Eine Zeitreise in die Vergangenheit
Arbeitsatmosphäre
In meiner Abteilung wirklich schlecht. Sämtliche mögliche Gegenmaßnahmen scheitern am Sparkurs, Kündigungen sind Teil der Tagesordnung.
Insgesamt bedient man sich eher der Angst seiner Angestellten als „Motivationstreiber“.
Auch zwischen den Abteilungen fehlende Kommunikation und Grabenkämpfe.
Image
Da das Hauptprodukt, die Schwäbische Zeitung, seit Jahren an Qualität abnimmt und regelmäßig öffentlich für seine Nähe zu „rechts“ kritisiert wird, eher schlecht.
Work-Life-Balance
Durch die Größenordnung des Unternehmens und auch der meisten Abteilungen fällt es leicht, sich an die vertraglich geregelten Arbeitszeiten zu halten- was sicher nicht jedem gefällt und das Arbeitsverhältnis nicht sicherer macht.
Aber hey- viele wollen eh eher weg.
Wenn es nach dem Arbeitnehmer geht, dann ist „Dienst nach Vorschrift“ natürlich was schlechtes. Unterschwellig wird gefordert, dass man (ohne Arbeitszeitkonto und damit verbundenem Ausgleich) regelmäßig Überstunden schiebt. Gezahlt wird halt trotzdem nur nach Vorschrift/Vertrag.
Karriere/Weiterbildung
Viele mir bekannte Führungsrollen sind durch alte Hasen besetzt, also scheint es durchaus Aufstiegsmöglichkeiten zu geben, wenn man bereit ist die gleiche Arbeitsmentalität an den Tag zu legen, wie die alten Hasen vor 20 Jahren.
Gehalt/Benefits
In den meisten Bereichen durchschnittliches bis unterdurchschnittliches Gehalt, welches durch einen sogenannten „variablen Vergütungsanteil schöngeredet wird“.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umweltbewusstsein kennt man nur als Ausrede (s.o. Kostenpflichtigen Parkplätze). Anscheinend gibt es für leitende Angestellte sogar regelmäßige Charterflüge zwischen den beiden Hauptstandorten.
Kollegenzusammenhalt
Bei einem Unternehmen dieser (noch) Größenordnung selbstverständlich auch Abteilungsabhängig. Im allgemeinen lässt sich festhalten: die Schwachen halten gegenüber den Starken zusammen, andersrum das gleiche. Bis man halt seinen eingeben Kopf retten muss ;)
Umgang mit älteren Kollegen
Da diese vermutlich am teuersten in der Abschaffung sind, gibt es viele ältere Kollegen, die von der „guten Vergangenheit“ der „Schwäbischen“ schwärmen und aufgrund dieser auch noch emotional am Unternehmen hängen. Oder inzwischen halt abgestumpft sind.
Vorgesetztenverhalten
In meinem Fall okay.
Habe von grausigen Geschichten gehört, aber erster Hand nur das traditionelle Mittelmaß erlebt.
Arbeitsbedingungen
Sehr moderner Hauptsitz und großzügige Büroflächen, auch weil viele nicht mehr ins Büro kommen (wollen).
Parkhaus selbst für Mitarbeiter gebührenpflichtig (3€/Tag), was angesichts mangelnder kostenloser Parkplatzalternativen in der Innenstadt schon dreist ist.
Kommunikation
Da dieser Faktor der stark von der jeweiligen Führungspersönlichkeit abhängig ist, beziehe ich mich hier auf die Kommunikation der Geschäftsleitung- und die ist grausig.
Keinerlei Selbstreflexion und Kritikfähigkeit. Auch wenn das Sprichwort „der Fisch stinkt vom Kopf“ noch älter sein dürfte, als die längst überholte Arbeitgebermentalität- der Kopf scheint keine Ohren zu haben.
Gleichberechtigung
Letztendlich ist es egal, wer du bist, wo du herkommst und wen du liebst, was sicher gut ist. Nichtsdestotrotz wird man mit Vorurteilen und mangelnder Sensibilität konfrontiert. Weit von einer links-grünen Mentalität, aber auch nicht so schlimm, wie man es von einem konservativen Medienhaus, bei dem schon auch mal Personal bei „Nius“ abgeworben wird, erwarten könnte.
Interessante Aufgaben
Auch hier klar abhängig von der Abteilung. In meinem Fall leider nicht wirklich, in anderen Fällen arbeiten hier Menschen in langsam aussterbenden Zweigen (Redaktion) und lieben ihre eigentliche Arbeit. Geschätzt wird diese halt nicht.