


Jutta: Mein Job. Meine Story.
Seit 1978 ist Jutta Teil der Stadtwerke und hat erlebt, wie sich Arbeitswelt, Technik und ihr eigener Berufsalltag verändert haben. Im Jubiläumsjahr wirft sie einen Blick zurück in die letzten (fast) fünf Jahrzehnten im Unternehmen.
Du bist am 01.08.1978 bei den Stadtwerken in Deine Ausbildung gestartet. Nimm uns gerne mit zurück und beschreibe uns, wie Du Deine erste Zeit im Unternehmen wahrgenommen hast.
Als ich 1978 meine Ausbildung zur Bürogehilfin bei den Stadtwerken begonnen habe, war natürlich erst einmal alles neu für mich. Plötzlich fuhr ich jeden Tag mit dem Bus nach Münster – in eine Stadt, in die ich vielleicht maximal zweimal im Jahr zum Einkaufen hinkam. Allein das war schon eine große Umstellung.
Auch das damalige Verwaltungsgebäude kam mir riesig vor. Während der Ausbildung wechselten wir alle zwei bis drei Monate die Abteilung und lernten dadurch viele unterschiedliche Bereiche kennen. Natürlich gab es Abteilungen, in denen man besonders gerne war – und andere, bei denen das vielleicht etwas weniger der Fall war.
Auch sonst sah der Arbeitsalltag ganz anders aus als heute: Computer, Handys oder soziale Netzwerke gab es nicht, geschrieben wurde per Hand oder an der Schreibmaschine und in der Kantine gab es Fertiggerichte. Und auch das Hafengebiet hatte damals noch ein völlig anderes Gesicht und war längst nicht so schick wie heute.
All diese Eindrücke waren für mich am Anfang eine riesige Umstellung. Dass aus meiner Ausbildung einmal fast fünf Jahrzehnte bei den Stadtwerken werden würden, hätte ich damals natürlich nicht gedacht.
Was würdest Du sagen, war damals anders?
Vieles, als ich angefangen habe, war die Arbeitswelt eine ganz andere. Mit meiner Ausbildung zur Bürogehilfin war der Weg zunächst ziemlich vorgezeichnet: Man war häufig die damals klassische „Vorzimmerdame“. Das Frauenbild und die Rollen im Berufsleben haben sich seitdem deutlich verändert – und damit auch die Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln.
Auch die Art, wie wir gearbeitet haben unterscheidet sich sehr zu heute. Arbeitszeiten waren weniger flexibel und dadurch waren die Tagesabläufe vieler Kolleginnen und Kollegen ähnlicher, vieles fand stärker im direkten persönlichen Austausch statt. Wir sind zum Beispiel gemeinsam in einer Fahrgemeinschaft zur Arbeit gefahren, da es noch feste Arbeitszeiten gab. Dadurch hat man viel Zeit miteinander verbracht und es entstand schnell ein Gefühl von Zusammenhalt. Heute haben wir deutlich mehr Flexibilität sowohl in den Arbeitszeiten als auch bei der Wahl des Arbeitsortes, gleichzeitig hat sich dadurch natürlich auch das Miteinander verändert. Wir haben immer noch eine starke Gemeinschaft, aber eben eine andere als damals.
Und dann ist da die Technik, das ist wahrscheinlich das Auffälligste, was sich verändert hat. Vieles, was heute innerhalb weniger Klicks erledigt ist, lief damals über Papier, Akten, Schreibmaschine sowie Hauspost in Umlaufmappen und hat viel mehr Zeit in Anspruch genommen. Wenn ich mir anschaue, welche Möglichkeiten wir heute haben, liegen da wirklich Welten zwischen.
Du sagst, Du bist gerne mit dem Wandel gegangen. Was hat Dir dabei geholfen, immer offen für Neues zu bleiben und Veränderungen mitzugehen?
Ich glaube, entscheidend war für mich, Veränderungen nicht als etwas Negatives zu sehen, sondern neugierig zu bleiben und mich darauf einzulassen. Viele Neuerungen haben die Arbeit schließlich auch erleichtert und neue Möglichkeiten geschaffen.
Natürlich musste man sich immer wieder umstellen und dazulernen. Aber genau das gehörte für mich dazu. Ich habe mich gerne mit neuen Themen beschäftigt und versucht, Veränderungen für meine Arbeit zu nutzen. So bin ich eigentlich ganz selbstverständlich mit dem Wandel gegangen.
Was genau machst Du heute und wie hat sich Deine Arbeit zu damals entwickelt?
Heute arbeite ich im Unternehmensbereich Recht + Immobilien + Revision + Versicherung und kümmere mich dort vor allem um die Vermarktung, Vermietung, Verpachtung und Verwaltung der Konzernimmobilien, den Erwerb von Grundstücken oder um die grundbuchliche Sicherung. Seit meiner Ausbildung habe ich verschiedene Bereiche und Aufgaben kennengelernt – von der Rechtsabteilung über den Fernwärme-Bereich bis hin zur allgemeinen Grundstücksverwaltung, und zu meiner heutigen Tätigkeit mit Fokus auf unsere Immobilien.
Nicht nur meine Aufgaben haben sich weiterentwickelt, sondern auch wie schon erwähnt die Werkzeuge, mit denen ich arbeite. Angefangen habe ich mit Stenografie und Schreibmaschine und habe sogar dort schon die verschiedenen Entwicklungen der Schreibmaschine – analog bis halbautomatisch - miterlebt. Damals waren Maschineschreiben und Steno sogar noch Prüfungsfächer! Dann kam der Computer, immer mehr Prozesse wurden digitalisiert und effizienter, heute beschäftigen wir uns mit KI und nutzen sie, um unsere Prozesse zu optimieren. Wenn man sich diesen Weg einmal vor Augen führt – von der Schreibmaschine bis zur KI – ist das schon eine enorme Entwicklung.
Im Immobilienbereich habe ich außerdem erlebt, wie wichtig eine gute Dokumentation ist – auch als noch alles ausschließlich auf Papier vorlag. Was viele gar nicht wissen: für die Energieversorgung haben wir über 1.000 eigene und gepachtete Grundstücke in Münster. Bei unserer Grundstücks-Dokumentation waren wir schon früh gut aufgestellt und hatten vieles bereits strukturiert erfasst – früher als andere Unternehmen. Das hat uns bei den weiteren Entwicklungen natürlich geholfen, als sich die Arbeit innerhalb weniger Jahre an den Computer verlagert hat.
Wenn ich heute zurückblicke, finde ich vor allem besonders, dass ich diesen gesamten Wandel innerhalb eines Unternehmens miterlebt habe.
Du kannst auf 48 Jahre Unternehmenszugehörigkeit zurückblicken. Warum bist Du den Stadtwerken so lange treu geblieben?
48 Jahre in einem Unternehmen – das klingt erst einmal nach einer unglaublich langen Zeit. Für mich hat es sich aber nie so angefühlt, als würde ich 48 Jahre lang das Gleiche machen. Ich hatte immer wieder die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln, neue Aufgaben zu übernehmen und unterschiedliche Bereiche kennenzulernen. Seien es die unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten, die ich ausüben konnte oder aber auch meine Weiterbildung zur Immobilienberaterin.
Ich habe mich bei den Stadtwerken immer wohlgefühlt und arbeite gerne mit den Kolleginnen und Kollegen zusammen. Gleichzeitig gab es durch die vielen Veränderungen auch immer wieder etwas Neues. Das Gesamtpaket hat für mich einfach gepasst – und so sind aus ein paar Jahren am Ende 48 geworden.

Jürgen: Mein Job. Meine Story.
Wasser verbindet: Im Interview berichtet Jürgen von seinem Einsatz in Ghana und davon, wie nachhaltige Wasserversorgung über Ländergrenzen hinweg gestaltet werden kann.
Erzähl uns mehr über Dich und Deine Arbeit im Team Münster!
Wo fange ich da an – schließlich schaue ich mittlerweile auf einunddreißig Jahre im Unternehmen zurück. Begonnen habe ich mit meiner Ausbildung zum Sondermaschinenbauschlosser, also mit etwas, das man nicht als erstes mit der Wasserversorgung übereinbringt. Dann habe ich mich entschlossen, einen anderen Weg einzuschlagen und erst den Maschinenbautechniker und anschließend den staatlich geprüften Umweltschutztechniker aufgesattelt.
Im Team Münster bin ich seither im Bereich der Wasserwerke unterwegs, heutzutage als Fachspezialist in der Wasserwirtschaft. Das bedeutet, ich kümmere mich darum, dass die Wassergewinnung auf eine sichere Basis gestellt wird, zuverlässig und vor allem nachhaltig funktioniert.
Zu meinen Aufgaben gehört es, mich um die erforderlichen Wasserrechte zu kümmern – also das Fundament, um überhaupt Wasser entnehmen zu dürfen. Des Weiteren geht es darum, vorbeugenden Gewässerschutz zu betreiben und Maßnahmen zum Schutz der Qualität und Quantität zu sichern, damit auch für die nachfolgenden Generationen Trinkwasser effizient und umweltfreundlich zur Verfügung steht. In diesem Zusammenhang ist ein intensiver Austausch mit verschiedenen Behörden und Akteuren aus Wasser-, Natur-, Boden-, Forst-, Gesundheitsschutz und -überwachung sowie der Landwirtschaft erforderlich.
In Deutschland haben wir sehr hohe Standards an die Wasserversorgung, diese wollen und müssen sichergestellt sein.
Das ist nicht überall so, deshalb warst Du für einen Fachaustausch in Ghana. Magst Du uns einen Einblick geben, wie die Wasserversorgung sich von der in Münster unterscheidet?
Für uns ist es selbstverständlich, dass wir zu jeder Tages- und Nachtzeit überall im Land den Wasserhahn aufdrehen und Trinkwasser in bester Qualität und ausreichender Menge nutzen können. In Tamale (Stadt im Norden von Ghana) stehen viele Menschen morgens auf und müssen erstmal schauen, ob sie überhaupt halbwegs trinkbares Wasser zur Verfügung haben.
Ein wenig Infrastruktur gibt es in der Regel nur in den größeren Städten und dort oft auch nur rudimentär. In ländlichen Gegenden gehen viele Menschen lange Wege, um sich Regenwasser aus einer „Senke“ (Wasserstelle) mit Eimern und Kanistern zu schöpfen, welches sie dann zum Teil über mehrere Kilometer nach Hause tragen. Das Wasser ist in der Regel nicht sauber, Tiere nutzen diese Quelle zum Trinken und Autos fahren hindurch. Im Idealfall wird das Wasser zumindest abgekocht, was aber nicht sichergestellt ist, da die Ressourcen für Feuer gering sind.
In etwa 50 Kilometern Entfernung von Tamale gibt es ein Wasserwerk, das Wasser aus dem White Volta entnimmt, aufbereitet und über Rohrleitungen bis nach Tamale weiterleitet. Aufgrund der langen Transportwege und unerlaubter Wasserentnahmen kommt dieses Wasser aber nur bedingt bei den Menschen an. Diese fehlende Grundversorgung trifft mich und auch mein Wasserwerker-Herz.
Wie kam es dazu, dass Du dieses Projekt unterstützt und wie passt das zu Deiner Arbeit im Team Münster?
Seit 2022 sind die Stadt Münster und die Stadt Tamale als Projektpartnerstädte offiziell miteinander verbunden, um die Menschen in Wamale, einem ländlich gelegenen Stadtteil Tamales, bei der Versorgung mit Trinkwasser zu unterstützen. In die kommunale Partnerschaft sind auch Hochschulen, allen voran die FH Münster, die University for Development Studies und die Techn. Universität Tamale in Tamale, involviert.
Das Büro Internationales der Stadt Münster hat gemeinsam mit der FH Münster ein Expert_innen-Team der Wasserwirtschaft in Münster gegründet. In diesem Rahmen ist die Stadt Münster bzw. die FH Münster auf mich zugekommen, ob ich bei dem Thema mitarbeiten möchte. Sie kannten mich unter anderem von Wasserwerksführungen und studentischen Arbeiten bei uns.
In dem Wasser-Projekt für Wamale kommen die unterschiedlichen „Gewerke“ zusammen, die wichtig sind, um Wissen für das Thema zu vermitteln, Akzeptanz zu fördern und es ganzheitlich zu denken: auf der einen Seite Fachleute für Trinkwasser, Abwasser und Abfall, auf der anderen Seite auch Expertinnen und Experten für Lehre und kulturelle Wissensvermittlung.
Als man mich fragte, ob ich das Projekt unterstützen kann, habe ich mich sofort dafür begeistert. Für mich passt das perfekt zu meiner Arbeit im Team Münster, denn es geht um das Thema, das uns hier täglich beschäftigt: die sichere und nachhaltige Wasserversorgung.
Im Projekt geht es nicht nur darum, Technik bereitzustellen, sondern vor allem darum, Wissen weiterzugeben und den Menschen vor Ort zu helfen, ihre Wasserversorgung langfristig selbst in die Hand zu nehmen. So wollen wir sicherstellen, dass sie die Technik verstehen, selbst instand halten können und das Wissen weitergeben – ganz nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Nur so kann die Wasserversorgung langfristig funktionieren.
Das Projekt setzt also stark auf „Hilfe zur Selbsthilfe“. Wie habt Ihr vor Ort dafür gesorgt, dass die Menschen in Wamale langfristig eigenständig mit der Trinkwasserversorgung umgehen können?
Erst einmal waren wir „nur“ vor Ort, haben uns die Bedingungen angeschaut und unser lokales Netzwerk ausgebaut.
Grundsätzlich war es wichtig, die Menschen und die Gegebenheiten vor Ort kennenzulernen. Ein erster Erfolg war, dass wir es durch die Projektpartnerschaft geschafft haben, den Austausch zwischen der Stadt Tamale, dem Chief und Wasserkomitee von Wamale sowie den Fachbereichen der lokalen Unis und der Ghana Water Company anzuregen und zusammen weiter an dem Projekt zu arbeiten.
Das ist ein erster Schritt, um Möglichkeiten für eine sichere Wasserversorgung zu finden, die vor Ort nachhaltig funktionieren. Ein großer Vorteil ist, dass die Fachkräfte aus der Uni vor Ort gut ausgebildet sind und bereits einiges an Wissen mitbringen.
Ihr seid nun alle wieder in Deutschland, wie geht es jetzt weiter?
Wir als Projektteam haben nun ein gutes Bild über die Gegebenheiten vor Ort und aggregieren das Ganze. Sowohl jeder oder jede für den eigenen Tätigkeitsbereich als auch gemeinsam im Projektteam.
Das heißt: Wir werten gesammelte und selbst erfasste Daten und Informationen aus, erstellen ein erstes Konzept und stimmen uns im Projektteam und mit den Partnerinnen und Partnern ab, um dann hoffentlich bald entscheiden zu können, welche konkrete Maßnahme wir leisten können und in welchem Umfang. Wir versuchen dazu bereits Fördergelder zu akquirieren, erste Anfragen sind gestellt.
Mich begeistert das Projekt sehr und ich freue mich, wenn ich eine sichere, saubere und vor allem auch nachhaltige Wasserversorgung für Wamale weiter mitgestalten darf. Ich würde sagen: „to be continued“!
Falls Du mehr über das Wasserprojekt in Tamale wissen willst, findest Du weitere Infos hier.

Timo: Team Münster - Mein Job. Meine Story.
Wir feiern in diesem Jahr 125-jähriges Jubiläum bei den Stadtwerken, Timo hat das Unternehmen davon sage und schreibe 27 Jahre mitgestaltet. Er schaut auf eine beeindruckende und vor allem vielfältige Karriere zurück, wie sie selten vorkommt.
Du hast eine sehr ungewöhnliche Karriere durchlaufen – vom Binnenschiffer bis hin zur Abteilungsleitung bei den Stadtwerken. Magst Du uns erzählen, wie Dein beruflicher Weg hier begonnen hat?
Mein Arbeitsleben fing in der Binnenschifffahrt an, hier bin ich in die Fußstapfen meines Vaters getreten, der sein eigenes Schiff bewirtschaftete und Kohle aus dem Ruhrgebiet nach Münster und Berlin fuhr. Daher kenne ich die Stadtwerke noch gut aus dieser Zeit, weil wir das Kraftwerk mit Kohle beliefert haben.
Mit Anfang Zwanzig bin ich zur Bundeswehr gegangen und habe mich dort für 4 Jahre verpflichtet. Im Anschluss war der Plan, den Betrieb meines Vaters zu übernehmen und die Schifffahrt zu meinem Beruf zu machen.
Meine Frau und ich hatten aber einen Kinderwunsch, daher habe ich mich schweren Herzens von der Schifffahrt getrennt, damit ich mehr zu Hause und bei der Familie sein und unterstützen kann.
Durch meine Zeit bei der Bundeswehr hatte ich bereits meinen Busführerschein und habe den Einstieg bei den Stadtwerken 1999 als Busfahrer gefunden. Im Mobilitätsbereich durfte ich dann einige Stationen durchlaufen: Lehrfahrer, Fahrscheinkontrolleur, Mitarbeiter in der Leitstelle, Verkehrsmeister, Kunden- und Beschwerdemanagement, Telematik. Anschließend kamen weitere Stationen mit Führungsverantwortung zum Beispiel im Wissens- und Qualitätsmanagement und mittlerweile Kundenbereich hinzu.
Wow, das sind viele unterschiedliche Inhalte. Gab es eine Phase, in der sich Dein Arbeitsalltag besonders verändert hat? Wie hast Du das erlebt?
Inhaltlich war der Wandel vom Mobilitätsbereich hin in die Verwaltung die größte Veränderung. Bei der Mobilität habe ich die „klassischen“ Entwicklungsschritte durchlaufen, die in Frage kommen, wenn man weniger aktiv Fahren und mehr in den „kaufmännischen“ bzw. koordinierenden Teil des Mobilitätsbereichs einsteigen will.
Hier war mein Vorteil, dass ich mich privat immer sehr für Daten interessiert habe und fachlich der Meinung war, dass wir die Fahrgäste stärker informieren können. So habe ich unterschiedliche Daten aus unseren Bussen mit weiteren Daten zusammengeführt und gebündelt ausgespielt. Damit haben wir vor 15 Jahren die Grundlage geschaffen, unsere Fahrgäste an Haltestellen, im Internet und später auch in Apps, in Echtzeit zu informieren.
Auch persönlich wollte ich mich weiterentwickeln und es war klar, dass ich im Verkehrsbereich kurzfristig nicht über die Position des stellvertretenden Teamleiters hinauskomme, da die Stelle darüber besetzt war. Ich hatte jedoch das Ziel, Teamleitung zu werden. Zu dieser Zeit war eine Teamleitungsstelle im Büroservice ausgeschrieben, also dem Bereich, der Posteingang, Postausgang, Archivservice, Digitalisieren und Druck fürs ganze Unternehmen sowie für weitere Stadtwerke, die bei uns drucken, verantwortet.
Das war wirklich eine vollkommen andere Welt als jene, in denen ich zuvor bei den Stadtwerken gearbeitet habe. Und ich habe die Herausforderung angenommen. Genau das ist es, wie ich bisher meine gesamten Entwicklungsschritte erlebt habe: offen sein und die Herausforderungen annehmen.
Wie hast du es geschafft, Dich in so vielen verschiedenen Bereichen zurechtzufinden?
Das ist schnell beantwortet: Durch reinfuchsen. Stehenzubleiben ist nicht mein Ding, daher habe ich mich beruflich immer gerne verändert. Das bringt gleichzeitig mit, dass man sich immer wieder auf neue Aufgaben, Perspektiven und Menschen einstellen und sie kennenlernen muss.
Entscheidend für mich ist, dass ich Dingen offen gegenüberstehe und heute noch sage „Ich könnte mir auch nochmal vorstellen, etwas anderes im Team Münster zu machen, statt meiner aktuellen Stelle“. Neben meinem ganz persönlichen Wunsch nach Veränderungen und der Haltung, dass man sich in vieles reinarbeiten kann, braucht es für eine solche Entwicklung im Unternehmen auch die richtigen Leute, die einen fördern.
Was man nicht vergessen darf: In anderen Unternehmen wäre so eine Karriere schwer denkbar, bei uns jedoch schon, weil wir eine unglaubliche Vielfalt an Bereichen und Themen abdecken.
Gab es für Dich besondere Learnings aus diesen Entwicklungen, welche sich auch in Deiner Arbeit oder Deinem Karriereweg gezeigt haben?
Ja, wie wichtig Wissensmanagement ist. Unternehmen – auch die Stadtwerke – unterliegen im Laufe der Zeit Veränderungen, ob zum Beispiel durch Personalwechsel oder auch Umstrukturierungen. Solche Veränderungen bedeuten oftmals Verlust von jahrelangem Wissen.
Über die vielen Stationen meiner Karriere habe ich mich immer wieder neu in Themenbereiche eingearbeitet, oft ohne vorher Experte in diesem Gebiet gewesen zu sein. Das heißt, ich habe mich intensiv in die Bereiche einarbeiten müssen. Effizienter ist es, wenn bei der Einarbeitung auf das festgehaltene Wissen der Vorgängerin bzw. des Vorgängers zurückgegriffen werden kann, falls keine persönliche Übergabe möglich ist.
Gemeinsam mit meinen Teams habe ich Lösungen entwickelt, um internes Wissen zu archivieren, zu digitalisieren und den Fachbereichen zur Verfügung zu stellen. So können die Kolleginnen und Kollegen nun benötigtes Wissen über unsere Wissensdatenbank abrufen und sich in Themen einlesen – seien es beispielsweise Gesetzesänderungen, Betriebsvereinbarungen oder interne Themen wie die Nutzung von Programmen. So können wir auch die nächsten 125 Jahre über das aktuelle Wissen im Unternehmen verfügen.
Du sprichst es bereits an: 2026 ist unser Jubiläumsjahr, die Stadtwerke werden 125 Jahre. Du blickst auf 27 Jahre im Team Münster zurück, was macht es für Dich so besonders, hier zu arbeiten?
Das Team. Die Gemeinschaft ist unglaublich. Ich habe die unterschiedlichen Standorte – ob den Verkehrsbetrieb an der Rösnerstraße, den Hafenplatz oder unsere Servicepunkte – kennengelernt. Jeder Standort ist anders. Das, was aber alle verbindet, ist der Zusammenhalt. Die letzten Jahre waren besonders für Energieanbieter herausfordernd. Durch die Gemeinschaft bei uns im Unternehmen schaffen wir es, Veränderungen, Herausforderungen und Krisen zu bewältigen.
125 Jahre sind eine beachtlich lange Zeit, auf die ein Unternehmen zurückschauen kann. Die Stadtwerke stehen seit jeher auf sicherem Fundament. Auch das ist ein Ergebnis des starken „Wir“.
Du hast auf Deinem Karriereweg immer wieder etwas Neues gewagt. Was würdest Du anderen beruflich mit auf den Weg geben?
Seid offen für neue Tätigkeiten, probiert euch aus und sagt, wenn euch etwas auffällt, auch gegenüber eurer Führungskraft. Es gibt immer etwas, das sich verändert und es ist wichtig, dem gegenüber offen zu sein.

Auszeichnung als familienfreundlicher Arbeitgeber – zum 8. Mal!
Familienfreundlichkeit ist fest verankert in unserer Unternehmenskultur. Wir bieten vielfältige Lösungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten, Auszeiten für Familie und Pflege, Führung in Teilzeit und vieles mehr. Diese konkreten Angebote helfen unseren Mitarbeitenden, in allen Lebensphasen die richtige Balance zwischen Beruf und Privatleben zu finden.
Umso mehr freuen wir uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder mit dem Zertifikat „audit berufundfamilie“ ausgezeichnet wurden und das bereits zum 8. Mal in Folge! Im Jahr 2003 haben wir die Auszeichnung zum ersten Mal erhalten - übrigens als erstes Unternehmen in Münster und als erstes Stadtwerk bundesweit!

Finn: Team Münster - Mein Job. Meine Story.
Finn ist ein echtes Multitalent: Nach seiner Ausbildung zum Industrieelektriker im Team Münster startet er jetzt sein duales Studium im IT-Bereich. Er erzählt, warum er das vielseitige Angebot und das starke Miteinander schätzt und gibt wertvolle Tipps für eine Bewerbung im Team Münster.
Erst Handwerk, jetzt IT - wie kommt es, dass Du Deine zweite Ausbildung in einem anderen Bereich anfängst?
Im ersten Moment mag das gegensätzlich wirken, aber beides sind Ausbildungen aus dem MINT*-Bereich. Schon in der Schulzeit waren das meine stärksten Fächer, vor allem Informatik. Daher war der Schwerpunkt klar und weil ich einfach Spaß am Tüfteln habe, hatte ich mich damals für die handwerkliche Ausbildung entschieden und bin froh sie gemacht zu haben.
Während meiner Ausbildung fragte ich nach der Möglichkeit, auch Bereiche außerhalb des „Ausbildungsrahmens“ kennenzulernen. Dadurch habe ich das IT-Management kennengerlernt und war sofort begeistert. Sowohl von den Themen, die wir als lokaler Versorger intern und extern gestalten, als auch vom Team selbst. Der Wunsch, noch ein Studium zu machen, war schon länger in mir. Da ich aber nicht vorrangig die Theorie lernen will, sondern weiterhin Gelerntes in der Praxis anwenden möchte, wollte ich gerne ein duales Studium machen. Das heißt konkret: man studiert an einer Hochschule und hat fest integrierte Praxiszeiten im Unternehmen. Mit meinem Wunsch des Studiums und meiner Leidenschaft für den MINT-Bereich, war das duale Studium Wirtschaftsinformatik die perfekte Möglichkeit, alles zu vereinen.
(*: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz MINT)
Du sagst von Dir selbst, dass Du ein „Nerd“ bist – was bedeutet das für Dich im Beruf und in der Freizeit?
Ich liebe es, mich mit Computern, Laptops und Technik zu beschäftigen und komplexe Herausforderungen zu lösen – sowohl beruflich als auch privat. Im Alltag bastle ich viel an Hard- und Software herum und habe Spaß daran, neue Dinge auszuprobieren. Daher ist meine Ausbildung für mich eine Mischung aus Arbeit, Hobby und Leidenschaft.
Das ist auch der Grund, wieso ich eine zweite Ausbildung angefangen habe, wovor andere vielleicht zurückschrecken würden. Ich möchte das machen, was mich begeistert, wofür ich brenne und wo ich Spaß dran habe. Das sind sowohl das Handwerk als auch die IT. Und genau dem bin ich mit beiden Ausbildungen nachgegangen und es wurde mir ermöglicht.
Es gibt viele spannende Arbeitgeber in Münster. Wieso hast Du Dich damals und jetzt erneut für das Team Münster entschieden?
Weil für mich das Gesamtpaket einfach stimmt. Anfangs waren die klassischen Fakten wichtige Gründe: Schon in der Ausbildung bekommt man ein gutes Gehalt, außerdem hat man einen sicheren Ausbildungsplatz. Und nachdem ich damals in meine Ausbildung gestartet bin, habe ich schnell gemerkt: hier stimmt das Miteinander und das Klima. Nicht nur mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Fachabteilungen, sondern auch unter uns Azubis.
Das ist ein gutes Stichwort. Jedes Jahr starten circa 20 Azubis in eine Ausbildung bei uns. Wie gut seid ihr vernetzt und wie ist das Miteinander?
Das Miteinander unter den Auszubildenden ist wie gesagt sehr gut. Man hat immer Azubis, mit denen man sich austauschen kann oder auch die Mittagspause verbringt. Wir unterstützen uns gegenseitig und der Zusammenhalt ist auch richtig stark. Besonders toll finde ich, dass wir in ausbildungsübergreifenden Azubi-Projekten die Möglichkeit haben, gemeinsam als Azubis zusammenzuarbeiten und ein Projekt von Anfang bis Ende zu gestalten. Das stärkt das Azubi-Netzwerk.
Dein Tipp für Schülerinnen und Schüler: Was sollten sie bei ihrer Bewerbung beachten?
Mein Tipp an alle, die sich bewerben möchten: Seid authentisch und zeigt, wofür ihr wirkliches Interesse habt. Handwerkliches Geschick oder technisches Verständnis sind sicher hilfreich, aber vor allem sollte man Spaß an den Themen haben und offen sein neue Dinge zu lernen.

20 neue Azubis: Herzlich willkommen im Team Münster!
Wir freuen uns riesig über unsere 20 neuen Azubis! Mit 11 verschiedenen Berufen starten sie bei uns durch und wir sagen: Herzlich willkommen im Team Münster!

Benefit: Team Münster und Hansefit
Das Wohlbefinden und die Gesundheit unserer Mitarbeitenden haben bei uns im Team Münster höchste Priorität. Deshalb machen wir es uns als Arbeitgeber zur Aufgabe, unsere Gesundheitsangebote sowie die Benefits im Bereich Sport und Gesundheit stetig weiterzuentwickeln.
Besonders freuen wir uns über die Kooperation mit Hansefit! Seit Anfang des Jahres können unsere Mitarbeitenden nicht nur in Münster, sondern deutschlandweit die vielfältigen Angebote des Firmenfitnessanbieters nutzen. Ob Fitnessstudio, Schwimmen, Yoga, Bouldern oder Sauna: Es gibt über 9.000 Verbundpartner mit über 50 verschiedenen Sportarten!
Und das stößt im Team Münster auf große Beliebtheit: 433 von etwa 1.500 Mitarbeitenden sind bereits mit Hansefit unterwegs. Tendenz steigend!

Energiewende im Fokus: Nachhaltigkeit zum Anfassen
Ein wichtiges Format der Uni Münster ist die Nachhaltigkeitsexkursion. Sie bietet Studierenden die Möglichkeit, freiwillig mit Arbeitgebern aus der Region in Kontakt zu treten – mit dem gemeinsamen Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit.
Beim Besuch der Studierenden bei uns am Hafenplatz drehte sich also alles darum, Nachhaltigkeit bei uns erlebbar zu machen. Neben der Vorstellung unserer Ziele für ein zukunftsfähiges Münster gab es einen Rundgang entlang vom Wärmespeicher, Wärmepumpe und Kraftwerk sowie spannende Einblicke in unsere Vorhaben im Bereich erneuerbare Wärme. Auch der persönliche Austausch über nachhaltige Berufsfelder bei uns und Einstiegsmöglichkeiten im Team Münster kamen dabei nicht zu kurz.
Ob BWL, Geografie oder Politik - Die Studierenden kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen zu uns. Man merkt: Das Interesse an nachhaltigen Zukunftsthemen besteht. Darüber freuen wir uns besonders, da wir junge Menschen dafür begeistern möchten, die Energie- und Mobilitätswende mit uns gemeinsam zu gestalten.

Azubi als Botschafter bei der Handwerkskammer Münster
Das sagt unser Azubi Valentin über seine Ausbildung als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: „Hier kann ich echt was bewegen, um die Energiewende voranzubringen und das Klima zu schützen. Für viele sind das nur Worte, für mich ist es mein täglicher Job“.
Um diese Leidenschaft für seine Ausbildung mit anderen zu teilen und sie für die Ausbildung zu begeistern, war er mit der Handwerkskammer Münster als Ausbildungsbotschafter unterwegs und hat Einblicke in die Aufgaben und Vorteile seiner Ausbildung gegeben. Ganz nach dem Motto „weniger Reden mehr zeigen“ hat er direkt den Einsatzwagen mit Werkzeugen und Arbeitsmitteln mitgebracht.
Bei unserer Tochter, den Stadtnetzen Münster, lernt er, was es aus Anlagensicht braucht, um Münsters Lebensadern nachhaltig am Laufen zu halten. Zu seinen Aufgaben zählt das Herstellen und Bearbeiten von Rohrverbindungen, die Planung und Installation von Wasser- und Luftversorgungssystem und die Montage und Inbetriebnahme von Anlagen.

Erfolge Feiern im Team Münster: Abschlussevent unserer Azubis
Im letzten Jahr haben 16 Azubis ihre Ausbildung erfolgreich bei uns und der Stadtnetze Münster GmbH abgeschlossen. Drei unserer Azubis konnten ihre Ausbildung sogar mit Bestleistungen innerhalb des gesamten Ausbildungsjahrgangs abschließen! Die tolle Leistungen aller Azubis haben wir im Rahmen eines Abschlussevents gefeiert, bei einem entspannten Austausch mit der Geschäftsführung und anschließendem Pizzaessen.
Gekommen, um zu bleiben: Unsere Übernahmequote für Azubis liegt bei über 90 Prozent. Nach Abschluss ihrer Ausbildung wechseln die Absolvent_innen in verschiedensten Unternehmensbereiche von Strategie & Politik, über IT-Management bis hin zur KFZ-Mechatronik für Versorgungsfahrzeuge - um nur einen kleinen Einblick in die Vielfalt zu geben. Wir setzen darauf, unsere Auszubildenden langfristig zu binden und ihnen attraktive Perspektiven sowie Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.

Gold für das Team Münster!
Wir sind vom ADFC* als Fahrradfreundlicher Arbeitgeber in der höchsten Stufe „Gold“ ausgezeichnet worden.
Ob mit Bike-Leasing für Leeze oder Lastenrad, kostenlose Auflademöglichkeiten für den E-Bike-Akku, eine Fahrrad-Servicestation mit Werkzeug und Luftpumpe, falls der Reifen mal platt ist oder Duschen, um nach einer Radfahrt frisch in den Tag zu starten – wir wollen dem Team Münster ganzheitliche Angebote bieten. Während der Arbeit haben unsere Mitarbeitenden natürlich auch immer die Möglichkeit, eins unserer Diensträder für Dienstfahrten zu nutzen. Für alle, die nach der Arbeit gerne in der Gruppe Sport treiben und das am besten noch auf dem Rad, haben wir eine Betriebsportgemeinschaft Radsport.
Auch für Kolleg_innen, die mit Bus, Bahn oder Auto zur Arbeit pendeln, bieten wir vielfältige Mobilitätsvorteile wie beispielweise das Deutschlandticket, eigene Parkhäuser und Ladestationen für E-Autos.
Mehr zu den Benefits im Team Münster erfahren.
*Allgemeiner Deutscher Fahrradclub (mit dem ADAC für Autos zu vergleichen)

Mit Einblicken in die Erneuerbaren Energien und Azubi-Speeddating in die Sommerferien
Vergangene Woche konnten wir drei Schulen aus Münster bei uns begrüßen: Das MSMG Telgte, das Stein-Gymnasium und die Friedensschule! In ihren Projektwochen legten die Schulen unterschiedliche Schwerpunkte, doch allen war es wichtig, Praxis und Theorie zu verbinden und die Schülerinnen und Schüler mit Arbeitgebern der Region zu vernetzen.
In der Projektwoche des MSMG Telgte lag der Fokus auf der Frage „Wie schafft es Münster, klimaneutral zu werden? Als lokaler Energieversorger haben wir eine tragende Rolle bei dieser Aufgabe und konnten spannende Einblicke geben, was wir rund um den Hafen alles machen.
Das Stein-Gymnasium hingegen hat eine unserer Windenergieanlagen in Roxel besichtigt. So haben sie regenerative Energie vor Ort erlebt und konnten sogar einen Teil des Windrads begehen, um mehr über dieses spannende Themenfeld zu lernen.
Ganz anders ging es in der Projektwoche der Friedensschule zu: „Wie geht es nach der Schule weiter: Studium und/oder Ausbildung?“ Im Rahmen eines Azubi-Speeddatings besuchte uns die Schule, um hinter die Kulissen am Hafenplatz blicken. Mit einem Mix aus Kennenlernen der Arbeit des Team Münster, Gesprächen mit unseren Azubis und der Möglichkeit, Fragen rund um die Ausbildung und das duale Studium zu stellen, war es ein abwechslungsreicher Tag.
Durch Einblicke in die Praxis und den persönlichen Austausch mit unseren Expertinnen und Experten möchten wir Schülerinnen und Schüler dafür gewinnen, gemeinsam mit uns Münster klimaneutral und dadurch noch lebenswerter zu machen. Wir haben uns große Ziele gesetzt und um gut für die Zukunft aufgestellt zu sein, brauchen wir den Nachwuchs.