Der Fisch stinkt vom Kopf: Druck, Willkür und fehlende Wertschätzung trotz starker Teams
Gut am Arbeitgeber finde ich
Mein Team war super, existiert nur leider nicht mehr. Diese Menschen waren das, was mich so lange dort gehalten hat.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Verhalten der Geschäftsführung
- Großraumbüros
- Kultur (Angst Fehler zu machen und viel Willkür)
- keine Wertschätzung
- kein Homeoffice
- kein Vertrauen
- keine Benefits
- 40h Woche
Verbesserungsvorschläge
Sortimo müsste eine 180 Grad Wendung machen, um ein attraktiver Arbeitgeber zu werden. So etwas kann nicht aus der Belegschaft heraus geschehen, sondern muss von oben kommen und hier wird es definitiv keine Besserung geben. Trotzdem sind hier ein paar Punkte, die die Bewertung von "ganz schlimm" zu "schlimm" heben würden:
- Homeoffice wieder einführen
- Wertschätzung und Vertrauen stärken
- 40h Woche reduzieren
- Betriebsrat gründen
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre war in meinem Team super, bis dieses aufgelöst wurde. Meine direkte Führungskraft hat mich super gefördert und wertgeschätzt. Allerdings habe ich einiges zum Gesamtkonstrukt zu sagen (Der Fisch stinkt vom Kopf):
Im großen und Ganzen herrscht viel Druck. Jeder ist zu 120 % ausgelastet, aber es wird noch mehr erwartet. "Nicht geschumpfen ist gelobt genug", aber wenn etwas schief geht, ist Schluss mit lustig. Ganz egal, ob man als Mitarbeitende/r etwas dafür kann oder nicht, wird man dafür verantwortlich gemacht.
Zusätzlich gibt es willkürliche Umstrukturierungen, um Mitarbeitenden zu degradieren und zu schikanieren. Aus dem einfachen Grund, weil der Geschäftsführer diese Personen nicht mag und nicht versteht, was diese Personen leisten.
Nachdem man gekündigt hat, ist man wie Luft. Keinerlei Anerkennung für das was man bereits geleistet hat und was man in der Zeit bis zum letzten Arbeitstag noch leistet. Obwohl man noch beschäftigt ist, wird man aus allen Organigrammen entfernt.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist schlecht. Keine Kommunikation wäre besser als diese Art der Kommunikation. Jeder hat zu unternehmensübergreifenden Themen wie z. B. Produktumstellungen einen anderen Wissensstand und ständig werden Inhalte und Botschaften von der Geschäftsführung geändert. Mal ehrlich, in welcher normalen Firma nimmt sich der Geschäftsführer dem Verfassen eines Newsletters oder Texten auf einer Landingpage an - das ist lächerlich! Hinzukommt, dass Deadlines einfach nach Lust und Laune vorgezogen werden.
Wichtige interne Themen wie der Wegfall aller Benefits wird feige über einen Newsletter kommuniziert.
Kollegenzusammenhalt
An und für sich ist der Zusammenhalt untereinander gut, weil alle im gleichen Boot sitzen. Dennoch muss man aufpassen, da einige Personen nur so tun als wären sie auf deiner Seite und dir in den Rücken fallen.
Work-Life-Balance
Mit 40 h Woche zzgl. Überstunden, die dauerhaft geleistet werden und ohne Homeoffice herrscht ein großes Ungleichgewicht. Es kann nicht sein, dass Mitarbeitende sich für einen Arzttermin oder Handwerker verrenken müssen. Von den Mitarbeitenden mit Kindern ganz zu schweigen.
Vorgesetztenverhalten
Statt auf die Expertenmeinungen der Mitarbeitenden zu hören wird Micromanagement auf C-Level des Managements betrieben. Vertrauen der Geschäftsführung gegenüber den Mitarbeitenden und deren Fähigkeiten gibt es nicht. Eine Wertschätzung in Form von einem Lob oder einem "Danke für deinen Einsatz" fehlt komplett. Hier lebt man nach dem Motto "Nicht geschumpfen ist gelobt genug".
Interessante Aufgaben
Meine Aufgaben waren sehr interessant und auch vielfältig. Allerdings muss man mit der Art, wie die Aufgaben gestellt werden umgehen können und eine Menge Selbständigkeit mitbringen. Man wird als Berufseinsteiger in Situationen geworfen, für die man weder die richtigen Skills noch eine Ansprechperson mit Wissen in dem Gebiet hat. Trotzdem werden top Ergebnisse erwartet und natürlich ist man voll dafür verantwortlich.
Das Ganze hat zwar die gute Seite, dass man sehr schnell sehr viel lernt und über sich hinauswächst, aber man ist auch einem extremen Druck ausgesetzt und fühlt sich oft verloren.
Gleichberechtigung
Das Weltbild der Geschäftsführung ist aus 1950. Es gibt kaum Frauen in Führungspositionen und man merkt im Miteinander, dass es absolut kein modernes Mindset gibt. Man merkt an der Zusammensetzung der Belegschaft, dass Menschen, die "anders" sind, nicht gern gesehen werden.
Arbeitsbedingungen
Man ist erst sehr spät auf die Idee gekommen, dass höhenverstellbare Schreibtische vielleicht sinnvoll sind, um Krankheitstage zu reduzieren. Das ändert leider nicht viel an den lauten Großraumbüros und mangelnden Rückzugsorten für Fokuszeit oder Telefonate. Die Knappheit an Besprechungsräumen ist durch die No-Homeoffice Policy noch schlimmer geworden, sodass man Besprechungen (auch zu sensiblen Themen) gut und gerne mal im Foyer halten muss.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt nicht einmal Mülltrennung. Muss ich noch mehr dazu sagen?
Gehalt/Benefits
Gehalt ist okay. Benefits gab es zeitweise keine und man hat "Gemeinsam 100% vor Ort" als super Benefit verkauft (kein Witz). Mittlerweile kann man den Wellpass haben mit der Bedingung, dass ansonsten keine Benefits in Anspruch genommen werden dürfen.
Image
Der Ruf eilt Sortimo voraus. Überall wo man sich umhört, hört man, dass Sortimo nicht der beste Arbeitgeber ist. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass es mir unangenehm ist zu sagen, wo ich arbeite.
Die Produkte haben grundsätzlich ein gutes Image, es gibt aber auch wenig Konkurrenz, daher ist das auch keine Meisterleistung.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen werden nur nach Eigeninitiative ermöglicht. Als Mitarbeitende/r bekommt man nicht dass Gefühl, dass die Weiterentwicklung hier wichtig ist. Wenn man einen Karrieresprung macht, dann meisten unfreiwillig, weil eine Person gekündigt hat. Es gibt auch unfreiwillige Karriererückschritte, um Mitarbeitende zu degradieren. Zudem werden Mitarbeitende zwangsversetzt, weil sie in den Augen der Geschäftsführung keinen guten Job machen. Schwierig...


