Als Assistentin lieber nicht
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Absurdeste war, dass „erwartet wird“ (so formuliert es der Jurist), dass Du als Assistentin für jeden Anwalt Deines „Teams“ einen Kuchen zum Geburtstag bäckst – in Deiner Freizeit, auf Deine Kosten - und das wird dann als Kollegenzusammenhalt "verkauft", denn schließlich würde Dir ja auch jemand einen Kuchen zum Geburtstag backen... (und zwar andere Assistentinnen).
Arbeitsatmosphäre
Dauerstress. Das Onboarding erfolgte unsystematisch, insofern als dass dies jeder (einarbeitenden) Assistentin selbst überlassen wird. Nebenbei muss sie weiterhin voll arbeiten. Ich hatte vorher noch in keiner Kanzlei gearbeitet und mir war gesagt worden, dass eine ReNo-Ausbildung nicht notwendig sei, es wäre alles „kein Problem“, die Kolleginnen würden "jederzeit gern weiterhelfen". Tatsächlich aber gab es sehr wohl sehr viel zu lernen. Und nicht nur, dass die anderen Assistentinnen selber sehr viel zu tun haben, Kanzleianwälte benötigen offenbar ganz anderen Support als Unternehmensjuristen. Bis dahin hatte ich neun (9) Jahre im juristischen Bereich gearbeitet und echt viel gelernt, aber vieles in der Kanzlei war total neu für mich. Die Einarbeitungszeit wurde nur solange zugestanden, wie die bisherige Assistentin da war. Nach dem Monat sollte dann alles wie gewohnt funktionieren, und zwar am besten so, dass die Arbeitsweise der vorherigen Assistentin gleich optimiert sein würde.
Work-Life-Balance
Es bestanden unrealistische Erwartungen an das Arbeitspensum. Kein Tag ohne Überstunden, keine Zeit, die KollegInnen kennenzulernen. Es wurde sehr viel Druck ausgeübt, die Arbeit ist einfach nur mega-anstrengend. Vor lauter Arbeit schafft man es nicht einmal auf Toilette, Pause eigentlich immer erst viel später. Langjährige Kolleginnen meldeten sich nicht etwa krank, sondern machten stattdessen Home Office, wo sie dann krank arbeiteten, weil der Rückstau ansonsten viel zu groß würde.
Kollegenzusammenhalt
Wie überall eigentlich, es gibt so'ne und solche
Arbeitsbedingungen
höhenverstellbare Schreibtische, 2 Monitore, als (neue) Assistentin wenig bis gar kein Home Office und zudem Partner-abhängig
Interessante Aufgaben
Als Assistentin keinerlei Chance auf interessante, inhaltliche Aufgaben