Spannende Aufgaben, aber schwache Führung und chaotische Strukturen
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Beim Kunden – insbesondere bei Fraport – erhält man vielfältige Einblicke und sieht viel von den realen Anlagen und Prozessen.
- Für Berufseinsteiger ist das Unternehmen gut geeignet, um erste praktische Erfahrung zu sammeln und unterschiedliche Bereiche kennenzulernen.
- Die Aufgaben rund um Programmierung, Inbetriebnahme und Kundeneinsätze sind abwechslungsreich und technisch interessant.
- Der Zusammenhalt unter den meisten Kolleginnen und Kollegen, vor allem in der Softwareabteilung, war positiv und unterstützend.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Da meine ausführliche Bewertung die wesentlichen Punkte bereits klar widerspiegelt, möchte ich an dieser Stelle nicht zusätzlich negative Aspekte aufzählen. Die genannten Erfahrungen basieren ausschließlich auf meiner eigenen Zeit im Unternehmen und sollen Außenstehenden einen authentischen Einblick geben.
Fazit:
Geeignet ist das Unternehmen eher für Personen, die kurzfristig einen Einstieg suchen oder erste Berufserfahrung sammeln möchten. Für eine langfristige Entwicklung halte ich die vorhandenen Strukturen für ungeeignet. Für ein bis zwei Jahre als Einstieg in Ordnung – darüber hinaus schwierig.
Verbesserungsvorschläge
Verbesserungsvorschläge
- Prozesse klarer strukturieren und realistische Kapazitäten berücksichtigen.
- Rollen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten transparent definieren.
- Führungskräfte gezielt schulen, insbesondere im Umgang mit Mitarbeitern und in moderner Personalführung.
- Erfahrenes Fachpersonal für Projektleitung und Organisation einsetzen, um Projekte durchgängig professionell von Anfang bis Ende umzusetzen.
- Sicherheits- und Arbeitsschutzthemen proaktiv adressieren, statt nur auf Nachfrage.
- Mitarbeitende durch Weiterbildungsangebote und Entwicklungsmöglichkeiten fördern.
- Mehr Benefits oder moderne Anreize schaffen, um Mitarbeiter langfristig zu halten.
- Eine offenere Feedbackkultur entwickeln und Wertschätzung im Alltag stärker verankern.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war insgesamt belastend. Entscheidungen wurden häufig sehr kurzfristig getroffen, was zu unnötigem Stress führte. Der Umgangston – insbesondere seitens der Geschäftsführung – war oft unprofessionell und teilweise cholerisch. Auch außerhalb der Arbeitszeit, inklusive Urlaub, kam es zu Anrufen mit einem unangemessenen Tonfall. Wertschätzung fand kaum statt.
Image
Das öffentliche Auftreten der Firma wirkt nach außen deutlich positiver als es intern empfunden wird. Unter Kolleginnen und Kollegen – insbesondere ehemaligen – hört man häufiger kritische Stimmen. Auf Baustellen kursieren ebenfalls gemischte Erfahrungen. Die Darstellung der Firma seitens der Führung fällt dagegen durchweg positiv aus, was nachvollziehbar ist, aber nicht immer mit der gelebten Realität übereinstimmt.
Work-Life-Balance
Offiziell gab es Gleitzeit, praktisch war diese aber nur sehr eingeschränkt nutzbar. Homeoffice wurde nicht ermöglicht. Freizeitausgleich gab es nur nach Wochenendarbeit.
Urlaub konnte aufgrund der geringen Personaldecke nicht immer wie geplant genommen werden, was gerade in einer kleinen Firma zu häufigen Engpässen führte. Gleichzeitig wirkten Urlaubsentscheidungen teilweise uneinheitlich, was intern für Irritationen sorgte.
Die Arbeitszeiten bewegten sich teils im normalen Bereich, teils jedoch deutlich darüber – insbesondere während Nachteinsätzen. Zudem kam es gelegentlich zu Anrufen außerhalb der regulären Arbeitszeit – einschließlich Urlaub und Phasen krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit, was die Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben zusätzlich erschwerte.
Insgesamt war dadurch eine verlässliche und planbare Work-Life-Balance schwer herzustellen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung fand in meiner Zeit praktisch nicht statt. Entwicklungsperspektiven wurden weder aufgezeigt noch gefördert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war durchschnittlich. Es gab gelegentlich Bonuszahlungen am Jahresende, jedoch wirkten diese sehr intransparent und wurden von Mitarbeiter zu Mitarbeiter unterschiedlich vergeben – selbst bei gleicher Projekttätigkeit. Das führte schnell zu einem Eindruck von Ungleichbehandlung. Zusätzliche Benefits gab es nicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Während meiner Zeit im Unternehmen habe ich kein ausgeprägtes Umwelt- oder Sozialbewusstsein wahrgenommen. Nachhaltige Maßnahmen, spezielle Konzepte zu Umweltschutz oder fairen Beschaffungsprozessen sind mir nicht bewusst begegnet. Auch bei Themen wie Fahrzeugwahl oder ressourcenschonendem Arbeiten gab es aus meiner Sicht keine sichtbaren Schwerpunkte. Insgesamt wirkte der Umgang mit Umwelt- und Sozialthemen eher zurückhaltend.
Kollegenzusammenhalt
Sehr positiv hervorzuheben ist die Softwareabteilung: kompetent, hilfsbereit und menschlich stark. Dort herrschte eine professionelle und angenehme Zusammenarbeit. Auch sonst waren viele Kolleginnen und Kollegen freundlich und bemüht.
Umgang mit älteren Kollegen
Im Unternehmen waren auch ältere Mitarbeiter vertreten, vor allem im Hardwarebereich. Langjährige Kollegen wurden teils geschätzt, teils weniger. Förderungen wirkten situationsabhängig, eine klare Linie im Umgang mit erfahrenen Mitarbeitern war für mich nicht erkennbar.
Vorgesetztenverhalten
Die Führung war einer der größten Schwachpunkte. Projekte wurden angenommen, obwohl keine ausreichenden Kapazitäten vorhanden waren. Planungen wirkten häufig unrealistisch, und bei Fehlkalkulationen wurde der Druck an die Mitarbeiter weitergereicht. Kritik wurde teils in abwertender Art kommuniziert.
Arbeitsbedingungen
Im Büro waren die Arbeitsbedingungen grundsätzlich in Ordnung. Ausstattung, Computer und Räumlichkeiten entsprachen dem üblichen Standard und ermöglichten die Arbeit zuverlässig.
Auf Baustellen sah es dagegen deutlich anders aus. Die Bedingungen waren teilweise schwierig – insbesondere was Lärm, Ausstattung und die allgemeine Arbeitsumgebung anging. Schulungen oder Hinweise zu sicherheitsrelevanten Themen wie Gehörschutz erfolgten nicht immer proaktiv. Erst auf Nachfrage wurden entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt. Insgesamt wirkten die Arbeitsbedingungen außerhalb des Büros weniger strukturiert und hätten klarer organisiert sein können.
Kommunikation
Die interne Kommunikation war schlecht strukturiert. Man erfuhr teilweise erst am Vortag, dass man zu einem Kundeneinsatz oder auf eine Baustelle musste. Absprachen änderten sich häufig kurzfristig. Die Vertrauenskultur wirkte insgesamt schwach ausgeprägt, da Informationen und interne Abläufe oft intransparent waren und im Team dadurch schnell ein ungutes Gefühl entstand.
Gleichberechtigung
In meiner Zeit gab es nur wenige Frauen im Unternehmen, weshalb sich echte Aufstiegschancen nur schwer beurteilen lassen. Eine Benachteiligung habe ich persönlich nicht erlebt. Grundsätzlich waren die Entwicklungsmöglichkeiten jedoch für alle Mitarbeiter eher eingeschränkt, was eher an der Unternehmensstruktur als an Gleichberechtigung lag.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst waren spannend. Die Programmierung, die Tätigkeit beim Kunden – insbesondere bei Fraport – sowie die Einsätze vor Ort waren abwechslungsreich. Durch die kleine Unternehmensgröße bekam man Einblicke in viele Bereiche: Schaltschrankbau, SPS-Programmierung, Inbetriebnahme.