91 Bewertungen von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
91 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 4,1 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Ihr Unternehmen?
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91 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 4,1 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Ich würde mir wünschen, den Bewerbungsprozess in drei Punkten fairer zu gestalten.
1. Der zeitliche Aufwand der Coding Challenge
Die Bearbeitung einer Coding Challenge innerhalb einer Woche ist an sich eine gute Idee. Aus meiner Sicht wurde dabei allerdings nicht ausreichend berücksichtigt, dass ein Bewerber möglicherweise nicht die entsprechende zeitliche Kapazität dafür besitzt.
Eine solche Aufgabe „ordentlich“ zu bearbeiten, ist definitiv zeitintensiv. Wenn man sich während dieses Zeitraums beispielsweise bereits in einem anderen Praktikum befindet, ist es aus meiner Sicht faktisch kaum möglich, die Aufgabe mit dem notwendigen Anspruch zu bearbeiten, ohne dafür Urlaub zu nehmen.
Ich selbst habe dafür ein komplettes Wochenende sowie zwei Urlaubstage verwendet. Gerade vor diesem Hintergrund hinterlässt eine Absage – unabhängig davon, ob sie fachlich berechtigt ist oder nicht – natürlich eine gewisse Narbe, weil das Verhältnis zwischen der investierten Zeit beider Parteien einfach enorm unterschiedlich ist.
Ich habe mehrere zehn Stunden in die Aufgabe investiert. Auf Unternehmensseite bestand der weitere Auswahlprozess dagegen im Wesentlichen aus einem einstündigen Gespräch mit zwei Personen.
Ein aus meiner Sicht authentischer und fairer Bewerbungsprozess sollte versuchen, ein solches Missverhältnis zumindest zu vermeiden. Der Aufwand für den Bewerber sollte meiner Meinung nach nicht um ein Vielfaches höher sein als der Aufwand des Unternehmens. Andernfalls kann eine Absage, unabhängig von ihrer inhaltlichen Begründung, aufgrund des hohen persönlichen Investments unverhältnismäßig niederschmetternd wirken.
2. Der Umgang mit der Coding Challenge im Interview
Auch den Umgang mit der Coding Challenge selbst fand ich aus meiner Sicht nicht fair.
In den Folien stand eindeutig, dass ich im kommenden Interview dazu aufgefordert sein würde, meine Lösung zu erklären. Entsprechend habe ich mich auch darauf vorbereitet, meine Architektur, den Aufbau meiner Lösung und die dahinterstehenden Überlegungen zu erläutern.
Diese Möglichkeit hat sich im Interview allerdings überhaupt nicht ergeben, die Lösung der Coding Challenge wurde keineswegs angesprochen.
Dadurch hat sich für mich auch der erwartete Fokus des Interviews deutlich verschoben. Aufgrund der Informationen zur Coding Challenge bin ich davon ausgegangen, dass ein wesentlicher Teil des Gesprächs darin bestehen würde, meine Lösung und meine konzeptionellen Entscheidungen zu diskutieren. Tatsächlich musste ich stattdessen eine LeetCode-artige Aufgabe lösen.
Dass ein Unternehmen zusätzlich algorithmische Problemlösung testen möchte, kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Ich finde es allerdings schwierig, wenn das im Vorfeld nicht entsprechend kommuniziert wird außer am Telefon in einem Satz "Live Coding Session" zu sagen.
3. Der Mehrwert von LeetCode im Kontext eines technischen Consulting-Interviews
Hier bin ich persönlich noch etwas unsicher, welchen Mehrwert ich daraus ziehen soll.
Aus meiner Sicht haben sich die Anforderungen an praktische Softwareentwicklung durch den Einsatz von KI in den letzten Jahren deutlich verändert. Ich habe deshalb persönlich den Eindruck, dass die Fähigkeit, kleinere algorithmische Probleme unter Zeitdruck vollständig selbst zu implementieren, heute einen geringeren Stellenwert hat als noch vor einigen Jahren.
Damit meine ich ausdrücklich nicht, dass Programmierkenntnisse oder technisches Verständnis an Bedeutung verloren haben. Im Gegenteil: Ich halte es weiterhin für sehr wichtig, technische Probleme verstehen, strukturieren und Lösungen konzipieren zu können. Auch grundlegende Programmierkenntnisse sind aus meiner Sicht weiterhin notwendig.
Ich frage mich allerdings, wie aussagekräftig beispielsweise eine LeetCode-Aufgabe dafür ist, ob jemand in der tatsächlichen Arbeitsrealität eines technischen Consultants gute Arbeit leisten kann. Gerade in einem Consulting-Umfeld würde ich persönlich erwarten, dass Fähigkeiten wie strukturiertes Problemlösen, technisches Verständnis, Architekturentscheidungen, Kommunikation und die Fähigkeit, komplexe technische Sachverhalte zu erklären, stärker im Vordergrund stehen.
Deshalb finde ich es auch etwas ungewöhnlich, wenn in einem technischen Consulting-Interview ein vergleichsweise großer Fokus auf klassische algorithmische Coding-Aufgaben gelegt wird.
Für mich stellt sich daher die Frage, was ich konkret aus dieser Erfahrung mitnehmen sollte. Sollte ich jetzt anfangen, LeetCode-Aufgaben gezielt zu trainieren, nur weil es Unternehmen gibt, die diese Art von Aufgaben im Bewerbungsprozess verwenden? Oder ist es sinnvoller, meine Zeit weiterhin primär in die Fähigkeiten zu investieren, die ich später tatsächlich im beruflichen Alltag eines technischen Consultants benötige?
Ich habe viel darüber nachgedacht und bis jetzt noch immer keine befriedigende Antwort gefunden.
Das Gehalt passt für mich nicht zu den Voraussetzungen der Stelle und ist nicht wettbewerbsfähig. Für Studierende keine ausschlaggebenden Benefits.
Persönlicher Werdegang, Grund für Wechsel / Wiedereinstieg in die Uni
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Es wäre hilfreich, im Voraus etwas mehr Informationen über den Schwerpunkt jedes Interviews zu erhalten.
Standardfragen wie ‚Warum Consulting?‘, ‚Warum Simon-Kucher?‘, ein Coding-Test sowie darauf folgende technische und persönliche Gesprächsrunden.
Nach insgesamt 4 Wochen nach Bewerbungseingang und zweimaligem Nachhaken für eine Rückmeldung zur Bewerbung, kam nach der zweiten Rückfrage eine standardisierte Absage. Wenig wertschätzend und meiner Erfahrung nach eher unprofessionell.
Keine 08/15 Musterabsage ohne Feedback versenden, sondern Gründe benennen. Diese müssen nicht detailiert sein, sondern stichpunktartig ("Wir wollen jemand mit Schwerpunkt auf...", "Gehaltsvorstellungen sind außerhalb des Budgets...") ist vollkommen ausreichend.
Dies ist, sofern man ein Arbeitgebender ist der seine Mitarbeitenden wirklich wertschätzt, eigentlich selbstverständlich - oder: bezeichnend.
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