Wer schon immer wissen wollte, wie sich Arbeiten in einer streng hierarchischen Welt anfühlt, ist hier richtig.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben sind der gut gefüllte Kühlschrank und die Siebträgermaschine. Allerdings ersetzt weder kostenloser Kaffee noch eine Auswahl an nahrhaften Köstlichkeiten eine funktionierende Unternehmenskultur. Wem es reicht, dass Wertschätzung in Koffein und Kalorien gemessen wird, dürfte aber hier bestens aufgehoben sein.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Onboarding hinterlässt bleibende Erinnerungen. Während andere Unternehmen neue Mitarbeitende mit einem Blumenstrauß begrüßen, setzt man hier auf Nachhaltigkeit: Man erhält liebevoll eine Auswahl der Überbleibsel vergangener Marketingaktionen. So fühlt man sich vom ersten Tag an als Teil des Unternehmens – oder zumindest als Teil der Lagerbereinigung. Allerdings muss ich zugeben, dass der Antistressball doch recht hilfreich war und dessen täglicher Einsatz zumindest die Abnutzung der Tischkante und meines Gebisses gleichermaßen verhinderte.
Arbeitsatmosphäre
Wer schon immer wissen wollte, wie sich Arbeiten in einer streng
hierarchischen Welt anfühlt, ist hier genau richtig.
Image
SSCO hat zu Recht ein gutes Image nach Außen und bietet einen Pool an sehr intellektuellen und innovationsfreudigen Beratern mit einem extrem guten Know How und Drive. Das Image kann aber nur bei guter Unternehmensführung weiterbestehen und hier sehe ich eine Schwachstelle aufgrund von unbegründeter Arroganz und der Einstellung der Berater, die an Wall Steet Hollywood Movies aus den 90iger Jahren erinnert. Status ist nicht alles.
Work-Life-Balance
für eine Beratung fast schon erschreckend gut
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Anzuerkennen ist das Engagement des Stern Stuart Instituts mit seinem Einsatz in Burkino Faso.
Vorgesetztenverhalten
Die Unternehmenskultur wird maßgeblich von einem Management geprägt, das selten eine Gelegenheit auslässt, seine eigene Großartigkeit hervorzuheben. Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern scheint dagegen eher als optionaler Luxus betrachtet zu werden.
Besonders bemerkenswert ist der Umgangston mancher Führungskräfte. Über Mitarbeitende wird schon auch einmal in einer Weise gesprochen, die wenig Respekt und noch weniger Professionalität erkennen lässt. Wer eine Kultur der Zusammenarbeit und gegenseitigen Achtung sucht, sollte seine Erwartungen vorsichtshalber deutlich nach unten korrigieren.
Als operativ Mitarbeitender erlebt man zudem eine besondere Form der Unsichtbarkeit: Es darf bereits als persönlicher Karriereerfolg gewertet werden, wenn der Partner einen grüßt oder gar den Namen kennt. Von echter Einbindung, Wertschätzung oder Anerkennung sollte man sich besser nicht allzu viel versprechen.
Arbeitsbedingungen
Besonders konsequent wird das Credo verfolgt, den administrativen Bereich möglichst „lean“ zu halten. Übersetzt bedeutet das vor allem: Zusätzliche Ressourcen, sinnvolle Tools oder Systeme, die die Arbeit effizienter gestalten könnten, werden mit bemerkenswerter Konsequenz vermieden – schließlich könnten sie Geld kosten. Statt Prozesse zu optimieren, setzt man lieber auf Improvisation, das gute alte Excel und die grenzenlose Geduld der Mitarbeitenden.
Kommunikation
kann ich nicht wirklich beurteilen, da aus meiner Erfahrung Kommunikation bis in den untersten Level anders funktioniert. Unter den Beratern würde ich vermuten gut, für ein Unternehmen, dass aber "entrepreneurial spirit" claimed aus meiner Sicht katastrophal
Gehalt/Benefits
sehr gut
Gleichberechtigung
hier gibt es nichts zu beanstanden. Im Gegenteil, es liegt eine für eine Beratung übersurchschnittlich hohe Frauenquote vor.
Interessante Aufgaben
Die Aufgabenvielfalt im operativen Support Bereich hält sich in überschaubaren Grenzen. Wer auf abwechslungsreiche Tätigkeiten, Eigenverantwortung oder die Möglichkeit hofft, sich fachlich weiterzuentwickeln, sollte seine Erwartungen entsprechend nach unten schrauben. Viele Aufgaben bewegen sich auf einem Niveau, bei dem man sich gelegentlich fragt, ob die Stellenbeschreibung bereits von einer KI verfasst wurde – oder ob die Position langfristig ohnehin als Machbarkeitsstudie für deren Einsatz dient.

