1 Bewertung von Mitarbeiter:innenkununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
Ihr Unternehmen?
kununu Prüfprozess
Meiner Meinung nach:
- Ausstattung Arbeitsplatz, Pflanzen im Büro, große Fenster
- Gleitzeit, 38-Stunden-Woche, Homeoffice
- kostenloser Kaffee, Tee, Parkplatz
- Sachbezüge
- Ziel der Digitalisierung
- Kanzleihunde
Meiner Meinung nach:
- Verhalten gegenüber den Mitarbeitern, viel Kritik
- teilweise falsche fachliche Beurteilungen, ungenaues Arbeiten (für mich herrschte insgesamt eine niedrige fachliche Qualität)
- die Mappen für die Mandanten
- übertriebenes Controlling, zeitfressende Eigenverwaltung
- Unausgewogene Verteilung von Gehalt und Benefits
- Stress, Druck und Überstunden (Arbeitsklima)
- Mitarbeiter müssen die Post (nach der Arbeit) wegbringen
- Rechnungslegung, Verteilung der Sekretariatsaufgaben
- fehlende Selbstständigkeit der Mitarbeiter, starke Ausübung von Kontrolle durch die Chefs
Fachlich:
Weniger Wert auf Quantität sondern mehr auf Qualität setzen; die folgenden fachlichen Einschätzungen beruhen auf meiner Arbeitsweise und dem was man in der Ausbildung zum Steuerfachangestellten lernt: Man sollte sich genauer ans Gesetz halten, z.B. bei der Betrachtung von Rückstellungen oder der Definition und Aktivierungspflicht mancher Wirtschaftsgüter, ebenso sollte "Vorsteuer in der Folgeperiode abziehbar" verwendet werden und der Unterschied zwischen Rückstellung und Verbindlichkeit sollte besser erkennbar sein. Rechnungsabgrenzungsposten sollten besser kontrolliert und ausgeglichen werden, damit man keine Differenzen über viele Jahre zieht. All das führt zu einer sauberen Bilanz. Buchungen sollten nicht ohne Text erfolgen, der Kontenrahmen sollte besser ausgeschöpft werden. So gibt es z.B. ein Konto für Forderungen aus Umsatzsteuer-Vorauszahlungen, welches in der Kanzlei grundsätzlich nicht benutzt wurde. Die Mappen für die Mandanten sollten meiner Meinung nach professioneller und optisch ansprechender sein, z.B. in einer einheitlichen Struktur, ohne Handschrift und ein gebundenes Exemplar sieht ebenfalls viel besser aus. Gewerbe und Privatperson sollten weniger vermischt werden, so finde ich zum Beispiel, dass in der Mappe einer GmbH die private ESt des Gesellschafters nichts zu suchen hat. Schätzungen von Kosten, z.B. wenn ein Telefonbeleg fehlte sowie die Schätzung von Handwerkerkosten und starke Vereinfachung, z.B. bei der Ermittlung der Anschaffungskosten eines PKW lassen die Qualität sinken. Das Feld "Sparerpauschbetrag für nicht erklärte Kapitaleinkünfte" gibt es nicht ohne Grund, sowas sollte man ebenfalls benutzen. Als ich eine Fristverlängerung für eine Umsatzsteuervoranmeldung beantragen wollte, hieß es von der Chefin "lieber eine falsche Voranmeldung pünktlich abgeben, als eine Fristverlängerung beantragen". Das sagt in meinen Augen schon viel aus.
Organisation:
Ebenfalls ist das hier meine persönliche Meinung, unter anderem, da ich in einer anderen Kanzlei gearbeitet habe, in der diese Sachen deutlich besser liefen.
Das Sekretariat sollte für das Telefon und die Begrüßung der Mandanten verantwortlich sein und nicht jeder Mitarbeiter. Das "heilige" Handbuch führt letztendlich nur zu Mehrarbeit, die in meinem Fall keinen spürbaren fachlichen Nutzen hat. 10 Minuten für "Kommen und Gehen" im Homeoffice abzuziehen finde ich fragwürdig. Eine zentrale Rechnungslegung würde Unstimmigkeiten und Chaos vermeiden und könnte für mehr Nachvollziehbarkeit für Mandanten sorgen. Manche Positionen in der Steuererklärung wurden manchmal gar nicht berechnet oder es wurde die Rechnung geschrieben, noch bevor die ganze Sache abgeschlossen war. Der Outlook Kalender war chaotisch, da jeder zu jeder Zeit überall Eintragungen vornehmen konnte und es dafür keine einheitliche Regeln gab.
Chefs:
Die Verbesserungsvorschläge basieren auf meinen Erfahrungen mit den Chefs.
Gebt bitte etwas Kontrolle ab, vertraut euren Mitarbeitern. Man muss sich nicht für eine kleine EÜR über eine Stunde zusammensetzen. Nehmt Kritik an, verändert nicht ohne Absprache Buchungen und arbeitet sauberer, wenn ihr vertretungsweise Buchhaltungen übernehmt, ich musste einige Korrekturen vornehmen. Über Mandaten per WhatsApp zu schreiben, finde ich ebenfalls nicht gut. Lasst ebenfalls nicht zu, dass Mandanten in die Einzelbüros dürfen, da ist die Gefahr für Verstöße des Datenschutzes deutlich erhöht. Dass eine Mail von mir einfach Ignoriert wurde, empfinde ich als führungsschwach. In meinen Augen könntet ihr eure Mitarbeiter menschlicher behandeln und bitte reagiert auf Krankheit nicht mit Unterstellungen und Drohungen rechtlicher Konsequenzen. Über ein kleines Weihnachtsgeschenk würde sich bestimmt auch jeder freuen. Sprecht mit Mitarbeitern, die über 10 Stunden arbeiten oder zu kurze Pause machen und klärt sie über das Arbeitszeitgesetz auf, das ist eure Fürsorgepflicht.
Das Büro war schön eingerichtet, es gab viele Pflanzen, helle Räume und die Arbeitsplätze waren gut ausgestattet. Ansonsten gab es viel Stress, die Chefs wollten wahrscheinlich die absolute Kontrolle, Mitarbeiter wurden für mein Verhalten permanent kontrolliert, es war wohl kein Vertrauen da. Druck war ebenfalls an der Tagesordnung. Kollegen waren oft genervt oder lästerten teilweise. Für mein Gefühl lag viel Anspannung in der Luft. Wichtige Absprachen fehlten oft und es herrschte meiner Meinung nach eine negative Fehlerkultur. Vorgehensweisen wurden oft mit "das haben wir schon immer so gemacht" begründet. In meinen Augen unnötiges Controlling und einige kanzleiinterne Regelungen verlangsamten die eigentliche Arbeit erheblich. Das Sekretariat war irgendwie Sache von allen Mitarbeitern, was meiner Meinung nach kontraproduktiv ist.
So wie Dinge nach außen gegangen sind, glaube ich, dass die Kanzlei kein sehr gutes Image hat. Das kann ich aber nur erahnen. Man sollte sich aber definitiv nicht von dem Titel "Qualitätskanzlei" blenden lassen.
38 Stunden in der Woche, Gleitzeit und die Möglichkeit auf Homeoffice waren gute Voraussetzungen für eine gute Work-Life-Balance. Ebenso gab es die Möglichkeit auf zusätzlichen unbezahlten Urlaub. Entstandene Überstunden und interne Absprachen zur Abdeckung der Öffnungszeiten standen dem entgegen. Grundsätzlich war die Pause stets 30 min, auch wenn man 9 Stunden arbeitete. Bei mir kamen leider auch Tage mit über 10 Stunden Arbeitszeit vor.
Mir wurde gesagt, dass Weiterbildungen übernommen werden, jedoch konnte ich das nie testen. Kostenlose Seminare fanden regelmäßig statt. Ebenfalls gab es regelmäßige Mails mit Neuigkeiten. Um groß Karriere zu machen, empfand ich die Kanzlei als ungeeignet.
Das Gehalt war für mich angemessen und es gab auch eine Tankkarte. Jedoch gab es Boni für wenig Krankentage, was ich für problematisch halte. Im 1. Jahr bekam ich, im Gegensatz zu meinen Kollegen, keine Prämie zu Weihnachten. Die meisten Kollegen haben nach Erzählungen ziemlich unterschiedlich verdient und auch die Benefits waren ungleichmäßig verteilt.
Es wurde versucht die Digitalisierung voranzutreiben, aber dennoch wurden viele unnötige Seiten gedruckt, z.B. Auswertungen, die man jederzeit im Programm anschauen kann, wurden ausgedruckt und abgeheftet, nur damit sie eben da sind. Positiv ist noch, dass es Möglichkeiten zur Mülltrennung gab.
Die Kollegen waren freundlich, man duzte sich und verbrachte die Pause in aller Regel gemeinsam. Dennoch wurde über manche Mitarbeiter hinter deren Rücken schlecht geredet.
In meinem Fall bekam ich anfangs tolle Möglichkeiten und auch Sonderwünsche erfüllt, nur damit es mir dann permanent vorgehalten wurde. Bei Krankheit gab es kaum Verständnis und man hörte sich dann Vorwürfe an, dass die Chefs deshalb weniger Freizeit hätten. Während der Krankheit wurde man in meinen Augen ständig unter Druck gesetzt und es wurde Erreichbarkeit vorausgesetzt. Bei kritischen Gesprächen wurde ich in die Mangel genommen, abgewertet und unter Druck gesetzt. Mails wurden teilweise ignoriert. Grundsätzlich hatte ich den Eindruck, dass die Meinung der Chefs immer "richtig ist", auch wenn es fachlich nicht exakt war. Ich finde dadurch wurden die Arbeitsweisen und Ansichten der Chefs allen auferlegt, eigenständiges Denken oder Handeln führten demnach zu häufigen Konflikten. Mir sagte man zum Beispiel auch 5 Minuten Toilettenpause seien zu viel und der Schreibtisch müsse in der Freizeit aufgeräumt werden. Es wurde oft unsauber gearbeitet, um schneller zu sein. Mir und anderen wurde teilweise Fehlverhalten unterstellt ohne eine konkrete Begründung. Als ich beweisen konnte, dass der Vorwurf nicht stimmte, wurde ich einfach ignoriert und die Sache ist untergegangen.
Die Schreibtische waren höhenverstellbar, es gab mindestens zwei Bildschirme und die Stühle waren ergonomisch. Fürs Homeoffice werden die Sachen zum Teil gestellt. Kaffee und Tee waren jederzeit kostenlos zu erhalten. Es wurden wirklich viele Listen geführt und die internen Abläufe waren teilweise hinderlich. Gleitzeit war sehr positiv. Ansonsten machte die Führung der Kanzlei meiner Meinung nach nicht viel für gute Bedingungen. Ich fühlte mich dort teilweise eher wie im Kindergarten als wie an einem professionellen Arbeitsplatz.
Diese war mangelhaft, die Chefs haben beispielsweise am Mandanten gearbeitet und es nicht an den Mitarbeiter weitergegeben. Termine wurden stillschweigend in den Kalender eingetragen und viel Kommunikation lief ausschließlich per Mail. Es wurde schnell kritisiert und Sorgen oder Belange wurden meiner Meinung nach nicht Ernst genommen.
Es gab Fälle, die interessant waren. Jedoch waren viele teils auch anspruchsvolle Aufgaben den Chefs vorbehalten. Man hatte meiner Meinung nach auch keinen bedeutsamen Mandantenkontakt, da sehr viele Gespräche von den Chefs geführt wurden.