Gut am Arbeitgeber finde ich
- Höflicher, respektvoller Umgang und ein familiäres Klima
- Guter Zusammenhalt im eigenen Team, Teamleitungen mit offenem Ohr
- Arbeitszeit auf Vertrauensbasis, entspannter Umgang mit Pausen
- Zwei frei einteilbare Homeoffice-Tage, Ausnahmen unkompliziert möglich
- Gleichbehandlung unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft
- Gleichwertige Hardware für alle sowie Vorsorgeangebote wie Hör- und Sehtests
- Pflichtschulungen sauber geregelt, projektbezogene Weiterbildungen werden übernommen
- Firmenevents und ein Quartalsmeeting, in dem größere Themen tatsächlich ankommen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Gehalt in allen Bereichen deutlich unter Marktniveau
- Anerkennung erfolgt symbolisch statt finanziell
- Es wird viel gesendet und wenig zugehört, Kritik verpufft oft ohne erkennbares Ergebnis
- Teamleitungen sind durch die vielen Meetings häufig schwer erreichbar
- Anwesenheitsregeln werden nicht konsequent durchgesetzt
- Es wird häufig übereinander als miteinander gesprochen
- Monotone Aufgaben, fachliche Weiterentwicklung nur mit Eigeninitiative
- Ausbildung läuft ungleichmäßig, die Rotation ist unausgewogen
- Fehlende Klimatisierung, schwierige Raumakustik und häufige Umzüge ohne erkennbaren Nutzen
- Extern gesetzte Termine erzeugen Druck, den Einzelne auffangen müssen
Verbesserungsvorschläge
- Einmalige Gehaltsanpassung auf Marktniveau danach weiter machen mit jährlichen (gerne auch nach Leistung beurteilten) Erhöhungen
- Verbindliche Rückmeldung zu angesprochenen Themen, auch bei Ablehnung
- Feste Zeitfenster der Führungskräfte für Anliegen aus dem Team
- Grober Einblick in die aktuellen Knackpunkte der Führungsebene, etwa im Quartalsmeeting
- Regeln einheitlich anwenden, besonders bei Anwesenheit
- Vor dem Senden prüfen, ob eine Nachricht wirklich an alle gehen muss (Oder ob die Nachricht relevant für den Thread ist)
- Kleines Weiterbildungsbudget unabhängig von Kundenprojekten
- Ausgewogenere Rotationszeiten und regelmäßige Rückfrage bei Azubis
- Klimatisierung und punktuelle Raumtrenner für einen angenehmen Geräuschpegel
- Umzüge nur mit nachvollziehbarem Grund
- Realistischere Aufwandseinschätzung des Teams vor Terminzusagen
Arbeitsatmosphäre
Der Umgang miteinander ist überwiegend höflich und respektvoll, das Klima familiär. Leistung wird wahrgenommen, Firmenevents fördern den Zusammenhalt, und Kritik findet Gehör: Größere Punkte werden im quartalsweisen firmenweiten Meeting aufgegriffen und teils umgesetzt. Auch alltägliche Themen wie Sauberkeit werden ernst genommen.
Im Alltag gibt es aber Reibungspunkte. Anerkennung bleibt weitgehend symbolisch, ohne spürbaren Gegenwert zum Aufwand. Humor geht gelegentlich in Richtung persönlicher Sticheleien, die nicht bei allen so ankommen, wie sie gemeint sind. Gegenüber Veränderungen besteht eine Grundskepsis, Anpassungen setzen sich meist erst durch, wenn eine Abteilung sie selbst durchzieht. Büroumzüge finden häufig statt, ohne erkennbaren Mehrwert. Im Sommer ist das Raumklima mangels Klimatisierung belastend, und die Radiobeschallung beschränkt sich auf eine sehr kurze Titelrotation.
Hilfreich wären ein nachvollziehbarer Nutzen bei Umzügen und eine Klimatisierung. Intern würde es viel bringen, vor dem Senden zu prüfen, ob eine Nachricht wirklich an alle gehen muss.
Familiär und professionell schließen sich nicht aus, etwas mehr Ernsthaftigkeit täte dem Alltag gut.
Image
Nach außen hin dürfte das Bild solide sein. Da ich selbst kaum Kundenkontakt habe, kann ich das nur begrenzt beurteilen, dem Eindruck nach wird aber ordentliche Arbeit abgeliefert, teilweise auch besser als das.
Intern schwankt das Bild dagegen spürbar. Es gibt Phasen, in denen vieles rund läuft, und Phasen, in denen es schlicht chaotisch zugeht, ohne dass immer klar wäre, woran das liegt. Wer hier arbeitet, weiß meist gut, was das Unternehmen kann, ist sich aber nicht immer sicher, ob es das auch verlässlich abruft.
Insgesamt kein schlechtes Image, aber eines, das stärker von den einzelnen Teams getragen wird als von einer erkennbaren Linie.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist einer der stärkeren Punkte. Zwei Homeoffice-Tage pro Woche lassen sich frei einteilen, und wenn es die Situation erfordert, etwa bei einer Paketzustellung oder einem Handwerkertermin, ist auch ein zusätzlicher Tag von zu Hause unkompliziert möglich. Auch im Büro ist der Umgang entspannt: Eine kurze Pause oder ein Kaffee zwischendurch sind selbstverständlich, und niemand muss durchgehend Beschäftigung vortäuschen. Grundsätzlich wird darauf geachtet, dass niemand dauerhaft über seine Grenzen geht.
Weniger glücklich sind die Termine, die häufig von externer Seite vorgegeben werden. Auf Planungsebene klingen sie machbar, in der Umsetzung führen sie aber immer wieder zu Druck, der sich mit dem eigenen Anspruch an gesunde Arbeitszeiten schlecht verträgt. In der Folge tragen einzelne Mitarbeiter einen erheblichen Teil der Last, ohne dass sich das in der Vergütung angemessen widerspiegelt.
Eine realistischere Einschätzung des Aufwands vor der Zusage und eine gleichmäßigere Verteilung der Arbeitslast würden hier viel bringen.
Karriere/Weiterbildung
Verpflichtende Schulungen sind gut geregelt. Erste Hilfe, arbeitsrechtliche Grundlagen und ähnliche Themen werden regelmäßig aufgefrischt. Wenn eine Weiterbildung im Kundenprojekt erforderlich ist, wird sie selbstverständlich vom Unternehmen bezahlt, das ist positiv und unbürokratisch geregelt.
Darüber hinaus wird es dünn. Fachliche Weiterbildung, die nicht von außen angestoßen wird, findet kaum statt. Wer sich in seinem Gebiet weiterentwickeln will, muss selbst nach Möglichkeiten suchen und sie auch selbst einfordern, ein Angebot oder eine erkennbare Entwicklungsplanung gibt es nicht.
Hilfreich wäre ein kleines festes Budget oder Kontingent pro Mitarbeiter, das unabhängig von konkreten Projektanforderungen für fachliche Weiterbildung zur Verfügung steht. Das wäre überschaubar im Aufwand und hätte spürbare Wirkung auf Motivation und Qualifikation.
Gehalt/Benefits
Der mit Abstand größte Kritikpunkt, und er betrifft nicht Einzelfälle, sondern praktisch alle Bereiche. Die Gehälter liegen deutlich unter dem regional Marktüblichen, und zwar nicht knapp, sondern in einer Größenordnung, die sich mit Standort oder Unternehmensgröße nicht mehr erklären lässt.
Verschärft wird das dadurch, dass sich Verantwortung und Betriebszugehörigkeit kaum niederschlagen. Bezahlt wird eher der Titel als der tatsächliche Aufwand. Die jährliche Anpassung ist zudem keine Zusage, sondern eine Möglichkeit, die auch ausbleiben kann. Bei auffallender Leistung gibt es gelegentlich einen Gutschein im Wert von 50 Euro, was nett gemeint ist, eine angemessene Vergütung aber nicht ersetzt.
Am Monatsende liegt man gerade so im Plus, obwohl nach der Miete der Arbeitsweg der größte Posten ist. Das schlägt sich auf die Stimmung nieder: Viele beschränken sich inzwischen auf das, was ohnehin verlangt wird. Das ist keine Frage des Charakters, sondern die logische Reaktion darauf, dass Mehreinsatz folgenlos bleibt.
Wer seinen Marktwert kennt, geht, und das sind genau die Leute, die den Laden tragen. Nötig ist eine einmalige Anpassung auf Marktniveau.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Alltag wird auf die naheliegenden Dinge geachtet: Sauberkeit und Hygiene werden ernst genommen, und mit Ressourcen wird sparsam umgegangen. Wer als Letzter geht, schaltet für seinen Bereich den Strom ab, das ist eine kleine Maßnahme, die aber konsequent gelebt wird. Bei der Mülltrennung braucht es dagegen regelmäßig Erinnerungen, bis sie funktioniert, ähnlich wie beim (korrekten) Einräumen der Spülmaschine.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb des eigenen Teams funktioniert der Zusammenhalt gut bis sehr gut. Die Teamleitungen nehmen Probleme ernst und klären sie je nach Situation im Team oder im Einzelgespräch. Positiv ist außerdem, dass die Arbeitszeit auf Vertrauen beruht: Man begegnet sich auf Augenhöhe, und aus fünf Minuten Verspätung wird kein Thema gemacht.
Über die Teamgrenzen hinweg fällt das Bild deutlich durchwachsener aus. Entweder man hat täglich miteinander zu tun und kommt gut aus, oder es bleibt beim Zunicken. In einigen Fällen wird zudem eher übereinander als miteinander gesprochen. Bei Fehlern steht oft die Kritik im Vordergrund statt der Frage, woran es tatsächlich gelegen hat, obwohl die Ursache nicht selten in fehlender Einarbeitung oder unklaren Vorgaben liegt. Für Unmut sorgt außerdem, dass die Regeln zur Anwesenheit nicht überall gleich streng gehandhabt werden. Wird das angesprochen, bleibt es meist bei einem Hinweis ohne erkennbare Folgen, was verständlicherweise als ungerecht empfunden wird.
Hilfreich wären eine sachliche Fehlerkultur, die zuerst nach der Ursache fragt, einheitlich durchgesetzte Regeln und mehr Austausch zwischen den Abteilungen.
Umgang mit älteren Kollegen
Im täglichen Miteinander gibt es hier nichts zu beanstanden. Ältere und langjährige Kolleginnen und Kollegen sind selbstverständlicher Teil des Teams, werden weder ausgegrenzt noch anders behandelt, und ihre Erfahrung wird im Alltag durchaus geschätzt.
Etwas anders sieht es aus, wenn es über den reinen Umgang hinausgeht. Gleichbehandlung wird stellenweise so konsequent ausgelegt, dass langjährige Erfahrung und Betriebszugehörigkeit kaum einen erkennbaren Unterschied machen. Gleichbehandlung ist richtig, sie sollte aber nicht dazu führen, dass Erfahrung gar nicht mehr ins Gewicht fällt. Inzwischen sind zumindest jährliche Anpassungen möglich, was ein guter Ansatz ist, in der Praxis muss sich aber erst zeigen, wie konsequent davon Gebrauch gemacht wird.
Insgesamt ein Bereich ohne echte Probleme, mit Luft nach oben bei der Frage, wie Erfahrung honoriert wird.
Vorgesetztenverhalten
Im persönlichen Umgang sind die Vorgesetzten humorvoll und zugänglich, das Angebot der offenen Tür ist ernst gemeint und wird auch gelebt. Wer ein Anliegen hat, wird angehört und nicht abgewimmelt.
In der Praxis hakt es dann an zwei Stellen. Zum einen ist die Führungsebene durch die hohe Zahl an Besprechungen oft schlicht nicht erreichbar, sodass sich Themen ungewollt in die Länge ziehen. Zum anderen folgt aus angenommener Kritik nur selten ein sichtbares Ergebnis. Ein offenes Ohr allein ersetzt eben keine Entscheidung. Auch die Transparenz nach unten könnte besser sein: Themen werden zwar gelegentlich erwähnt, eine Einordnung, was sie konkret für die Teams bedeuten, fehlt aber meist. Entscheidungen wirken dadurch eher gesetzt als nachvollziehbar.
Beides ließe sich mit überschaubarem Aufwand verbessern: feste, verlässliche Zeitfenster für Anliegen aus dem Team, eine kurze Rückmeldung zum Stand angesprochener Themen, auch wenn die Antwort ablehnend ausfällt, und ein grober Überblick über die aktuellen Knackpunkte auf Führungsebene, etwa in den Quartalsmeetings. Die Bereitschaft dazu ist erkennbar vorhanden, sie müsste nur konsequenter in den Alltag übersetzt werden.
Arbeitsbedingungen
Bei der Ausstattung gibt es wenig zu bemängeln. Hardware und Arbeitsmittel sind für alle gleichwertig, und gemeldete Mängel werden zuverlässig aufgegriffen. Positiv fällt außerdem auf, dass regelmäßig Vorsorgeangebote gemacht werden, etwa Hör- oder Sehtests bei entsprechend belastenden Arbeitsplätzen. Ob man sie wahrnimmt, bleibt jedem selbst überlassen, das Angebot steht aber verlässlich zur Verfügung.
Bei den Räumen selbst zeigt sich mehr Nachholbedarf. Im Sommer wird es mangels Klimatisierung in mehreren Bereichen unangenehm warm und schwül, was auf Dauer an der Konzentration zehrt. Auch die Raumakustik ist nicht überall perfekt und oft störend bei mehreren gleichzeitigen Konversationen unter Kollegen. Eine Klimatisierung der betroffenen Räume und punktuelle akustische Verbesserungen wären hier die wirksamsten Maßnahmen, zumal die Bereitschaft, in die Gesundheit der Belegschaft zu investieren, grundsätzlich vorhanden ist.
Kommunikation
Teamintern wird offen und direkt kommuniziert, und größere Themen werden von den Teamleitungen zuverlässig in den dafür vorgesehenen Kanälen platziert. In vielen Meetings herrscht ein sachlicher Ton, ohne dass Humor zu kurz käme. Auch das Prinzip der offenen Tür wird ausdrücklich betont.
Insgesamt wird jedoch viel gesendet und wenig zugehört. Spricht man ein Thema an, wird es zwar wahrgenommen, eine Reaktion bleibt aber oft aus. Fehlende Abstimmung führt dazu, dass interne Aufgaben mehrfach parallel bearbeitet werden, während andere liegen bleiben, weil sich niemand zuständig fühlt. Das sorgt regelmäßig für Verwirrung. In den Teams-Kanälen gehen sachliche Beiträge zudem in unpassenden Rückfragen unter, und über Kollegen wird eher hintenrum als direkt gesprochen, was Gruppenbildung begünstigt und Vertrauen kostet. Auch die Raumakustik ist nicht überall darauf ausgelegt, dass mehrere Personen gleichzeitig telefonieren.
Hilfreich wären eine verbindliche Rückmeldung auf angesprochene Themen, auch wenn die Antwort "nein" lautet, klar zugewiesene Zuständigkeiten, etwas mehr Disziplin bei der Nutzung der Kanäle und punktuelle akustische Verbesserungen.
Gleichberechtigung
Zwischenmenschlich wird hier tatsächlich niemand anders behandelt als andere. Herkunft, Geschlecht oder Alter spielen im Alltag keine erkennbare Rolle, und auf alle wird gleichermaßen geachtet. Positiv ist außerdem, dass alle unabhängig von Position oder Bereich gleichwertig mit Hardware und Arbeitsmitteln ausgestattet werden. Auch die Vergütung wird inzwischen jährlich überprüft, was ein Schritt in die richtige Richtung ist.
Weniger ausgewogen wird es, sobald Leistung und Verantwortung ins Spiel kommen. Betriebszugehörigkeit und die Bedeutung einer Person für das Unternehmen spiegeln sich kaum wider, wer mehr trägt, bekommt dafür nicht zwangsläufig mehr. Umgekehrt fällt auf, dass Regelungen zu Fehlzeiten und Homeoffice nicht bei allen gleich konsequent gehandhabt werden. Beides sorgt für ein Gefühl von Ungleichbehandlung, das mit klassischer Gleichberechtigung nichts zu tun hat, im Alltag aber genauso wirkt.
Hilfreich wären nachvollziehbare Kriterien dafür, wie sich Verantwortung und Erfahrung niederschlagen, sowie eine einheitliche Anwendung bestehender Regelungen.
Interessante Aufgaben
Arbeit gibt es immer, spannende Aufgaben muss man sich aber selbst suchen. In den meisten Bereichen ist die Tätigkeit stark wiederholend. Wer mehr will, muss die vorhandenen Aufgaben für sich interessant machen, etwa indem er den eigenen Arbeitsweg hinterfragt. Ehrlicherweise ist das oft spannender als die Aufgabe selbst, und der Freiraum dafür ist vorhanden. Viel macht auch die Verpackung aus: Wird deutlich, warum eine Aufgabe wichtig ist, oder wird sie mit etwas Humor übergeben, steigt die Motivation spürbar.
Bei Auszubildenden wirkt das Ganze etwas planlos. Zwar durchlaufen sie alle Abteilungen, die Aufenthalte sind aber ungleichmäßig verteilt, in einzelnen Bereichen bleibt man auffällig lange. Dazu kommen kleinere Sonderaufgaben, die für Abwechslung sorgen, in anderen Bereichen wiederum überwiegend die unbeliebten Tätigkeiten. Häufig wird eine Aufgabe einmal erklärt, danach fragt niemand mehr nach, sofern man sich nicht selbst meldet.
Hilfreich wären eine regelmäßige kurze Rückfrage zum Stand, ausgewogenere Rotationszeiten und Aufgaben, die man sich bewusst gemeinsam vornimmt.