Fortschritt durch Stillstand?
Gut am Arbeitgeber finde ich
Flexibles Arbeitsmodell mit Gleitzeit und Homeoffice ermöglicht gute Work-Life-Balance
Möglichkeiten zur Weiterbildung und Entwicklung bei Eigeninitiative
Corporate Benefits und betriebliche Altersvorsorge, nichts besonderes
Verbesserung der IT-Systeme seit Betriebsübergang spürbar
Kollegenzusammenhalt in den meisten Teams positiv und unterstützend
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fehlender Vertrieb und professioneller Kundenkontakt
Konservatives Mindset hemmt Innovation und Veränderung
Fehlendes Budget, Zeit und Know-how zur Problemlösung
Kommunikationswege oft ineffektiv, fehlende Mitarbeitergespräche
Teilweise negatives Vorgesetztenverhalten inklusive Mobbing ohne Konsequenzen
Ungleichbehandlung und mangelnde Diskussionskultur
Investitionslücken bei Infrastruktur und Instandhaltung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten häufig abhängig von Eigeninitiative und Führungskraft
Schwaches öffentliches Image und geringe Präsenz bei Events und in sozialen Medien
Verbesserungsvorschläge
Mehr Budget und Know-how für Problemlösungen bereitstellen
Mitarbeitergespräche verpflichtend einführen, um Erwartungen zu klären
Kommunikationswege transparenter und relevanter gestalten
Klare Konsequenzen bei Fehlverhalten von Führungskräften
Förderung einer offenen Diskussionskultur für Gleichberechtigung
Investitionen in moderne IT-Systeme und Infrastruktur erhöhen
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten besser kommunizieren und unterstützen
Präsenz bei regionalen Events und in sozialen Medien stärken
Arbeitsatmosphäre
Ein konservatives Mindset prägt viele Bereiche – der Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ ist symptomatisch. Probleme sind oft bekannt und werden auch benannt, doch es fehlt regelmäßig an Budget, Zeit und Know-how, um sie wirksam anzugehen. Das hemmt Innovation und sorgt langfristig für Frustration. Führungskräften fehlen Visionen und Ziele.
Image
Das Image ist durch eine langanhaltend schwache Auftragslage und geringe öffentliche Präsenz beeinträchtigt. Das Unternehmen zeigt kaum Präsenz bei regionalen Events oder in sozialen Medien, wodurch das Umfeld nur wenig eingebunden wird. Zudem führen negative Beispiele aus der Belegschaft zu zusätzlicher negativer Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.
Work-Life-Balance
Ein flexibles Arbeitsmodell mit Gleitzeit, Homeoffice und teaminternen Absprachen bietet grundsätzlich viel Freiraum. Unterschiede zwischen Administration und Produktion bestehen, wurden jedoch in Teilen bereits angegangen.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeiten zur Weiterbildung und Entwicklung waren grundsätzlich vorhanden, jedoch stark abhängig von Team, Führungskraft und eigenem Engagement. Wer nicht aktiv nachfragt, bleibt oft außen vor. Gute Angebote konnten so erzielt werden, doch häufig nutzen Mitarbeitende diese Chancen, um sich fortzubilden und anschließend aus Mangel an Perspektiven das Unternehmen zu verlassen.
Gehalt/Benefits
Bei entsprechender Leistung ist ein entsprechendes Gehalt in der Regel verhandelbar, liegt jedoch meist deutlich unter dem Niveau direkter Wettbewerber im Landkreis. Positiv hervorzuheben sind die Corporate Benefits und die Möglichkeit der betrieblichen Altersvorsorge. Ein internes Projekt zur Modernisierung des Entgeltsystems wurde aufgrund fehlender Ressourcen und strategischer Entscheidungen des Mutterkonzerns mehrfach verschoben, was zu Frustration bei den Mitarbeitenden führte.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Langjährig etablierte Mitarbeiter-Events wie die Weihnachtsfeier wurden aufgrund rückläufiger Umsätze eingestellt, was die ohnehin schwache Stimmung zusätzlich belastete. Auf der Unternehmenswebsite werden Veranstaltungen beworben, die in der Praxis jedoch kaum nennenswerte Angebote oder Besonderheiten bieten. Insgesamt fehlt es an echter Präsenz und Engagement in diesem Bereich.
Kollegenzusammenhalt
Je nach Team unterschiedlich, insgesamt aber positiv. Die Zusammenarbeit im direkten Umfeld war meist vertrauensvoll und kollegial.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Erfahrung älterer Kolleg:innen wurde meist geschätzt. Gleichzeitig war teils spürbar, dass jüngeren Mitarbeitenden weniger zugetraut wurde – was Potenzial verschenkt hat.
Vorgesetztenverhalten
Neben positiven Beispielen habe ich auch wiederholt negatives Verhalten erlebt – von Mobbing bis hin zu Beleidigungen. Einzelne Führungskräfte agierten weitgehend ohne Konsequenzen. Mitarbeitergespräche fehlten komplett, stattdessen dominierten oft Insellösungen statt ein unternehmensweiter Blick.
Arbeitsbedingungen
Seit dem Betriebsübergang zur KM-Gruppe hat sich das veraltete IT-System deutlich modernisiert. In einigen Bereichen bestehen jedoch weiterhin Investitionslücken, und Instandhaltungen an Gebäuden und Infrastruktur erfolgen meist nur punktuell. Ein seit Jahren angepriesener Neubau musste wiederholt verschoben und zuletzt abgesagt werden, da die wirtschaftliche Entwicklung besorgniserregend ist. Demzufolge werden eher veraltete Gebäude genutzt oder günstige Produktionsfläche in der Umgebung angemietet, statt neu zu bauen.
Kommunikation
Informelle Kanäle wie der „Flurfunk“ sind häufig schneller und treffsicherer als offizielle Wege. Zwar gibt es etablierte Formate, deren Inhalte wirken jedoch oft wenig relevant. Mitarbeitergespräche finden nicht statt, was zu falschen Erwartungen und unausgesprochenen Konflikten führt. Personalentwicklung geschieht reaktiv – meist erst, wenn Leistungsträger bereits mit dem Absprung beschäftigt sind.
Gleichberechtigung
Die fehlende Diskussionskultur erschwerte eine echte Gleichbehandlung. Fachliche Themen wurden teils persönlich ausgelegt, und nicht alle Meinungen hatten im Austausch dasselbe Gewicht.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben in meinem Bereich waren abwechslungsreich und inhaltlich spannend – fachlich wie methodisch.