Mehrjährige Erfahrung – leider überwiegend negativ
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Kollegium ist für mich der größte positive Punkt. Die Zusammenarbeit war größtenteils sehr gut, man konnte sich aufeinander verlassen und hat sich gerade in stressigen Situationen gegenseitig unterstützt. Der Zusammenhalt im Team war wirklich toll.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die fehlende Wertschätzung und der teilweise respektlose Umgang mit Mitarbeitenden und Auszubildenden. Dazu kommen aus meiner Sicht schlechte Kommunikation, wenig Struktur, fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten und ein hoher Druck hinsichtlich Arbeitszeit und zusätzlicher Aufgaben.
Außerdem gibt es regelmäßig Besprechungen wegen Kleinigkeiten, während wirklich wichtige Themen, bei denen sich etwas grundlegend ändern müsste, teilweise nicht ernsthaft besprochen werden. Teilweise hatte ich sogar den Eindruck, dass solche Probleme eher ins Lächerliche gezogen wurden, anstatt nach einer Lösung zu suchen. Besonders enttäuschend fand ich den Umgang mit Mitarbeitenden, wenn diese nicht mehr den Vorstellungen der Geschäftsführung entsprachen oder das Unternehmen verlassen hatten.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Wertschätzung und ein respektvoller Umgang mit Mitarbeitenden und Auszubildenden wären aus meiner Sicht besonders wichtig. Dazu gehören klare Kommunikation, eine strukturierte Ausbildung, faire Arbeitsbedingungen und die Einhaltung persönlicher Grenzen. Auch klare Zuständigkeiten und echte Weiterbildungsmöglichkeiten würden das Unternehmen aus meiner Sicht deutlich verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich über längere Zeit als sehr belastend empfunden. Der Umgangston war teilweise sehr hart und Kritik wurde häufig persönlich geäußert. Dadurch hatte ich oft das Gefühl, sehr vorsichtig sein zu müssen, um keine negative Reaktion auszulösen. Schlechte Stimmung oder Unzufriedenheit wurden meiner Wahrnehmung nach teilweise an Mitarbeitenden ausgelassen.
Gleichzeitig wurde sehr viel Wert darauf gelegt, dass man sich im Unternehmen als „Familie“ versteht. Für mich bedeutete das allerdings teilweise auch, dass persönliche Grenzen verschwammen und erwartet wurde, private Dinge zu teilen.
Auch Witze auf Kosten von Mitarbeitenden oder über persönliche Themen habe ich teilweise als unangemessen empfunden. Was von der Geschäftsführung teilweise als lustig angesehen wurde, war aus meiner Sicht nicht immer angebracht.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass die Belastung für einige Mitarbeitende sehr hoch war. Ich habe mehrfach erlebt, dass Kolleginnen und Kollegen durch den Arbeitsdruck und den Umgang miteinander emotional stark belastet waren. Für mich hat das langfristig zu einer Arbeitsatmosphäre geführt, in der ich mich nicht dauerhaft wohlgefühlt habe.
Image
Das Image des Unternehmens in der Umgebung habe ich bereits während meiner Ausbildungszeit als eher negativ wahrgenommen. Ich wurde beispielsweise in der Berufsschule und auch von Personen aus dem Umfeld darauf angesprochen, ob bestimmte Gerüchte über den Betrieb tatsächlich stimmen und wie es dort wirklich sei. Es hat mich ehrlich gesagt überrascht, wie bekannt der negative Ruf des Unternehmens bereits außerhalb des Betriebs war.
Im Laufe meiner Zeit dort habe ich vieles von dem, was mir von außen erzählt bzw. wonach ich gefragt wurde, leider selbst wiedererkannt. Dadurch hat sich mein Eindruck vom Image des Unternehmens im Nachhinein eher bestätigt.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance habe ich während meiner Zeit im Unternehmen als schwierig empfunden. Überstunden gehörten regelmäßig dazu und es wurde meiner Wahrnehmung nach nicht gerne gesehen, wenn man pünktlich Feierabend gemacht hat. Es entstand häufig die Erwartung, länger zu bleiben.
Besonders während meiner Ausbildung war es so, dass ich an Tagen mit halbtägiger Berufsschule anschließend noch bis zum Abend im Betrieb arbeiten musste. Das war keine freiwillige Entscheidung, sondern wurde vorausgesetzt, wodurch regelmäßig sehr lange Arbeitstage und zusätzliche Überstunden entstanden.
Auch gelegentliche Samstagsarbeit kam vor. Diese fand zwar nicht jede Woche statt, wurde aber meiner Erfahrung nach als selbstverständlich angesehen, wenn sie anstand.
Gleichzeitig mussten das Führen des Berichtshefts und das Lernen für Prüfungen komplett in der Freizeit erledigt werden. Während der Arbeitszeit war dafür keine Zeit vorgesehen und es wurde auch nicht ermöglicht, diese Aufgaben im Betrieb zu erledigen.
Karriere/Weiterbildung
Echte Weiterbildungsmöglichkeiten oder klare Entwicklungsperspektiven habe ich im Unternehmen kaum erlebt. Es gab aus meiner Sicht keine wirklichen Möglichkeiten, sich gezielt weiterzuentwickeln oder durch Weiterbildungen aufzusteigen.
Teilweise wurden einem im Laufe der Zeit mehr Verantwortung und auch Bezeichnungen wie „Abteilungsleitung“ übertragen. Gleichzeitig war aber häufig unklar, wie weit diese Verantwortung tatsächlich geht. Einerseits wurde erwartet, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, andererseits wurde kritisiert, wenn man genau das eigenständig getan hat. Dadurch entstand für mich der Eindruck, dass Verantwortung je nach Situation entweder eingefordert oder wieder abgesprochen wurde.
Gehalt/Benefits
Beim Gehalt und den Benefits hatte ich insgesamt nicht das Gefühl, dass die zusätzliche Belastung und die erwartete Flexibilität entsprechend wertgeschätzt wurden. Gerade angesichts der häufigen Überstunden und der teilweise erwarteten Freizeit, die für die Firma eingesetzt werden sollte, hätte ich mir hier mehr Anerkennung gewünscht.
Zusätzliche Leistungen oder nennenswerte Prämien gab es aus meiner Erfahrung kaum. Auch Urlaubsgeld wurde nicht angeboten. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass beim Gehalt und bei zusätzlichen Leistungen eher gespart wurde, obwohl gleichzeitig viel Einsatz und Flexibilität erwartet wurde.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Sozialbewusstsein habe ich über längere Zeit einen eher negativen Eindruck gewonnen. Der Umgang mit Mitarbeitenden wirkte auf mich teilweise wenig wertschätzend, insbesondere wenn jemand überlastet oder unzufrieden war. Auch persönliche Grenzen wurden aus meiner Sicht nicht immer ausreichend respektiert.
Zum Umweltbewusstsein kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung wenig sagen, da dieses für mich im Arbeitsalltag keine große Rolle gespielt hat.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war für mich tatsächlich einer der wenigen wirklich positiven Punkte im Unternehmen. Das Team war zwar relativ klein, aber untereinander war die Zusammenarbeit größtenteils sehr gut. Die Kolleginnen und Kollegen waren hilfsbereit, unterstützend und gerade in stressigen Situationen bereit, mit anzupacken und sich gegenseitig zu unterstützen.
Auch wenn es einmal stressiger wurde oder viel Arbeit gleichzeitig angefallen ist, konnte man sich aufeinander verlassen. Man hat sich gegenseitig geholfen und insgesamt gut zusammengehalten. Ich habe mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen meistens sehr gut verstanden und habe gerade diesen Zusammenhalt während schwieriger Situationen sehr geschätzt.
Wenn ich etwas aus meiner Zeit dort vermisse, dann tatsächlich den Zusammenhalt im Team.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten habe ich als einen der schwierigsten Punkte empfunden. Der Umgangston war teilweise sehr hart und Kritik wurde häufig persönlich geäußert. Gerade bei Fehlern hatte ich eher das Gefühl, Ärger zu bekommen, als Unterstützung.
Besonders schwierig fand ich den Umgang mit den Rechten von Auszubildenden. Teilweise wurde vermittelt, dass die Geschäftsführung es besser wisse als zuständige Stellen und Kompromisse kaum möglich seien.
Auch fachfremde und private Aufgaben wurden teilweise selbstverständlich vorausgesetzt. Gleichzeitig wurde aus meiner Sicht unnötig in persönliche Bereiche eingegriffen – selbst dass bestimmtes mitgebrachtes Essen nicht aufgewärmt werden durfte, wurde zum Thema.
Bei Arbeitsunfällen hatte ich teilweise den Eindruck, dass diese nicht angemessen ernst genommen wurden. Besonders enttäuschend war für mich außerdem der Umgang mit ehemaligen Mitarbeitenden. Nach meiner Wahrnehmung wurden teilweise negative Aussagen und Gerüchte verbreitet, die aus meiner Sicht nicht den Tatsachen entsprachen. Hier hätte ich von einer Führungsebene mehr Professionalität und Respekt erwartet.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen und die räumliche Situation habe ich über längere Zeit als schwierig empfunden. Die Räumlichkeiten waren teilweise sehr eng und vollgestellt. Mit zunehmender Mitarbeiterzahl und zusätzlichen Auszubildenden wurde der Platz immer knapper, sodass zeitweise nicht für alle ein ausreichend geeigneter Arbeitsplatz vorhanden war.
Auch organisatorisch fehlte es aus meiner Sicht häufig an klaren Arbeitsanweisungen und einer guten Struktur, wodurch Aufgaben teilweise unnötig kompliziert wurden oder unter Zeitdruck erledigt werden mussten.
Hinzu kam, dass durch zusätzliche fachfremde Aufgaben und private Erledigungen für die Geschäftsführung häufig wenig Zeit für die eigentlichen beruflichen Aufgaben blieb. Insgesamt hätte ich mir eine besser organisierte und angemessen ausgestattete Arbeitsumgebung gewünscht.
Kommunikation
Die Kommunikation im Arbeitsalltag habe ich häufig als schwierig und teilweise widersprüchlich empfunden. Arbeitsanweisungen wurden aus meiner Sicht nicht immer klar vermittelt oder ausreichend erklärt. Gleichzeitig wurde bei Rückfragen teilweise nicht verständnisvoll reagiert, sondern man bekam eher das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, obwohl wichtige Informationen vorher nicht oder nicht eindeutig kommuniziert worden waren.
Auch Absprachen waren für mich nicht immer verlässlich. Ich habe beispielsweise erlebt, dass Vereinbarungen im Nachhinein anders dargestellt wurden und Aussagen von mir vor anderen angezweifelt wurden. Das hat für mich das Vertrauen in eine offene und faire Kommunikation deutlich beeinträchtigt.
Besonders schwierig fand ich, dass Kritik teilweise sehr direkt und persönlich geäußert wurde. Statt Probleme gemeinsam zu klären, hatte ich häufig das Gefühl, dass man sich für Entscheidungen oder Fehler rechtfertigen musste.
Gleichberechtigung
Bei der Gleichbehandlung hatte ich über längere Zeit nicht das Gefühl, dass alle Mitarbeitenden gleich behandelt wurden. Meiner Erfahrung nach spielte teilweise eine Rolle, wie gut man bei der Geschäftsführung angesehen war. Wer einen guten Stand hatte, wurde aus meiner Sicht teilweise anders behandelt als Personen, mit denen es häufiger Konflikte gab.
Besonders deutlich empfand ich den Unterschied zwischen Auszubildenden und Fachkräften. Auszubildenden wurden meiner Erfahrung nach häufig die Aufgaben übertragen, die sonst niemand machen wollte – gerade bei Reinigungs-, Aufräum- oder anderen unangenehmen Tätigkeiten. Wenn jemand bei der Geschäftsführung „auf dem Kicker“ stand, hatte ich außerdem den Eindruck, dass sich dies auch bei den übertragenen Aufgaben und Konsequenzen bemerkbar machte.
Interessante Aufgaben
Die eigentlichen kaufmännischen Aufgaben waren grundsätzlich interessant, allerdings hatte ich häufig das Gefühl, dass dafür zu wenig Zeit blieb. Neben den regulären Tätigkeiten wurden immer wieder fachfremde Aufgaben übernommen, zum Beispiel Aufräumarbeiten, Müllentsorgung, Gartenarbeiten oder private Erledigungen. Gerade während der Ausbildung hätte ich mir gewünscht, mehr Zeit für die eigentlichen Ausbildungsinhalte und eine fachliche Weiterentwicklung zu haben.