Isolation statt Teamarbeit
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Nach über 30 Jahren Berufserfahrung in verschiedenen Unternehmen war dies für mich persönlich das schwierigste Arbeitsumfeld meiner Karriere. Ich habe die Niederlassung von Siemens Energy Marine bereits nach wenigen Monaten wieder verlassen, da die Situation für mich unerträglich wurde. Die Belegschaft wirkte auf mich sehr verschlossen mit einer ausgeprägten Grüppchenbildung. Eine Integration neuer Mitarbeiter fand aus meiner Sicht kaum statt; man fühlt sich oft ausgeschlossen und fremd. Zudem findet keine strukturierte Einarbeitung statt.
Verbesserungsvorschläge
Teambuilding aktiv fördern: Die ausgeprägte Grüppchenbildung sollte durch gezielte Führungskräfte-Intervention und gemeinsame Workshops aufgebrochen werden, um eine offenere Willkommenskultur zu schaffen.
Arbeitsatmosphäre
Sehr angespannt und durch eine starke Grüppchenbildung geprägt. Es herrscht keine Willkommenskultur; man fühlt sich als erfahrener neuer Mitarbeiter eher als Fremdkörper denn als Teil des Teams.
Kommunikation
Informationen werden überwiegend innerhalb der bestehenden Gruppen geteilt; als neuer Kollege erhält man kaum relevante Updates oder Einblicke in Prozesse.
Kollegenzusammenhalt
Die Belegschaft ist in festen Strukturen isoliert. Ein echter Zusammenhalt über die eigenen kleinen Kreise hinaus findet nicht statt, was die Integration neuer Teammitglieder massiv erschwert.
Work-Life-Balance
Rein formal sind die tariflichen Arbeitszeiten geregelt. Doch die Realität sieht anders aus: Die psychische Belastung durch das soziale Umfeld und die völlig fehlende Einarbeitung machen echtes Abschalten nach Feierabend unmöglich. Man nimmt den Frust und die Isolation täglich mit nach Hause, was die Work-Life-Balance massiv stört.
Vorgesetztenverhalten
Es findet keine aktive Steuerung der Integration statt. Führungskräfte scheinen die starke Grüppchenbildung zu ignorieren oder zu akzeptieren, statt eine offene Teamkultur zu fördern. Man wird als neuer Mitarbeiter mit jahrzehntelanger Erfahrung fachlich und sozial sich selbst überlassen. Ein Bewusstsein für die Bedeutung eines funktionierenden Onboardings ist auf Führungsebene nicht erkennbar.
Interessante Aufgaben
Theoretisch bietet das Feld Marine hochspannende technische Themen. Praktisch bleibt davon wenig übrig, wenn man aufgrund fehlender Einarbeitung und sozialer Isolation keinen Zugang zu den Projekten findet.
Gleichberechtigung
Neue Mitarbeiter werden nicht als gleichwertige Teammitglieder behandelt. Es herrscht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen der Stammbelegschaft und Neuzugängen.
Umgang mit älteren Kollegen
Erfahrung scheint hier eher ein Hindernis als ein Wert zu sein. Statt das Wissen langjähriger Fachkräfte zu nutzen, wird man durch verschlossene Teams isoliert. Ein wertschätzender Umgang mit erfahrenen Neuzugängen sieht anders aus.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung und die Büros sind modern und auf gutem Stand. Allerdings ist ein produktives Arbeiten kaum möglich, wenn die soziale Integration und Einarbeitung komplett fehlen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen hin wird Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung großgeschrieben. Intern scheint das ‚Soziale‘ jedoch an der Bürotür aufzuhören. Wer neue Mitarbeiter so wenig integriert und menschlich allein lässt, handelt intern nicht sozial.
Gehalt/Benefits
Tarifliche Bezahlung und die üblichen Sozialleistungen eines Großkonzerns sind vorhanden. Das Paket ist fair, bietet aber keinen Ausgleich für das unerträgliche Arbeitsumfeld.
Image
Großer Name, wenig dahinter. Die moderne Außenwirkung von Siemens Energy passt absolut nicht zur verschlossenen, fast schon ablehnenden Kultur in dieser Niederlassung.
Karriere/Weiterbildung
In der kurzen Zeit war keine Perspektive erkennbar. Ohne eine grundlegende Einarbeitung und Integration ist eine berufliche Weiterentwicklung an diesem Standort kaum möglich.


