.
Work-Life-Balance
Die Arbeitszeiten lassen sich grundsätzlich sehr flexibel gestalten – auch mal am Wochenende nacharbeiten ist möglich. Urlaub wird innerhalb der Teams abgesprochen. Es gibt sehr arbeitsintensiven Phasen, was stressig sein kann.
Schlechte finde ich, dass manche Kollegen – inklusive Vorgesetzten – arbeiten auch im Urlaub weiter. Leider nehmen sich neue Mitarbeiter daran oft ein Beispiel.
Zudem wird – vor allem in Abteilungen mit Kundenkontakt – oft vorausgesetzt, dass man auch abends erreichbar ist oder noch „schnell etwas erledigt“. Diese Erwartungshaltung kommt teilweise direkt von Führungskräften und kann die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen lassen. Am Ende muss hier jeder selbst klare Grenzen ziehen: Urlaub ist Urlaub – und Feierabend sollte auch als solcher gelten.
Vorgesetztenverhalten
Ähnlich wie bei der Kommunikation ist auch das Verhalten der Führungskräfte stark abhängig von der jeweiligen Person – insgesamt jedoch oft problematisch. Entscheidungen werden meist auf Management-Ebene getroffen, ohne die betroffenen Fachabteilungen vorher einzubeziehen. Die Umsetzung soll dann häufig unter hohem Zeitdruck erfolgen, was zu Frust in den Teams führt.
In den vergangenen Monaten habe ich mehrere fähige Kollegen das Unternehmen verlassen sehen – nicht wegen ihrer Leistung, sondern weil sie vom Management schlecht behandelt wurden. Das war nicht nur schade, sondern auch vermeidbar.
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich gibt es abwechslungsreiche Aufgaben, allerdings ist die Verteilung nicht immer fair. Wer Leistung zeigt, bekommt häufig zusätzliche Verantwortung, während andere sich eher durchmogeln können, ohne dass das Konsequenzen hat.
Man kann Wünsche äußern und das Management versucht, diese umzusetzen.
Dabei sollte man jedoch realistisch bleiben: Die Möglichkeiten bei Scholarbook zur Weiterbildung und Weiterentwicklung sind begrenzt, und nicht jeder Wunsch lässt sich umsetzen.
Gleichberechtigung
Ich erlebe Scholarbook eher als männerdominiert, ohne genau benennen zu können, woran das liegt. Was mir in den letzten Monaten aufgefallen ist: Männer wurden häufiger gekündigt, während Frauen eher von sich aus gegangen sind. Ob das Zufall ist oder strukturelle Ursachen hat, kann ich nicht beurteilen.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt keine älteren Kollegen. Es gibt ein paar Kollegen, die in ihren 40er sind. Aber der Großteil der Kollegen ist unverheiratet, kinderlos und am Anfang der Arbeitskarriere.
Arbeitsbedingungen
Mittlerweile bekommt jeder Mitarbeitender einen Arbeitslaptop und ein Diensthandy. Das war früher nicht selbstverständlich. Ich arbeite wie alle im Homeoffice. Leider sind die bereitgestellten Geräte eher günstig gewählt und nicht immer zuverlässig, was die tägliche Arbeit erschwert. Auch die genutzte Online-Dokumentenablage wirkt eher billig und wenig durchdacht und führt ähnlich wie die Technik öfter zu Frust im Arbeitsalltag.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Dazu kann ich nichts sagen – mir ist kein konkretes Engagement in diesem Bereich aufgefallen.
Gehalt/Benefits
Gehalt kommt immer pünktlich, in vielen Abteilungen gibt es zusätzliche Bonuszahlungen und alle bekommen zusätzliche Sozialleistungen wie Rentenvorsorge, private Zusatzkrankenversicherung und eine Sachbezugskarte.
Gehalt an sich ist sehr unterschiedlich und hängt vom eigenen Verhandlungsgeschick ab. Gilt auch für Bonuszahlungen.
Image
Scholarbook scheint immer noch der Marktführer zu sein. Aber ich und ich kenne auch Kollegen, die nicht immer gut über Scholarbook reden. Besonders schade finde ich, dass in letzter Zeit viele leistungsstarke Mitarbeitende das Unternehmen verlassen haben – das hinterlässt Spuren und wirft Fragen zur Entwicklung der Firma auf.
Karriere/Weiterbildung
Das Management bemüht sich, auf individuelle Wünsche einzugehen.
Allerdings gibt es insgesamt nur sehr wenige Weiterbildungsangebote, weder im fachlichen noch im persönlichen Bereich.
Durch die flachen Hierarchien sind auch die Aufstiegsmöglichkeiten eher begrenzt. In den letzten Jahren wurden zudem mehrere Teamleiter-Posten zusammengelegt, was zusätzliche Entwicklungsperspektiven weiter eingeschränkt hat.