Unprofessionelle Führung, viele Buzzwords und wenig Substanz
Gut am Arbeitgeber finde ich
"Überpünktliches Gehalt" und die Team Kollegen waren sehr nett
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders die Kommunikation und das Vorgesetztenverhalten sollten verbessert werden. Aus meiner Sicht fehlt es häufig an Transparenz, klaren Erwartungen und einem erkennbaren roten Faden. Entscheidungen und Rückmeldungen wirkten dadurch oft schwer nachvollziehbar.
Hinzu kommt, dass ich den Umgang im Team nicht immer als echten Zusammenhalt empfunden habe. Statt gemeinsam an Problemen zu arbeiten, hatte ich teilweise den Eindruck, dass der Blick eher auf Versäumnissen einzelner Kolleginnen und Kollegen lag, zum Beispiel bei unvollständig gebuchten Stunden an einzelnen Tagen.
Das hat bei mir eher Misstrauen erzeugt, statt ein konstruktives und unterstützendes Miteinander zu fördern. Eine offenere Fehlerkultur, klare Prozesse und ein respektvollerer Umgang mit Feedback würden hier aus meiner Sicht viel verbessern.
Verbesserungsvorschläge
Die Firma sollte stärker in Führung und Kommunikation investieren. Aus meiner Sicht wären Schulungen für Führungskräfte sinnvoll, insbesondere dazu, wie man respektvoll mit Mitarbeitenden umgeht und kritische Themen klar, sachlich und angemessen kommuniziert.
Wichtige Themen sollten nicht spontan zwischen Tür und Angel angesprochen werden, sondern in einem vorbereiteten Rahmen mit klarer Agenda und Raum für Rückfragen. Außerdem sollten Probleme, die von Mitarbeitenden angesprochen werden, ernst genommen und fair geprüft werden.
Dabei sollte nicht ausschließlich auf die Einschätzung einzelner Führungspersonen oder Teamleiter vertraut werden. Stattdessen wäre es wichtig, sich ein vollständiges Bild zu machen und Feedback aus dem Team wirklich ernsthaft einzubeziehen.
Arbeitsatmosphäre
In den letzten Monaten hat sich das Arbeitsklima aus meiner Sicht spürbar verschlechtert. Ich habe es so empfunden, dass Entscheidungen zunehmend sehr kleinteilig vorgegeben wurden, während Verantwortung und Schuld für entstandene Probleme aus meiner Wahrnehmung häufig an die Mitarbeitenden weitergegeben wurden.
Work-Life-Balance
Es hängt sehr davon ab, welchen Mitarbeitenden man fragt. Ich persönlich habe in diesem Bereich eher wenig Negatives erlebt. Überstunden waren bei mir kaum ein Thema und wenn sie anfielen, dann in der Regel freiwillig und mit zusätzlicher Vergütung.
Karriere/Weiterbildung
Mir wurde gesagt, dass es Weiterbildungen gibt. Ich selbst habe in meiner Zeit dort leider keine angeboten bekommen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt lag aus meiner Sicht leider deutlich unter dem Durchschnitt. Gehaltsverhandlungen waren schwierig und wirkten wenig wertschätzend. Eingebrachte Leistungen, Konzepte und zusätzliche Verantwortungsbereiche wurden teilweise nicht als relevante Eigenleistung anerkannt, sondern damit begründet, dass es sich um Aufgaben handele, die einem ohnehin zugewiesen wurden.
Regelmäßige Mitarbeitergespräche oder transparente Entwicklungsgespräche gab es aus meiner Erfahrung nicht. Dadurch fehlte eine klare Grundlage, um Leistung, Verantwortung und mögliche Gehaltsentwicklung nachvollziehbar zu besprechen.
Zusätzlich entstand der Eindruck, dass Gehälter intern nicht immer fair oder einheitlich geregelt waren. Mitarbeitende mit vergleichbaren Tätigkeiten und Aufgaben lagen teilweise deutlich auseinander, teils mit Unterschieden von mehreren tausend Euro pro Jahr.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeit ist aus meiner Sicht nur begrenzt erkennbar. Zwar nutzen Teile der Geschäftsführung Elektroautos, darüber hinaus habe ich jedoch keine größeren oder klar erkennbaren Maßnahmen wahrgenommen. Es gibt außerdem noch einen älteren Firmenwagen mit Dieselmotor, was den Eindruck eher uneinheitlich macht.
Kollegenzusammenhalt
Das Team war stets darauf ausgerichtet, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, das Projekt voranzubringen und kontinuierlich zu verbessern. Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden war grundsätzlich stark, und viele waren trotz schwieriger Rahmenbedingungen bemüht, konstruktiv zusammenzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten habe ich sehr unterschiedlich wahrgenommen. Eine positive Ausnahme war für mich ein Teamleiter, der fachlich und menschlich einen guten Eindruck hinterlassen hat und das Team konstruktiv unterstützt hat. Leider hat auch er das Unternehmen inzwischen im Zuge der Entwicklungen der letzten Zeit verlassen.
Abseits davon habe ich den Umgang durch Teile der Führungsebene häufig als schwierig empfunden. In mehreren Situationen wirkten Aussagen gegenüber Mitarbeitenden unüberlegt, wenig sensibel oder schlicht nicht angemessen für ein professionelles Arbeitsumfeld. Dazu gehörten aus meiner Sicht unter anderem Bemerkungen rund um Gehalt, private finanzielle Situationen oder Vergleiche, die für mich deplatziert wirkten.
Dadurch ist bei mir der Eindruck entstanden, dass es in der Führung teilweise an Wertschätzung, Fingerspitzengefühl und professioneller Distanz fehlt. Gerade in angespannten Phasen hätte ich mir einen ruhigeren, respektvolleren und verantwortungsvolleren Umgang mit dem Team gewünscht.
Arbeitsbedingungen
Das Büro ist modern, gut ausgestattet und wurde neu renoviert. Vor Ort stehen Getränke und eine angenehme Grundausstattung zur Verfügung. Auch für das Homeoffice wurden grundsätzlich Hardware sowie die notwendige Software bereitgestellt, sodass die Arbeit technisch möglich war.
Darüber hinaus gab es aus meiner Sicht jedoch eher wenige zusätzliche Benefits. Zudem wurde die bisherige Remote-Arbeit zuletzt deutlich eingeschränkt. Mitarbeitende mussten verpflichtend an mindestens zwei Tagen pro Woche ins Büro kommen. Welche Tage das sind, wurde wöchentlich durch die Vorgesetzten für die jeweils kommende Woche festgelegt. Dadurch ging viel Flexibilität verloren, da die Planung kurzfristig und wenig selbstbestimmt war.
Kommunikation
Die Kommunikation im Team funktioniert grundsätzlich noch relativ gut. Problematisch ist vor allem die Kommunikation durch die Geschäftsführung. Diese wirkt häufig spontan, wenig strukturiert und ohne klare Agenda. Kritische Themen werden teilweise kurzfristig angekündigt, aber erst deutlich später wirklich eingeordnet oder besprochen.
Grundsätzlich wurde zwar Feedback von Mitarbeitenden eingeholt und teilweise auch darauf eingegangen. Im Nachhinein wurden viele angesprochene Punkte jedoch relativiert, kleingeredet oder nicht konsequent umgesetzt. Teilweise entstand zudem der Eindruck, dass berechtigtes Feedback im weiteren Verlauf eher in Vorwürfe gegenüber den Mitarbeitenden umgedeutet wurde, statt es konstruktiv aufzuarbeiten.
Ein besonders belastendes Beispiel war ein kritisches Schreiben, das kurz vor dem Wochenende verschickt wurde und aus meiner Sicht einen deutlich schuldzuweisenden Ton hatte. Eine Klärung dazu erfolgte erst einige Tage später. Dadurch entstand unnötige Unsicherheit und Druck.
Insgesamt fehlt es aus meiner Sicht an transparenter, planbarer und lösungsorientierter Kommunikation.
Gleichberechtigung
Die Ausstattung wurde aus meiner Sicht nicht immer einheitlich gehandhabt. Teilweise entstand der Eindruck, dass einzelne Mitarbeitende bessere oder umfangreichere Ausstattung erhalten haben als andere, sowohl im Homeoffice als auch in anderen Bereichen.
Beispielsweise haben einige Mitarbeitende für das Homeoffice größere Monitore erhalten, während ähnliche Anfragen anderer Mitarbeitender eher abgelehnt wurden. Stattdessen wurde teilweise darauf verwiesen, dass man bei Bedarf ins Büro kommen solle. Dadurch wirkte die Verteilung der Ausstattung für mich nicht immer nachvollziehbar oder fair.
Interessante Aufgaben
Es gibt grundsätzlich abwechslungsreiche Aufgaben und interessante Themen. Allerdings hängt vieles davon ab, ob diese Aufgaben auch tatsächlich freigegeben werden und man die Möglichkeit bekommt, daran zu arbeiten.