Bedingt zu empfehlen. Kann aber genau dein Arbeitgeber sein.
Gut am Arbeitgeber finde ich
1. Ich wurde in Bezug auf meine Arbeitszeiten vollumfänglich vertraut. Solange meine Anwesenheit gewährleistet war und ich bei Bedarf im Einsatz war, war es akzeptiert, wenn ich beispielsweise erst um 12 Uhr im Büro eingetroffen bin.
2. Durch eigenständiges Engagement besteht die Möglichkeit, aktiv Gestaltungsspielräume zu nutzen. Je nach Tätigkeitsbereich sind sogar die Entwicklung und Anpassung eigener Formate möglich.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
1. Übermäßiges Mikromanagement, insbesondere bei Gestaltungsfragen und Entscheidungsprozessen.
2. Geringer Bezug zur Lebenswirklichkeit der Bewohner in Mannheim. Es ist zu hoffen, dass sich dies nach der Sanierungsphase wieder verbessert.
3. Das anfängliche Gehalt war deutlich niedriger. Mittlerweile liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 1.900 Euro netto bei einer 40-Stunden-Woche. Innerhalb des bestehenden Vertrags war es nicht möglich, Überstunden auszahlen zu lassen. Pro Jahr habe ich etwa 200 Überstunden angesammelt, die ich versucht habe, durch Ausgleichstage abzubauen, jedoch konnte ich dies nie vollständig realisieren.
Verbesserungsvorschläge
1. Begrenzung des Mikromanagements: Es ist nicht stets möglich, alle Tätigkeiten selbst auszuführen. Auch persönliche Präferenzen hinsichtlich der Arbeit der Kolleginnen und Kollegen sowie bei Produktionsprozessen können variieren. Dennoch sollte ein vertrauensvoller Rahmen bestehen, der individuelle Freiheiten und Verantwortlichkeiten respektiert.
2. Optimierung des Produktionsvolumens: Das aktuelle Produktionsvolumen erscheint zu hoch. Es ist fraglich, warum bestimmte Inszenierungen nur wenige Male gezeigt werden und anschließend außer Blick geraten. Eine Verkürzung der Probezeit auf weniger als sechs Wochen könnte dazu beitragen, effizienter zu arbeiten.
3. Erweiterung der Formate: Es sollten mehr Angebotsformate entwickelt werden, die auch Menschen ansprechen, die sonst keinen Zugang zum Theater haben. Dazu zählen Ausflüge in die Popkultur, Sonderveranstaltungen sowie zugänglich aufbereitete Klassiker für Theaterneulinge, die entsprechend gekennzeichnet sind. Die Produktion in Istanbul war hierfür ein vielversprechender Anfang.
Arbeitsatmosphäre
Das Verhalten ist freundlich und kollegial. Kritik kann konstruktiv eingebracht werden; die Umsetzung gestaltet sich jedoch oftmals aufgrund hausinterner Strukturen als schwierig. Ein offener Austausch über alle Anliegen ist grundsätzlich möglich.
Image
Das NTM genießt in der Stadt einen vielfältigen Ruf. Aufgrund der Sanierungsmaßnahmen wurde in der Presse vermehrt über negative Aspekte berichtet. Wie viele Institutionen in der Theaterbranche ist auch das NTM mit rückläufigen Besucherzahlen konfrontiert. Zudem erschweren die temporären Spielstätten den Zugang für das Publikum. Nichtsdestotrotz zeichnen sich die Produktionen durch eine hohe Qualität aus, und das NTM wird in Deutschland als ein insidertippfähiges Haus angesehen.
Work-Life-Balance
Meine Freunde mussten sich nach meiner Zeit dort zunächst wieder daran gewöhnen, dass ich wieder verfügbar bin und nicht nur die ganze Zeit arbeiten muss.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Derzeit ist eine Fachkraft für Umweltfragen im Haus tätig, allerdings ist ihre Rolle bisher eher symbolischer Natur. Größere, nachhaltige Projekte sind angesichts der laufenden Sanierungsmaßnahmen derzeit nur eingeschränkt sichtbar. Einzelne kleine Maßnahmen wurden getroffen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist gut.
Umgang mit älteren Kollegen
In meiner Abteilung herrscht stets eine Arbeitsatmosphäre des gegenseitigen Respekts und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Vorgesetztenverhalten
Es sind zweifellos Personen vertreten, die für Führungsaufgaben nicht optimal geeignet sind. Die Personalplanung erfolgt häufig bedarfsorientiert, wobei die Auswahl der Mitarbeitenden gelegentlich stärker nach kurzfristigen Anforderungen als nach fachlicher Kompetenz erfolgt. Zudem ist die Vergütung im Vergleich zur Verantwortung oftmals nicht ausreichend, was die Einstellungsentscheidungen beeinflusst. Wir hatten in meiner Zeit einen Leitungswechsel erlebt, sehr zum besseren. Leider scheint diese nun aber auch von weiter oben ausgebremst worden zu sein da die Stelle erneut ausgeschrieben ist.
Arbeitsbedingungen
Zuvorkommend und kommunikativ, jedoch häufig geprägt von erheblichem Stress und hohem Druck.
Kommunikation
Es gibt oft viele Schleifen durch die Intendanz Büros. Viel zu viel Mikromanagement und wenig Selbstbestimmung bei größeren Projekten.
Gehalt/Benefits
Der Großteil der Positionen im Bereich Marketing und Gestaltung wird über NV Bühnen-Verträge abgewickelt statt über die regulären Verträge des öffentlichen Dienstes. Beide Vertragsarten weisen jeweils spezifische Vor- und Nachteile auf. Es ist empfehlenswert, die Vertragsbedingungen sorgfältig zu prüfen und vollständig zu verstehen, bevor eine Unterschrift geleistet wird.
Gleichberechtigung
In meiner Abteilung herrscht stets eine Arbeitsatmosphäre des gegenseitigen Respekts und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Interessante Aufgaben
Während meiner Zeit konnte ich umfangreiche Erfahrungen sammeln und durfte mit engagierten Kolleginnen zusammenarbeiten. Die übernommenen Aufgaben waren stets bereichernd und motivierend, wobei auch ein gewisses Maß an Verantwortung zu tragen war. Ein Kritikpunkt besteht darin, dass wiederholtes Mikromanagement durch die Führungsebene gelegentlich die Arbeitsqualität beeinträchtigt hat und qualifizierten Mitarbeitenden die entsprechende Kompetenz häufig nicht ausreichend anerkannt wurde.