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Bewertung

Der Fisch stinkt vom Kopf: Druck, Willkür und fehlende Wertschätzung trotz starker Teams

1,3
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 im Bereich Marketing / Produktmanagement bei Sortimo International GmbH in Zusmarshausen gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Mein Team war super, existiert nur leider nicht mehr. Diese Menschen waren das, was mich so lange dort gehalten hat.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

- Verhalten der Geschäftsführung
- Großraumbüros
- Kultur (Angst Fehler zu machen und viel Willkür)
- keine Wertschätzung
- kein Homeoffice
- kein Vertrauen
- keine Benefits
- 40h Woche

Verbesserungsvorschläge

Sortimo müsste eine 180 Grad Wendung machen, um ein attraktiver Arbeitgeber zu werden. So etwas kann nicht aus der Belegschaft heraus geschehen, sondern muss von oben kommen und hier wird es definitiv keine Besserung geben. Trotzdem sind hier ein paar Punkte, die die Bewertung von "ganz schlimm" zu "schlimm" heben würden:
- Homeoffice wieder einführen
- Wertschätzung und Vertrauen stärken
- 40h Woche reduzieren
- Betriebsrat gründen

Arbeitsatmosphäre

Die Atmosphäre war in meinem Team super, bis dieses aufgelöst wurde. Meine direkte Führungskraft hat mich super gefördert und wertgeschätzt. Allerdings habe ich einiges zum Gesamtkonstrukt zu sagen (Der Fisch stinkt vom Kopf):
Im großen und Ganzen herrscht viel Druck. Jeder ist zu 120 % ausgelastet, aber es wird noch mehr erwartet. "Nicht geschumpfen ist gelobt genug", aber wenn etwas schief geht, ist Schluss mit lustig. Ganz egal, ob man als Mitarbeitende/r etwas dafür kann oder nicht, wird man dafür verantwortlich gemacht.
Zusätzlich gibt es willkürliche Umstrukturierungen, um Mitarbeitenden zu degradieren und zu schikanieren. Aus dem einfachen Grund, weil der Geschäftsführer diese Personen nicht mag und nicht versteht, was diese Personen leisten.
Nachdem man gekündigt hat, ist man wie Luft. Keinerlei Anerkennung für das was man bereits geleistet hat und was man in der Zeit bis zum letzten Arbeitstag noch leistet. Obwohl man noch beschäftigt ist, wird man aus allen Organigrammen entfernt.

Kommunikation

Die interne Kommunikation ist schlecht. Keine Kommunikation wäre besser als diese Art der Kommunikation. Jeder hat zu unternehmensübergreifenden Themen wie z. B. Produktumstellungen einen anderen Wissensstand und ständig werden Inhalte und Botschaften von der Geschäftsführung geändert. Mal ehrlich, in welcher normalen Firma nimmt sich der Geschäftsführer dem Verfassen eines Newsletters oder Texten auf einer Landingpage an - das ist lächerlich! Hinzukommt, dass Deadlines einfach nach Lust und Laune vorgezogen werden.
Wichtige interne Themen wie der Wegfall aller Benefits wird feige über einen Newsletter kommuniziert.

Kollegenzusammenhalt

An und für sich ist der Zusammenhalt untereinander gut, weil alle im gleichen Boot sitzen. Dennoch muss man aufpassen, da einige Personen nur so tun als wären sie auf deiner Seite und dir in den Rücken fallen.

Work-Life-Balance

Mit 40 h Woche zzgl. Überstunden, die dauerhaft geleistet werden und ohne Homeoffice herrscht ein großes Ungleichgewicht. Es kann nicht sein, dass Mitarbeitende sich für einen Arzttermin oder Handwerker verrenken müssen. Von den Mitarbeitenden mit Kindern ganz zu schweigen.

Vorgesetztenverhalten

Statt auf die Expertenmeinungen der Mitarbeitenden zu hören wird Micromanagement auf C-Level des Managements betrieben. Vertrauen der Geschäftsführung gegenüber den Mitarbeitenden und deren Fähigkeiten gibt es nicht. Eine Wertschätzung in Form von einem Lob oder einem "Danke für deinen Einsatz" fehlt komplett. Hier lebt man nach dem Motto "Nicht geschumpfen ist gelobt genug".

Interessante Aufgaben

Meine Aufgaben waren sehr interessant und auch vielfältig. Allerdings muss man mit der Art, wie die Aufgaben gestellt werden umgehen können und eine Menge Selbständigkeit mitbringen. Man wird als Berufseinsteiger in Situationen geworfen, für die man weder die richtigen Skills noch eine Ansprechperson mit Wissen in dem Gebiet hat. Trotzdem werden top Ergebnisse erwartet und natürlich ist man voll dafür verantwortlich.
Das Ganze hat zwar die gute Seite, dass man sehr schnell sehr viel lernt und über sich hinauswächst, aber man ist auch einem extremen Druck ausgesetzt und fühlt sich oft verloren.

Gleichberechtigung

Das Weltbild der Geschäftsführung ist aus 1950. Es gibt kaum Frauen in Führungspositionen und man merkt im Miteinander, dass es absolut kein modernes Mindset gibt. Man merkt an der Zusammensetzung der Belegschaft, dass Menschen, die "anders" sind, nicht gern gesehen werden.

Arbeitsbedingungen

Man ist erst sehr spät auf die Idee gekommen, dass höhenverstellbare Schreibtische vielleicht sinnvoll sind, um Krankheitstage zu reduzieren. Das ändert leider nicht viel an den lauten Großraumbüros und mangelnden Rückzugsorten für Fokuszeit oder Telefonate. Die Knappheit an Besprechungsräumen ist durch die No-Homeoffice Policy noch schlimmer geworden, sodass man Besprechungen (auch zu sensiblen Themen) gut und gerne mal im Foyer halten muss.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Es gibt nicht einmal Mülltrennung. Muss ich noch mehr dazu sagen?

Gehalt/Benefits

Gehalt ist okay. Benefits gab es zeitweise keine und man hat "Gemeinsam 100% vor Ort" als super Benefit verkauft (kein Witz). Mittlerweile kann man den Wellpass haben mit der Bedingung, dass ansonsten keine Benefits in Anspruch genommen werden dürfen.

Image

Der Ruf eilt Sortimo voraus. Überall wo man sich umhört, hört man, dass Sortimo nicht der beste Arbeitgeber ist. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass es mir unangenehm ist zu sagen, wo ich arbeite.
Die Produkte haben grundsätzlich ein gutes Image, es gibt aber auch wenig Konkurrenz, daher ist das auch keine Meisterleistung.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungen werden nur nach Eigeninitiative ermöglicht. Als Mitarbeitende/r bekommt man nicht dass Gefühl, dass die Weiterentwicklung hier wichtig ist. Wenn man einen Karrieresprung macht, dann meisten unfreiwillig, weil eine Person gekündigt hat. Es gibt auch unfreiwillige Karriererückschritte, um Mitarbeitende zu degradieren. Zudem werden Mitarbeitende zwangsversetzt, weil sie in den Augen der Geschäftsführung keinen guten Job machen. Schwierig...

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Arbeitgeber-Kommentar

Julia Reimholz, Personalreferentin Recruiting & Personalmarketing
Julia ReimholzPersonalreferentin Recruiting & Personalmarketing

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Erfahrungen so ausführlich zu schildern. Wir bedauern sehr, dass Sie Ihre Zeit bei Sortimo insgesamt so wahrgenommen haben.
Gleichzeitig freuen wir uns, dass Sie den Zusammenhalt in Ihrem damaligen Team sowie die Unterstützung durch Ihre direkte Führungskraft positiv hervorheben. Das zeigt uns, wie wichtig engagierte Teams und gute Führung für ein positives Arbeitsumfeld sind.
Einige der von Ihnen geschilderten Eindrücke nehmen wir sehr ernst. Gleichzeitig erleben wir einzelne Aspekte im Unternehmensalltag anders und möchten diese an dieser Stelle gerne einordnen.
Vielfalt und Chancengleichheit sind für uns wichtige Werte. Dabei übernehmen selbstverständlich auch Frauen in verschiedenen kaufmännischen und gewerblichen Bereichen Führungsverantwortung und tragen maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei.
Zudem bieten wir unseren Mitarbeitenden verschiedene Benefits an, die – soweit im gesetzlichen Rahmen zulässig – auch miteinander kombiniert werden können. Dazu zählen unter anderem der EGYM Wellpass, Bikeleasing, eine betriebliche Altersvorsorge, Mitarbeiterrabatt sowie weitere Kooperationsangebote. Es tut uns leid, wenn unsere Benefits missverständlich wahrgenommen wurden. Wir nehmen Ihr Feedback zum Anlass, unsere Kommunikation hierzu noch klarer und transparenter zu gestalten.
Manche Veränderungen werden aufgrund unternehmerischer Entscheidungen mit dem Ziel einer organisatorischen Weiterentwicklung getroffen, um Schnittstellen zu reduzieren und die Zusammenarbeit zu verbessern. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass solche Veränderungen von Menschen unterschiedlich erlebt werden und nicht von allen Mitarbeitenden gleichermaßen positiv bewertet werden.
Deshalb nehmen wir jede Rückmeldung zum Anlass, unsere Prozesse und Rahmenbedingungen kritisch zu hinterfragen und kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Wir wünschen Ihnen für Ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg alles Gute. Sollten Sie Ihre Erfahrungen persönlich mit uns besprechen wollen, stehen wir Ihnen jederzeit gerne für ein Gespräch zur Verfügung.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.